Die Online-Plattform Airbnb steht im Verdacht, mit der Vermittlung von Ferienzimmern den Wohnraum in Großstädten zu verknappen und das Problem der Verdrängung zu verschärfen. Darum gibt es in vielen Städten Bestimmungen gegen die gewerbliche Nutzung des Portals.

Trotzdem tummeln sich bei Airbnb immer mehr professionelle Anbieter, wie eine Datenanalyse der Süddeutschen Zeitung nun ergeben hat. Die Ergebnisse im Überblick: Etwa 18 Prozent der auf Airbnb inserierten Wohnungen in den zehn größten deutschen Städten gehören zu einem Vermieter, der mindestens eine weitere Wohnung im Angebot hat. Insgesamt gebe es in diesen Städten 1290 solcher Multi-Anbieter, die zusammen auf mehr als 4000 Mietangebote kommen. Mindestens 34 Anbieter auf dem deutschen Markt würden bei Airbnb zehn oder mehr Wohnungen anbieten.

Köln hat nach der Einwohnerzahl die meisten Airbnb-Inserate

Weniger als zwei Prozent der Inserate beziehen sich auf einzelne Schlafplätze und 40 Prozent auf eigene Zimmer in einer Wohnung. Mit 58 Prozent macht die Vermittlung von ganzen Wohnungen oder Häuser das Kerngeschäft von Airbnb aus. Die Plattform sei ein globaler Tourismusanbieter und konkurriere mit Hotelketten, so die „Süddeutsche Zeitung“.

Die meisten Airbnb-Übernachtungsplätze pro 100.000 Einwohner hat Köln mit insgesamt 12.234 Plätzen, gefolgt von München (16.575), Düsseldorf (6.772), Berlin (38.592), Leipzig (6.029), Hamburg (16.284), Frankfurt (4.585), Stuttgart (2.399), Essen (1.277) und Dortmund (1.063).

Die weltweit größten Anbieter haben mehr als 1.000 Inserate online

Airbnb wehrt sich gegen Kritik an seinem Geschäftsmodell. „Homesharing entzieht keinen Wohnraum, da die Gastgeber in diesen Wohnungen selbst leben“, zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Sprecher. Nur in „typischen Ferienregionen“ arbeite man auch mit gewerblichen Anbietern zusammen. Nach Recherchen von buzzfeed.com haben die weltweit größten Anbieter bei Airbnb mehr als 1.000 Angebote online.

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