Das Tool erfasst nach der Installation, welche Wahlwerbungen dem Nutzer in Facebook angezeigt werden und schickt diese Daten anonymisiert an die zentrale Schaltstelle der Initiative, wie Ingrid Brodnig schreibt. Dadurch entsteht, falls genügend Leute die Software herunterladen, ein Bild von den Werbestrategien der Parteien im Wahlkampf. So kann etwa festgestellt werden, wenn eine Partei einer Zielgruppe andere Dinge verspricht als einer anderen.

Programmiert für den britischen Wahlkampf

Das Open-Source-Add-on wurde von der gleichnamigen Bürgerinitiative für den britischen Wahlkampf programmiert. Das Tool erfüllt eine wichtige Rolle, da es derzeit keine Kontrolle für die digitalen Wahlkampftätigkeiten der Parteien bei Facebook gibt. Über sogenannte Dark Posts können Kampagnenverantwortliche Inhalte ausspielen, die nur an Facebook-Nutzer mit zuvor festlegbaren Eigenschaften ausgespielt werden. So könnte eine Partei etwa liberalen Menschen versprechen, sich für eine Legalisierung von Cannabis einzusetzen, während sie konservativen Personen ein härteres Vorgehen gegen Drogen zusagt.

Fehlverhalten von Parteien offenlegen

Aus demokratiepolitischer Sicht sind solche Kampagnen bedenklich, beweisen lässt sich ein solches Vorgehen der politischen Akteure bislang aber nur schwer. In Deutschland und England sind bereits Fälle von maßgeschneiderten Botschaften für eng gefasste Wählersegmente bekannt geworden. Durch das Add-on können Nutzer dazu beitragen, dass hier Transparenz Einkehr hält und eventuelles Fehlverhalten der Parteien publik gemacht werden kann. Zudem sammelt das Tool auch allgemeine Informationen über das Vorgehen der Parteien in Facebook und kann so einen Überblick über die Rolle sozialer Medien im Wahlkampf verschaffen. Auch breit angelegte Negativkampagnen könnten so aufgedeckt werden.

Daten sollen Wissenschaftler und Journalisten helfen

Die Nutzer bekommen durch die Software auch selber eine Übersicht darüber, welche politischen Kräfte schon versucht haben, sie über Facebook anzusprechen. Die gesammelten Daten sollen Wissenschaftlern und Journalisten zur Verfügung gestellt werden, die sich dadurch ein Bild vom Verhalten der verschiedenen Parteien machen können. In Deutschland ist Buzzfeed ein Medienpartner von „Who Targets Me“.

Das Browser Add-on „Who Targets Me?“ ist für Firefox und Chrome verfügbar und kann hier heruntergeladen werden.

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