Der Chef der Amazon Studios, Roy Price, ist im Zuge des Weinstein-Skandals zurückgetreten. Dies bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Price wird vorgeworfen, eine Mitarbeiterin mit sexuellen Bemerkungen bloßgestellt zu haben. Wegen der Belästigungsvorwürfe wurde er bereits am 12. Oktober vorläufig suspendiert. Der Leiter der Amazon-Studios sei mit sofortiger Wirkung beurlaubt, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

Eine Filmproduzentin hatte dem 51-Jährigen zuvor vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Isa Hackett, die für die Amazon-Serie „The Man in the High Castle“ arbeitet, sagte dem Magazin „The Hollywood Reporter“, Price habe ihr im Sommer 2015 wiederholt unsittliche Angebote gemacht. So habe er im Taxi auf dem Weg zu einer Party schlüpfrige Bemerkungen gemacht und ihr später – trotz ihrer klaren Ablehnung – das Wort „Analsex“ ins Ohr gerufen.

McGowan wirft Amazon vor, nicht reagiert zu haben

Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem die Schauspielerin Rose McGowan im Skandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein schwere Vorwürfe gegen Amazon-Chef Jeff Bezos erhoben hat. McGowan schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, sie habe Amazon darüber informiert, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein – der Konzern habe darauf aber nicht reagiert.

Über Twitter rief McGowan Bezos dazu auf, keine „Vergewaltiger“ zu finanzieren. Mehrere Frauen haben gegen Weinstein Vorwürfe der Vergewaltigung oder sexuellen Belästigung erhoben.

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