Der Onlinehändler Amazon hätte gerne die Rechte an der Domain .amazon. Dagegen wehren sich aber die Anrainerstaaten des Amazonas [englisch Amazon, Anm. d. Red.], die ebenfalls Anspruch auf die Online-Adressbezeichnung anmelden. Amazon hat den betroffenen Ländern jetzt angeboten, sie bei Bewerbungen um die Domains .amazonas, .amazonia und .amazonica zu unterstützen, wenn sie einer Vergabe der .amazon-Domain an Amazon zustimmen, berichtet heise.

„Kein Respekt“

Das Angebot wurde bei der Jahrestagung der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) unterbreitet, jener Organisation, die für die Vergabe der Top-Level-Domains zuständig ist. Brasilien, Argentinien und Peru halten davon allerdings wenig und verweisen auf ablehnende Beschlüsse der Anrainerorganisation OCTA. „Unternehmen wie Amazon machen, was sie wollen und wollen Regierungen und die Bevölkerung einfach nicht respektieren“, sagte die peruanische Außenministerin Maria Milagros Castanon Seonane in Richtung Amazon.

Der Streit zwischen Amazon und den südamerikanischen Staaten um die .amazon-Domain ist bereits seit Jahren im Gange. Vor kurzem hatte ein Schlichter Amazon Recht gegeben und eine Vergabe an den Händler angeregt. In der ICANN hat sich der Regierungsbeirat bislang aber durchgesetzt und eine Vergabe der Domain verhindert. Amazon will weiter verhandeln und hofft auf einen Kompromiss. Gelingt das nicht, hält sich das Unternehmen auf Basis des Schiedsspruchs aber auch die Option offen, rechltiche Schritte zur Erzwingung der Vergabe einzuleiten.

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