Die Deutsche Telekom und der regionale Netzbetreiber EWE wollen zusammen das Glasfasernetz im Nordwesten ausbauen und bis zu zwei Milliarden Euro investieren. Dafür soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, an dem sowohl die Telekom als auch der Anbieter aus Oldenburg je zur Hälfte beteiligt sein sollen, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Mehr Glasfaser in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen

Das Joint Venture will ab dem geplanten Start Mitte 2018 in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen mehr als eine Million Privathaushalte direkt ans Glasfasernetz anschließen und damit ultraschnelle Internetanschlüsse anbieten. Dafür will Telekom-Chef Tim Höttges allerdings in der Kooperation von der Regulierung durch die Bundesnetzagentur ausgenommen werden. Diese reguliert, zu welchen Bedingungen und Preisen andere Anbieter das Netz der Telekom nutzen können. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hatte über das Vorhaben berichtet.

Telekom will wirtschaftlicheren Glasfaserusbau

„Durch die Kooperation können wir den Glasfaserausbau deutlich wirtschaftlicher gestalten“, sagte Höttges. „Entscheidend ist, dass FTTB- und FTTH-Anschlüsse nicht mehr reguliert werden. Diese Rahmenbedingung ist Prämisse für die Umsetzung des gemeinsamen Projekts und dazu sind wir in Kontakt mit der Bundesnetzagentur.“

Die Telekom wird von Wettbewerbern seit langem dafür kritisiert, den kompletten Glasfaserausbau bis zum Gebäude (FTTB/FTTH) zu vernachlässigen und ihre Kupferkabelnetze nur schrittweise mit Glasfaserteilstrecken zu ersetzen. Die Telekom und EWE kooperieren bereits auf anderen Gebieten.

Telekom muss Wettbewerber aufholen

Einer Studie vom Oktober zufolge, liegt die Deutsche Telekom bisher in Sachen Glasfaser deutlich hinter ihren Wettbewerbern. Von insgesamt rund 3,1 Millionen neuen Direktzugängen sei nur jeder zehnte Anschluss 2017 durch die Telekom installiert worden.

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