Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem präsentiert letzte Briefe von Holocaust-Verfolgten im Internet. Die Online-Ausstellung „Lebt wohl, Meine Lieben! Letzte Briefe aus dem Holocaust 1941-1942“ zeigt zehn Schriftstücke, wie Yad Vashem am Montag mitteilte. Alle Briefeschreiber wurden von den Nazis ermordet.

Yad Vashem präsentiert die Ausstellung kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar – das erste Mal auf Deutsch.

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„Lebt wohl, meine Lieben! Meine geliebte Mutter, mein guter Vater, Ihr wart der erste Sonnenstrahl, der mein Leben erwärmte…“, schrieb etwa Ida Goldis 1941, bevor sie aus einem Ghetto im heutigen Moldau deportiert wurde. Goldis starb im Alter von 24 Jahren.

Die Briefe wurden unter anderem aus Deutschland verschickt, aus Österreich, Frankreich, Polen und Rumänien. Sie wurden etwa auf Deutsch, Jiddisch oder Polnisch verfasst. Im vergangenen Jahr hatte die Einrichtung eine ähnliche Ausstellung auf Englisch veröffentlicht.

Namen von 4,7 Millionen Holocaust-Opfern dokumentiert

„Jeder Brief, jedes Telegramm und jede Postkarte zeigt uns den letzten physischen, persönlichen, einzigartigen Überrest, der von diesen Opfern geblieben ist – ihre Handschrift“, schrieb Yad Vashem auf der Ausstellungsseite. Verwandte hätten die Briefe der Einrichtung gespendet.

Yad Vashem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Sie wurde 1953 auf Beschluss des israelischen Parlaments gegründet. Wissenschaftler haben dort das weltweit größte Archiv zu dem Thema aufgebaut und unter anderem die Namen von rund 4,7 Millionen ermordeten Juden dokumentiert.

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