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Vertikaler Wald: In den Niederlanden ensteht ein bepflanztes Hochhaus

Mehr als 5.000 Pflanzen werden das Gebäude bedecken. Anders als vielleicht zu erwarten, sollen die Wohnungen dennoch zu erschwinglichen Preisen vermietet werden.

Architekt Stefano Boeri vor seinem vertikalen Wald "Bosco Verticale" in der Gegend von Mailand
Architekt Stefano Boeri vor seinem vertikalen Wald "Bosco Verticale" in Mailand. Foto: MIGUEL MEDINA/ AFP/ Getty Images

Die niederländische Stadt Eindhoven zählt zu den grünsten Städten der Niederlande. Erst im vergangenen Jahr verpflichtete man sich mit „Green Policy Plan“ dazu, mehr Parks, mit Bäumen gesäumte Bürgersteige und bepflanzte Plätze zu bauen. Einmal mehr soll nun das grüne Image mithilfe des italienischen Architekturbüros Stefano Boeri Architetti gefestigt werden.

Erschwingliche Mietwohnungen im vertikalen Wald

Bei dem geplanten Projekt, dem „Trudo Vertical Forest“, handelt es sich um ein 19-stöckiges Hochhaus mit 125 Wohneinheiten, die jeweils in etwa 50 Quadratmeter groß sein sollen. Für deren Balkone sind insgesamt 125 Bäume und 5.200 Sträucher und Pflanzen vorgesehen. Dem niederländischen Wohnungsrecht entsprechend gelten die Appartements in ihrem Preis als „erschwinglich“; sie sollen für umgerechnet etwa 710 Euro im Monat angeboten werden.

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Wald-Türme auch in anderen Städten in Planung

Der leitende Architekt Stefano Boeri ist bereits bekannt für seine „Waldtürme“. Während noch diesem Jahr im chinesischen Nanjing die „Nanjing Towers“ fertiggestellt werden sollen, die mit rund 3.000 Pflanzen rund 132 Pfund Sauerstoff am Tag produzieren könnten, sind ähnliche Bauprojekt auch in Paris, Lausanne und Utrecht eingeplant. In Mailand steht mit dem Bosco Verticale bereits seit 2015 ein beeindruckendes Beispiel der Umweltarchitektur.

Boeri will Umwelt- und Wohnungsprobleme gleichzeitig lösen

Alle Wald-Häuser verfolgen das Ziel, die Treibhausgas-Emissionen in den jeweiligen Städten einzudämmen. Für Eindhoven würde dies eine Absorption von 50 Tonnen CO2 pro Jahr bedeuten, was der Abschaffung von zehn Autos jährlich gleichkäme. Für die Architekten stellen die vertikalen Wälder darüber hinaus den Beweis dafür dar, dass die Herausforderungen des Klimawandels mit denen der Wohnungsknappheit vereinbar sind und gemeinsam gelöst werden können. Boeri merkte dazu gegenüber dem Business Insider an: „Urbane Forstwirtschaft ist nicht nur notwendig, um die Umwelt in Städten, sondern auch die Lebensumstände der weniger begünstigten Städter zu verbessern.“

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