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Es geht auch ohne: Wladimir Putin verzichtet auf ein Smartphone

Der russische Präsident ist ehemaliger Spion des KGB und weiß selbst sehr gut, wie schnell Mobiltelefone abgehört werden können. Er verzichtet daher auf ein Smartphone.
Der russische Präsident ist ehemaliger Spion des KGB und weiß selbst sehr gut, wie schnell Mobiltelefone abgehört werden können. Er verzichtet daher auf ein Smartphone.
Foto: imago
Der russische Präsident sei schwer erreichbar, weil er kein Mobiltelefon habe. Amerikanische Präsidenten halten das meist anders.

Der russische Präsident Wladimir Putin habe kein Mobiltelefon und sei daher nicht einfach zu erreichen, sagt der Chef der Ostseegaspipeline Nord Stream 2 Matthias Warnig im Interview mit der Tageszeitung Die Presse. Warnig hat nicht nur beruflich mit dem russischen Präsidenten zu tun, sondern ist auch persönlich eng mit Putin befreundet. "Herr Putin hat kein Handy. Aber wenn ich was möchte und das Bedürfnis habe, ihn zu sehen, kriegen wir das schon auf die Reihe", wird Warnig zitiert.

Dass hochrangige Politiker – allen voran die Präsidenten der USA und Russland – auf die modernen Kommunikationsgeräte aus Sicherheitsgründen weitgehend verzichten müssen, ist kein Geheimnis und sorgt immer wieder für Gesprächsstoff.

Smartphones von US-Präsidenten stark eingeschränkt

Aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen verwendeten US-Politiker lange Zeit BlackBerry-Geräte. Wie der damalige US-Präsident Barack Obama Mitte 2016 bei Jimmy Fallon in der Tonight Show erzählte, freute er sich darüber, als er den BlackBerry abgeben konnte und ein neues Handy erhielt. Doch seine Freude hielt nicht lange an.

Aus Sicherheitsgründen konnte das nicht näher bezeichnete Telefon weder Fotos aufnehmen, Musik wiedergeben noch Textnachrichten versenden und auch zum Telefonieren ist es nicht geeignet. Deshalb schaute er oft neidisch zu, wenn seine Frau und seine Töchter richtige Smartphone verwendeten, während er ein Feature-Phone nutzen musste, das lediglich E-Mails versenden konnte.

Trump hielt an altem Android-Gerät fest

Zu Beginn seiner Amtszeit fiel US-Präsident Donald Trump unter anderem damit auf, dass er seine Tweets mit einem Android-Handy verfasste. Wie die New York Times berichtete, setzte Trump dabei auf ein fünf Jahres altes Samsung Galaxy S3, was für schwere Sicherheitsbedenken sorgte. Jenes lief unter dem in die Jahre gekommenen Android 4.4. und war damit für viele Sicherheitslücken anfällig. Gezielte Phishing- und Malware-Angriffe sind damit problemlos möglich.

Mitte März 2017 hat Trump dann sein Smartphone getauscht. Wie der Social-Media-Chef des Weißen Hauses, Dan Scavino, bestätigte, ist der US-Präsident auf ein iPhone umgestiegen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger soll das neue Präsidenten-Handy aber nicht speziell gesichert sein. Das Trump-Phone hat jedoch nur eine einzige App installiert. Welche das ist, überrascht kaum: Twitter.

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