Millionen von Adressen in entlegenen Gebieten seien schwer zu finden, weil das dahinterliegende Adressformat uneinheitlich sei und über verschiedene Regionen stark variieren würde, heißt es im Google India Blog. Um das Problem zu lösen, hat Google ein eigenes Adressierungssystem entwickelt: Plus Codes. Mit der Open-Source-Lösung wolle man ein einfaches und konsistentes System bereitstellen, das global funktioniere, heißt es in dem Blog-Posting.

Plus Codes

Dabei wird die geografische Oberfläche in Bereiche unterteilt und jedem dieser Bereiche ein eindeutiger Code zugeordnet. Der Code umfasst bis zu zehn Zeichen und unterteilt sich in einen regionalen Code, der einen Bereich von 100 mal 100 Kilometern umfasst und einen lokalen Code, der die Nachbarschaft und das Gebäude beschreibt (14 mal 14 Meter). Der Plus Code für die futurezone-Redaktion in Berlin lautet beispielsweise G97R+42.

Eruiert werden kann der Code, indem man in Google Maps den blauen Punkt mit dem aktuellen Standort drückt und hält, alternativ dazu kann er auch über eine von Google bereitgestellte Karte identifiziert werden, in dem einfach der Ort angesteuert wird.

Plus Codes funktionieren bei Google Maps auch in der Offline-Version und seien leicht zu benutzen, da Orte, die nah beieinanderliegen, ähnliche Codes hätten, heißt es auf der Google-Seite zu dem Adressierungssystem. Sie würden auch an Orten funktionieren, die noch nicht erfasst seien.

Alternative Adressierungssysteme

Dass Plus Codes Straßennamen und Hausnummern ersetzen könnten, glaubt man bei Google nicht. Wo es Straßen gebe, würden Straßennamen auch gut funktionieren, heißt es in den FAQ zu den Plus Codes. Dort wo es keine Straßen oder Straßennamen gebe, seien sie allerdings eine nützliche Methode. Plus Codes könnten aber auch an Orten mit herkömmlichen Straßen-Adressen nützlich sein. Beispielsweise um den genauen Ort eines Hauseingangs zu eruieren oder um Adressen auf langen Landstraßen zu finden..

Über Google Maps ließe sich auf diese Art jede Adresse ausfindig machen. Weil das System quelloffen sei, könne Plus Codes auch in andere Kartendienste kostenlos integriert werden, wirbt Google für sein Adressierungssystem.

Alternative Adressierungssysteme sind in entlegenen Gebieten seit längerem Thema. Das britische Start-up What 3 Words hat etwa ein System entwickelt, über das sich jeder Ort über eine aus drei Wörtern bestehende Adresse finden lässt. In der Mongolei kommt es bereits zum Einsatz.

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