Die South by Southwest (SXSW)-Konferenz sorgt weiterhin für aufsehenerregende Innovationen, insbesondere von den teilnehmenden Start-ups. ICON ist eines davon. Das wie die Konferenz selbst in Austin, Texas, ansässige Robotik-Unternehmen präsentierte am Dienstag den Prototypen eines 3D-gedruckten Hauses.

Start-up-Weisheit: Probleme lösen

Wie viele andere Unternehmen versucht ICON damit ein globales, wirtschaftliches Problem zu lösen, in diesem Fall das der Wohnsituation besonders von ärmeren Menschen in städtischen Gebieten. Einem Bericht des Ross Center for Sustainable Cities am World Resources Institute zufolge fehle von den 7,5 Milliarden Menschen weltweit ganzen 1,2 Milliarden der Zugang zu einem bezahlbaren und sicheren Heim. Und die Lücke werde immer gravierender, weil sie bis 2025 um 30 Prozent zu wachsen drohe: Dann würden 1,6 Milliarden Menschen an die Peripherie der Städte gedrängt worden seien.

„Wir müssen sofort eingreifen, um zu verhindern, dass Städte entstehen, die weniger produktiv, weniger effizient und weniger inklusiv sind – etwas, das dann tatsächlich jeden betreffen würde“, kommentierte Ani Dasgupta, Global Director des Ross Centers den Bericht.

Die Lösung des Problems sieht das Start-up ICON im 3D-Druck. Für weniger als 4.000 Euro soll mit dem mobilen 3D-Drucker namens Vulcan ein Haus entstehen. Mit der bisherigen ICON-Technologie kostet ein vollständiges Haus noch 10.000 Dollar. Vulcan kann ein einstöckiges Gebäude angeblich schneller produzieren als ein Amazon Prime-Kunde einen Fernseher bestellen und in seinem Wohnzimmer aufstellen.

Maximal 24 Stunden Bauzeit, 4.000 Dollar

Bei der SXSW kam der Prototyp dann gleich mit entsprechendem Wohn-, Schlaf- und Badezimmer sowie einer Veranda. 3D-gedruckte Gebäude sind natürlich nicht neu. Allerdings dauert es Berichten zufolge in der Regel acht Monate oder länger, um hundert dieser Häuser mit einem Preis von je 6.000 Dollar zu bauen. Vulcan schafft ein 650 Quadratmeter großes, einstöckiges Haus angeblich in 12 bis 24 Stunden und eben für viel weniger Geld.

ICON arbeitet dafür unter anderem mit New Story zusammen, einer Nonprofit-Wohltätigkeitsorganisation, die sich dafür einsetzt, dass Slums in funktionierende, nachhaltige Gemeinschaftszentren verwandelt werden. Die beiden Unternehmen wollen Gebiete mit Wohnungsmangel auf der ganzen Welt angehen. Das nächste, kurzfristige Ziel ist auch nicht gerade bescheiden: Nach der Testphase des Prototypen soll Vulcan in 2019 hundert Häuser im mittelamerikanischen El Salvador gedruckt haben.

Mehr 3D:

„Es gibt noch ein paar andere Unternehmen, die bereits Gebäude gedruckt haben“, sagte Jason Ballar, Co-Gründer von ICON gegenüber The Verge. „Allerdings entstanden diese in einem Lagergebäude oder sehen aus wie Yoda-Hütten. Für den Erfolg unserer Unternehmung, müssen es einfach die besten Häuser sein.

3D-Druck auch für’s Essen

Der 3D-Druck wird nicht nur für die kostengünstigere und nachhaltigere Herstellung von Gebäuden immer attraktiver. Zuletzt wurde bekannt, dass das MIT an einem autonomen Bauroboter arbeitet, der mit einem mobilen 3D-Drucker ein Gebäude in 14 Stunden errichten kann. Ein russisches Unternehmen will es in 24 Stunden schaffen, bietet allerdings weiterhin einen Preis von 10.000 Dollar auf. ICON hat also mit Konkurrenz zu kämpfen. Währenddessen sucht die Forschung ständig nachneuen Materialien für die Drucktechnologie.

Aber auch in die Ernährungswissenschaft hat sie Einzug gehalten. So konnten bereits Pasta, ein Stadtmodell von Zürich und Gebiss-Modelle auf diese Weise hergestellt werden. Viel davon ist noch nicht reif für den Massenmarkt, im Zuge der zunehmenden Verbesserung der Technologie könnte das allerdings schneller kommen als gedacht.

Die SXSW findet noch bis zum 18. März statt.

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