Ein Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber erfasste eine Frau, die die Fahrbahn außerhalb eines Fußgängerübergangs überquerte. Das Fahrzeug sei gegen 22.00 Uhr am Sonntag in der Stadt Tempe im US-Staat Arizona autonom mit einem Sicherheitsfahrer am Steuer unterwegs gewesen, teilte die Polizei am Montag mit. Die Fußgängerin sei ihren Verletzungen erlegen, wie die New York Times berichtet.

Uber kooperiert nach tödlichem Unfall

Weitere Details zu dem Unfall wurden zunächst nicht bekannt. Uber teilte mit, das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlern. Firmenchef Dara Khosrowshahi sprach bei Twitter von „unglaublich traurigen Nachrichten“. Uber habe alle Testfahrten mit Roboterwagen eingestellt, meldete der Finanzdienst Bloomberg. Uber testete seine Roboterwagen auch in San Francisco, Pittsburgh und Toronto.

Dass 90 Prozent der Unfälle auf Fehler von Menschen zurückgingen und die Technik autonomer Fahrzeuge sie verhindern werde, ist ein zentrales Argument der Entwickler von Roboterwagen. Zugleich bereitete sich die Branche darauf vor, dass es irgendwann auch einen Unfall mit Todesfolge mit selbstfahrenden Autos geben werde.

— dara khosrowshahi (@dkhos) March 19, 2018

Dass 90 Prozent der Unfälle auf Fehler von Menschen zurückgingen und die Technik autonomer Fahrzeuge sie verhindern werde, ist ein zentrales Argument der Entwickler von Roboterwagen. Zugleich bereitete sich die Branche darauf vor, dass es irgendwann auch einen Unfall mit Todesfolge mit selbstfahrenden Autos geben werde.

Die ersten Ermittlungen laufen

Nach dem tödlichen Unfall sind die Ermittlungen angelaufen. Ein Team der US-Verkehrsbehörde NHTSA traf in der Stadt Tempe in Arizona ein. Dort war am Sonntagabend eine Frau, die die Fahrbahn überquerte, von einem Roboterwagen von Uber auf einer Testfahrt erfasst worden und starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Polizei hat das Video des Unfall-Hergangs veröffentlicht

Die Polizei von Tempe, Arizona hat nun ein Video veröffentlicht, das die Sekunden vor dem fatalen Aufprall zeigt. Aufgezeichnet wurde es durch eine Kamera des Autos.

Zu sehen ist eine dunkle Straße ohne Verkehr, bei dem die 49-jährige Elaine Herzberg, die ihr Rad schob, plötzlich aus dem Schatten in das Scheinwerferlicht des Autos tritt. Der selbstfahrende Volvo macht dabei keinerlei Anzeichen, zu bremsen.

„Das Video ist verstörend und herzzerbrechend anzusehen. Unsere Gedanken sind bei Elaines Lieben“, erklärt der Fahrdienstleister Uber in einer Stellungnahme. „Der Betrieb unserer Autos bleibt eingestellt und wir unterstützen Behörden auf lokaler, bundesstaatlicher und staatlicher Ebene, so gut wir können.“

Uber-Fahrzeug möglicherweise nicht Schuld

Nach ersten Angaben der Polizei war das Fahrzeug autonom mit rund 64 Kilometern pro Stunde unterwegs und es gibt keine Hinweise darauf, dass es abbremste. Die erlaubte Geschwindigkeit auf dem Streckenabschnitt waren gut 56 Kilometer pro Stunde (35 Meilen pro Stunde). Die 49-jährige möglicherweise obdachlose Frau ging über die Fahrbahn außerhalb eines Fußgängerübergangs und schob nach Angaben der Polizei ein Fahrrad neben sich.

„Auch im manuellen Modus wäre es wahrscheinlich zum Unfall gekommen“

Polizeichefin Sylvia Moir sagte dem „San Francisco Chronicle“, das Video einer Kamera des Uber-Wagens zeige, dass die Frau „direkt aus dem Schatten auf die Fahrbahn getreten“ sei. „Es ist klar, dass dieser Zusammenstoß in jedem Modus, ob autonom oder manuell, schwer zu verhindern gewesen wäre.“ Zugleich sei der nächste Fußgängerübergang knapp 100 Meter entfernt gewesen.

Die NHTSA nahm Kontakt mit Uber, den lokalen Behörden und auch dem Autobauer Volvo auf, dessen Fahrzeuge für Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers umgebaut werden. Die Crash-Experten der Untersuchungskommission NTSB nehmen sich ebenfalls des Falls an. Sie treten bei Flugzeugabstürzen, aber auch anderen bedeutenden Unfällen auf den Plan, aus denen möglicherweise für das gesamte Verkehrssystem relevante Erkenntnisse folgen können.

Unfall könnte zur Basis künftiger Regulierungen von staatlichen Fahrzeugen werden

Der Fall könnte als Basis für künftige gesetzliche Regulierungen staatlicher Fahrzeug dienen. Fraglich bleibt, wieso der in das Uber-Auto integrierte Lidar-Sensor die Frau nicht rechtzeitig gesehen hat. Die Technologie sollte eigentlich fähig sein, Menschen auf der Fahrbahn auch in der Dunkelheit zu erkennen.

Früherer Todesfall im Zusammenhang mit Tesla

Im Jahr 2015 war bereits ein Mensch am Steuer eines vom Computer gesteuerten Autos gestorben. Allerdings hatte damals der Fahrer eines Tesla die Kontrolle dem Fahrassistenzsystem des Elektroautos überlassen, obwohl bekannt war, dass es nicht in der Lage war, komplett die Steuerung des Wagens zu übernehmen.

Er raste unter einen Lastwagen-Anhänger, der die Straße querte. Fahrzeuge wie die umgebauten Uber-Autos sind dagegen dafür gedacht, ohne Beteiligung des Menschen zu fahren, auch wenn derzeit die Sicherheitsfahrer noch häufig eingreifen. Zugleich ließ Kalifornien jüngst grundsätzlich auch den Betrieb von Roboterwagen mit Lenkrad und Pedalen zu, die ausschließlich vom Computer oder per Funk gesteuert werden.

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