Steven Spielberg
Regisseur warnt vor den Auswirkungen der virtual Reality. Foto: imago / Cronos

Hollywood-Regisseur Steven Spielberg sieht im Drang vieler Menschen in virtuelle Welten große Suchtgefahr. „Virtual Reality ist eine Superdroge“, sagte der dreifache Oscar-Preisträger der „Welt am Sonntag“. „Zumindest wird sie es eines Tages werden.“ Der 71-Jährige hatte für seinen neuen Science-Fiction-Film „Ready Player One“ ebenso wie seine Schauspieler mit VR-Brillen gearbeitet.

Flucht aus der Realität

„Wenn wir die Brillen abnahmen und aus dem virtuellen Raum zurück in die echte Welt kamen, empfanden wir immer eine Enttäuschung, ein Gefühl von Traurigkeit“, sagte er. „Am liebsten wären wir alle in der nicht-realen Welt geblieben.“ Spielberg glaubt, dass virtuelle Welten den Drang entstehen lassen, der Realität zu entfliehen.

Distanz zur digitalen Welt

„Die Mühen des Alltags werden dann zur Belastung“, sagte er. „So nach dem Motto: ‚Oh, mein Gott, ich muss die Virtuelle Realität verlassen, um auf die Toilette zu gehen oder etwas aus dem Kühlschrank zu holen‘.“ Wenn die Realität dann als Enttäuschung wahrgenommen werde, sei das eine Gefahr.

In „Ready Player One“ flüchten sich im Jahr 2045 Millionen Menschen mit VR-Brillen in eine digitale Parallelwelt. Er selbst halte im Alltag vielfach Distanz zur digitalen Welt, sagte Spielberg der „Welt am Sonntag“. „Ich habe keinen Facebook-Account, bin nicht auf Twitter. Im Grunde verschicke ich nur Textnachrichten, das war’s.“

Spielraum durch VR

Spielberg hat bereits 2016 am Rande der Filmfestspiele in Cannes vor Virtual Reality gewarnt. Dabei bezeichnete er Virtual Reality als ein „gefährliches Medium“; gefährlich aber nicht für die Nutzer, sondern für die Filmschaffende und Produzenten.

VR sei gefährlich, weil es den Zusehern eine Menge Spielraum einräume, dort hinzusehen wo sie wollen und nicht den Blickwinkel einzunehmen, den der Regisseur für eine gewisse Szene vorgesehen habe, erklärt Spielberg.

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