Schwangere Frau im Schwimmbecken
Dieser Vater geht nun gegen Blender-Mamas in den sozialen Netzwerken vor. Foto: imago / Westend61

Erst wird die Schwangerschaft prominent auf Instagram vermarktet – bestenfalls mit schon jetzt angepriesenen Windeln, Hochstühlen und Co. – und dann, wenn das Baby da ist, geht es munter weiter: Die geschickte Insta-Mami sieht nämlich nach der Geburt schon wieder top aus und räkelt sich nach wenigen Wochen wieder im Bikini am Pool.

Blender-Mamas richten Schaden an

Genau diese Art von Selbstdarstellung kann ein junger Vater überhaupt nicht verstehen. In einem emotionalen Facebook-Post teilt er nun hart gegen die „Blender-Mamas auf Instagram aus“.

In seinem Post richtet er sich direkt an die Poser-Muttis in den sozialen Netzwerken. „Mir platzt der Kragen“, beginnt Markus Brandl seinen Wut-Brief. „Der Sommer rückt näher und näher – für euch beginnt bald die wichtigste Zeit des Jahres. Besonders dann könnt ihr eure Follower an der Nase rumführen. Doch ihr richtet noch viel mehr Schaden an“, schreibt er und hat direkt ein typisches Beispiel parat: die Fitness-Mama.

Die Fitness-Mama

Sie hat angeblich erst vor sechs Wochen ihr Baby bekommen – natürlich von einem „hageren, bärtigen Holzfäller, der sich selbst als Künstler, Musiker und Influencer beschreibt“ – und führt mit ihrer Familie „ein absolutes Traumleben“.

Die Einrichtung im Haus natürlich nicht von Ikea, sondern alles ganz individuell angefertigt. Kein Krümel auf dem Boden. Der Garten gleicht einer Wohlfühloase – samt Whirlpool. Und genau an diesem räkelt sie sich für ihr Instagram-Foto im neuesten Designer-Bikini und mit Smoothie in der Hand.

„#ProblemzonenSindNurEinGerücht“

Und als wäre das nicht schon genug, richtet sie auch noch Worte und Hashtags wie diese an ihre Follower, wie Brandl kritisiert:

„Mädelz, ich weiß, der Frühling lässt noch auf sich warten, ich musste aber die paar Sonnenstrahlen ausnutzen, um euch mein neues Schmuckstück zu zeigen. Mein neuer Lieblingsbikini von Govannie Verarschi (Name geändert). Träumchen. Passt wie angegossen. Verstehe die Frauen einfach nicht, die nach der Geburt Gewichtsprobleme haben. #ProblemzonenSindNurEinGerücht. Bewegung und gute Ernährung. Mehr braucht ihr nicht. Du bist #relax und dein Kind merkt das auch. Gib etwas zurück! Und wer sagt, er hat keine Zeit oder kein Geld, ist einfach Ausredenkönig. #LügenhabenDickeBeine. Wenn ihr Support dabei braucht und wieder attraktiv sein möchtest, schreibt mir gerne eine PN, dann verrate ich euch auch, wo ihr den süßen Bikini bekommt. #BewegDeinArsch #KeineZeitFürDepriSein“

Motivationen und Hintergedanken

Brandl kritisiert neben der nicht gekennzeichneten Werbung in solchen Posts aber vor allem die schlechten Photoshop-Skills dieser und anderer Insta-Mamis. Denn nicht selten werden solche Fotos geschönt – oftmals zu erkennen an sich biegenden und wellenden Motiven im Hintergrund.

Leider sind solche Beiträge kein Einzelfall, denn dann könne „man ja noch drüber schmunzeln“, wie Brandl schreibt. „Doch ähnliche Beiträge sind auf Instagram mittlerweile Standard. Sie haben das Netzwerk ruiniert. Für normale Nutzer ist es mittlerweile sehr schwer zu beurteilen, welche Motivation und welcher Hintergedanke hinter einem Beitrag überhaupt steckt“, kritisiert er in seinem Post weiter.

Zwar nennt Brandl keine konkreten Namen, aber vermutlich fallen jedem Instagram-Nutzer direkt ein paar Beispiele ein.

Vermittlung absurder Ideale

Das ist aber nicht Brandls Hauptvorwurf. Viel mehr kritisiert er, dass diese Blender-Mamas mit ihren Posts signalisieren, dass „Frauen nach der Geburt nicht attraktiv sind. Dass der Körper möglichst schnell wieder optimiert werden muss.“

Seine Botschaft: „Ihr irrt euch. Frauen sind nach der Geburt attraktiv. Was sie in den letzten Monaten auf sich genommen haben, was sie durchmachen mussten, wie sie die Geburt gepackt haben – das alles macht eine Frau sexy. Ich persönlich blicke zu meiner Frau auf und bewundere sie.“

Appell an alle Blender-Mamas

Dass sich diese Frauen nach der Geburt ihres Kindes direkt wieder nur auf Äußerlichkeiten konzentrieren, kann er nicht verstehen. „Schönheit definiert sich nicht über oberflächliche Ideale. Eine Mama, die sich liebevoll um ihr Kind kümmert, ist die wahre Schönheit“, schreibt er und richtet einen Appell an alle Blender-Mamas:

„Hört auf, anderen Müttern einzureden, sie müssten, um etwas wert zu sein, eine perfekte Figur haben. Löscht eure Accounts, dann habt ihr mehr Zeit für eure Kinder, und andere Mütter sind glücklicher.“

Markus Brandls Post wurde innerhalb weniger Tage bereits mehr als 21.000 Mal gelikt und fast 6000 Mal geteilt. Die Reaktionen sind größtenteils mehr als positiv. (jei)

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