Für den Philosophen Richard David Precht liegt die größte Herausforderung der Digitalisierung in einer veränderten Arbeitswelt. „Die Digitalisierung wird neue Arbeitsplätze schaffen, aber sie wird auch sehr viele alte vernichten“, sagte er am Rande der Internetkonferenz re:publica. Die Menschen, die in den alten Jobs tätig sind, würden zum größten Teil nicht in den neu entstehenden arbeiten können. „Das heißt, wir kriegen einige Millionen Arbeitslose, für die keine Jobs mehr da sind, die wir in den Arbeitsmarkt nicht mehr integrieren können. Das wird unser soziales Sicherungssystem nicht mehr aushalten.“

Bedingungsloses Grundeinkommen gefordert

Auch aus diesem Grund appelliert der Autor für ein bedingungslose Grundeinkommen. „Das ist meines Erachtens die einzige Möglichkeit, die vielen Menschen die ihre Jobs verlieren abzufedern, ihnen eine soziale Sicherheit zu geben und ihnen auch nicht das Gefühl zu geben, nichts mehr wert zu sein –was ausgesprochen wichtig ist.“ Finanzierbar sei ein solches Grundeinkommen, wenn es nicht alleine über die Erwerbsarbeit finanziert würde, sondern beispielsweise zusätzlich durch Finanztransaktionssteuern.

Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen erhalten alle Menschen Geld, ohne zur Arbeit gezwungen zu werden und ohne Nachweis einer Bedürftigkeit. Das Konzept unterscheidet sich vom „solidarischen Grundeinkommen“, das Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vorgeschlagen hat und bei dem Leistungsempfänger gemeinnützige Arbeiten verrichten sollen.

Vorteiles des Internets überwiegen Nachteile

Ob Precht, wenn er die Zeit 30 Jahre zurückdrehen könnte, lieber auf die Entwicklung des Internets verzichten würde? „Mit solchen Gedanken beschäftige ich mich nicht, denn in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück.“ Zudem würden für ihn die Vorteile des Netzes die Nachteile überwiegen.

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Die re:publica findet noch bis zum Freitag statt. Auf der Konferenz geht es um Themen wie Künstliche Intelligenz, Arbeit 4.0, Netzpolitik und Datenschutz, futurezone berichtet live von dem Event.

Disclaimer: futurezone ist Medienpartner der re:publica 18.

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