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Gefälschte Amazon-Bewertungen: So entlarvst du den Betrug

Fall nicht auf gefälschte Rezensionen rein. Amazon-Bewertungen zu prüfen, ist ein Anfang.
Fall nicht auf gefälschte Rezensionen rein. Amazon-Bewertungen zu prüfen, ist ein Anfang.
Foto: imago
Kaufst du online ein, wirst du höchstwahrscheinlich auch auf die Rezensionen vertrauen. Gerade Amazon-Bewertungen solltest du allerdings intensiv prüfen, die sind nämlich oft Fake.

Online-Rezensionen beeinflussen Kaufentscheidungen massiv. Die traurige, aber nicht überraschende Wahrheit ist jedoch, dass diese oft genug gefälscht werden. Daher solltest du unbedingt Amazon-Bewertungen prüfen, um dem Betrug nicht zum Opfer zu fallen. Es gibt immerhin Tools, die dir helfen, den Fakes auf die Schliche zu kommen.

Amazon-Bewertung prüfen: So mies wird betrogen

Das Problem und der Grund dafür, dass du Amazon-Bewertungen prüfen solltest, ist folgendes: Du vertraust Menschen, die du gar nicht kennst. So nutzen beispielsweise laut einer Bitkom-Studie von 2017 zwei Drittel (65 Prozent) der Online-Käufer Kundenbewertungen in Online-Shops als Entscheidungshilfe. Bewertungen sind ihnen der Studie zufolge noch wichtiger als der reine Preisvergleich (51 Prozent) oder das Urteil von Freunden, Familie und Kollegen (50 Prozent).

Im schlimmsten Fall hast du es dabei mit gefälschten oder gekauften Amazon-Bewertungen zu tun. Das Portal ReviewMeta hat bereits 2017 weltweit rund sieben Millionen Amazon-Produktbewertungen anhand von 15 Kriterien analysiert und dabei herausgefunden, dass jede fünfte Bewertung, also ganze zwanzig Prozent aller Rezensionen, gefälscht ist.

Positives Feedback kann erkauft werden

Doch woher kommen die vielen Fake-Bewertungen? Dass es nötig ist, nicht nur Amazon-Bewertungen zu prüfen, zeigt sich auf erschreckende Art. Denn manche Unternehmen lassen sich gute Bewertungen offenbar einiges kosten. Sie animieren ihre Kunden durch Rabatt-Gutscheine oder Gutschriften zur Abgabe von Rezensionen. Und manche Anbieter schrecken auch nicht davor zurück, gute Bewertungen zu kaufen.

„Sie wollen mehr Umsatz für Ihr Unternehmen und bessere Platzierungen auf Google & Co? Nur wir bringen Sie dahin, wo Sie schon immer sein wollten, auf den 1. Platz“, wirbt beispielsweise das Portal Bewertungs-Fabrik. Es bietet verschiedene Bewertungs-Pakete für Google, Facebook sowie diverse andere Vergleichs- und Bewertungsportale an. Fünf Google-Bewertungen inklusive Text kosten 49,90 Euro, 100 Bewertungen gibt es ab 729,90 Euro.

Das Platinum-Paket auf myfeedbackshop.de (25 Bewertungen mit Rezension) kostet 239,95 Euro. „Mehr Sterne für ihr Geschäft“, heißt es da. Verkauft werden selbstverständlich nur „erstklassige Rezensionen und Bewertungen“ von „verifizierten Produkttestern“.

So kannst du Amazon-Bewertungen prüfen

Um den Betrug am Ende zu enttarnen, kannst, du auf verschiedene Tools zurückgreifen. Das oben genannte Portal ReviewMeta bietet dir die Möglichkeit, die URL zu einem Amazon-Produkt einzugeben und ausrechnen zu lassen, wie groß der Anteil der vermutlich authentischen Rezensionen wirklich ist. Ein Negativbeispiel mit einem Ladekabeladapter für iPhones zeigt: Von 74 Bewertungen sind nur 17 als authentisch eingestuft. Das Bewertungsergebnis sinkt um 0,8 Punkte von 4,5 auf durchschnittlich 3,7 von 5 Sternen.

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch das Portal Fakespot. Hier gibst du ebenfalls die URL eines bestimmten Produktes ein, um die Amazon-Bewertungen prüfen zu lassen.

Fazit: Gefälschte Rezensionen sind leicht zu enttarnen

Fake-Rezensionen sind leider oft genug fester Bestandteil von Online-Angeboten. Insbesondere Amazon-Produkte mit schlechter Qualität werden durch gefälschte Bewertungen angepriesen. Umso wichtiger ist es, dass du Reviews nicht blind vertraust, sondern Amazon-Bewertungen prüfen solltest. Immerhin bist du Fake-Bewertungen nicht machtlos ausgeliefert, wie uns Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Verbraucher-Ratgebers Finanztip, im Interview erklärt hat.

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