Digital Life 

Achtung: Android-Nutzer schalten diese 8 gefährlichen Funktionen besser sofort aus

Gewisse Android-Einstellungen verschaffen euch vor Google etwas mehr Anonymität.
Gewisse Android-Einstellungen verschaffen euch vor Google etwas mehr Anonymität.
Foto: Leon Neal/Getty Images
Google sammelt fleißig eure Daten, damit ist die Privatsphäre irgendwie dahin. Ihr könnt euch durch ein paar gezielte Einstellungen aber etwas mehr Sicherheit verschaffen.

Ihr seid wahrscheinlich nicht überrascht, da Privatsphäre im Internet heutzutage ein Thema ist, das man aktiv im Auge behalten muss, aber es gibt Android-Einstellungen, die dringend angepasst gehören. Wenn ihr euch beispielsweise vor Datensammlern und Tracking schützen wollt, schaltet ihr die folgenden acht Standardeinstellung am besten ab.

Personalisierte Android-Einstellungen: Macht es Google schwerer

Durch die jüngste Rekordstrafe, die Google von der EU-Kommission aufgebrummt wurde, ist das Thema Android gerade wieder besonders aktuell geworden. Google zwingt Hersteller nämlich, das Android-Betriebssystem nur als Paket mit einer bestimmten Anzahl an Google-Diensten zu übernehmen. Damit kann Google über verschiedene Anlaufstellen auf eure Daten zugreifen.

Um dem aus dem Weg zu gehen, dreht ihr einfach einmal ganz gezielt an der Stellschraube eurer Android-Einstellungen.

1. Der Standortverlauf verrät, wo ihr seid

Google Maps verfügt über einen Standortverlauf, über den das Unternehmen über Jahre hinweg und minutengenau nachvollziehen kann, wo ihr euch befandet und wohin ihr gegangen seid. – eine Art integrierter Peilsender also. Wollt ihr wissen, ob das bei euch der Fall ist, schaut am besten eure Google Zeitachse an.

Android-Einstellungen zum Standortverlauf ändern:

  • Zum Abschalten der Funktion geht ihr folgendermaßen vor: Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Standortverlauf > Standortverlauf verwenden > Stellt den Regler auf "aus"
  • Zur Löschung der Daten führt dieser Weg: Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Standortverlauf > Zeitachse verwalten > Drei-Punkte-Symbol > Einstellungen > Gesamten Standortverlauf löschen

2. Haltet Apps davon ab, euch zu tracken

Wer kennt es nicht: Ihr wollt eine besonders rudimentäre App herunterladen und werdet mit einer endlosen Liste an Zugriffsanfragen konfrontiert, die mit den Funktionen der App überhaupt nichts zu tun haben. Dahinter stecken die Entwickler, denen bei der Anforderung von Zugriffsrechten keine Grenzen gesetzt werden. Selbst eine Taschenlampen-App könnte euer Adressbuch auslesen.

Im Einstellungsmenü seid ihr allerdings Herr der Lage und könnt der Datensammelwut Einhalt gebieten. Leider muss dazu jede App, die ihr installiert habt, einzeln überprüft werden.

Android-Einstellungen für Apps ändern:

  • Einstellungen > Anwendungen > Anwendungsmanager > einzelne App auswählen > Berechtigungen > Stellt den Regler auf "aus"

3. Euer Werbeprofil erlaubt personalisierte Anzeigen

Wenn ihr im Netz unterwegs seid, schneidet Google mit und erstellt daraus für jeden von euch ein persönliches Werbeprofil. Das solltet ihr unbedingt überprüfen, um zu sehen, welche Informationen Google von euch bereits hat.

Auch wenn sich die Erstellung eines solchen Profils selbst nicht abschalten lässt, könnt ihr zumindest verhindern, dass euch weiterhin auf euch zugeschnittene Anzeigen präsentiert werden.

Android-Einstellungen für personalisierte Werbung ändern:

  • Einstellungen > Google > Anzeigen > Personalisierte Werbung deaktivieren
  • Über den obigen Link könnt ihr das auch direkt machen.

4. Durch euer Google-Passwort seid ihr überall auffindbar

Es klingt gruselig, aber tatsächlich ist euer Google-Passwort alles, was es braucht, um euren Standort zu lokalisieren. Der Nutzen darin wird geschickt getarnt: Habt ihr euer Android-Smartphone verloren, könnt ihr es einfach per Passwort wiederfinden.

Sollte also jemand euer Passwort herausfinden, weiß er genau, wo ihr euch aufhaltet. Die dazugehörige Funktion "Mein Gerät finden" gehört zu den Einstellungen, die bereits von Anfang an aktiv sind.

Android-Einstellungen für "Mein Gerät finden" ändern:

  • Einstellungen > Google > Sicherheit > Mein Gerät finden > Stellt den Regler auf "aus"

5. Ungewollte Backups schaltet ihr einfach aus

Backups zu machen, klingt im ersten Moment nach einer guten Idee. Allerdings sichert ihr damit nicht nur eure Daten, ihr speichert sie gleichzeitig auch unfreiwillig auf fremden Servern.

Via Android dagegen vorzugehen, gestaltet sich etwas schwieriger, weil sich die Backup-Einstellungen nicht auf jedem Gerät an der gleichen Stelle befinden und auch nicht zwingend gleich bezeichnet werden.

Wenn ihr euch ganz unsicher seid, wohin eure Daten kopiert werden, schaltet die automatische Backup-Funktion einfach komplett aus.

Android-Einstellungen für Backups ändern:

  • Einstellungen > Sichern und zurücksetzen > Meine Daten sichern > Stellt den Regler auf "aus"

6. Google weiß, wen ihr anruft und was ihr sucht

Android führt ganz genau Buch darüber, was ihr so tut. Natürlich nur zu eurem besten, denn schließlich erhaltet ihr so passgenaue Hinweise dazu, was ihr schon einmal angesehen, gesucht oder gelesen habt. Ob euch ein solches Revival vergangener Verhaltensweisen wichtig genug ist, um getrackt zu werden, müsst ihr entscheiden. Unter "Meine Aktivitäten" könnt ihr erst einmal einen Blick riskieren, bei welchen Dingen Google überall mit dabei war.

Abstellen könnt ihr es aber auf jeden Fall, es bedarf allerdings gleich drei Einstellungsänderungen.

Android-Einstellungen für "Meine Aktivitäten" ändern:

  • Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > Web- und App-Aktivitäten > Stellt den Relger auf "aus"
  • Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > YouTube-Suchverlauf > Stellt den Relger auf "aus"
  • Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > YouTube-Wiedergabeverlauf > Stellt den Relger auf "aus"

7. Googles ganz anderes Verständnis von Geräteinformationen

Wer "Geräteinformationen" hört, denkt höchstwahrscheinlich an Informationen zum Smartphone-Modell, der Version des Betriebssystems et cetera. Wenn Google von Geräteoptionen spricht, geht es aber um euch, genauer um eure Kontakte, euren Kalender, Apps, Musik, Stand des Akkus und dergleichen.

Auch hier stecken selbstverständlich nur die besten Absichten dahinter, denn Google möchte euch dadurch genauere Ergebnisse und Vorschläge zur Verfügung stellen.

Zum Glück lässt sich auch das dauerhafte Sammeln dieser Gerätedaten abstellen.

Android-Einstellungen für Geräteinformationen ändern:

  • Um das Sammeln abzuschalten geht ihr so vor: Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > Geräteinformationen > Stellt den Regler auf "aus"
  • Um die schon gespeicherten Informationen zu löschen, folgt ihr diesen Schritten: Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > Geräteinformationen > Aktivitäten verwalten > Drei-Punkte-Symbol > Alle löschen > Löschen

8. Den Klang eurer Stimme lernt Google gleich mit

Ja, Sprachsuche ist bequem. Aber in erster Linie für Google, denn auch diese Eingaben werden akribisch auf Servern gespeichert. Habt ihr auch zugestimmt? Schaut am besten nach. In den Tiefen eurer Einstellungen lässt sich das ändern.

Android-Einstellungen für Sprach- und Audioaktivitäten ändern:

  • Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > Sprach- und Audioaktivitäten > Stellt den Regler auf "aus"

Android-Einstellungen, um die Sprach- und Audioaktivitäten zu löschen:

  • Einstellungen > Google > Google-Konto > Daten & Personalisierung > Aktivität und Zeitachse > Meine Aktivitäten > Nach Datum und Produkt filtern > Alle Produkte > Voice & Audio > Übernehmen > Drei-Punkt-Symbol > Ergebnisse löschen > Löschen

Vorsicht, auch Googles Dienste haben es auf euch abgesehen

Neben besagten Android-Einstellungen solltet ihr auch auf Funktionen von einzelnen Google-Diensten wie dem Chrome-Browser Acht geben. Hier lohnt sich ein genauer Blick, da ihr auf diesem Weg zusätzliche Informationen preis gebt, deren Weitergabe sich vielleicht nicht allein durch die Anpassung der Android-Standardeinstellungen eindämmen lässt.

Besonders die folgenden Eigenschaften von Google Chrome sind alarmierend und verdienen in Sachen Privatsphäre eine genauere Prüfung:

  • Die Anmeldung bei Chrome erlaubt Google, eure Daten zu speichern.
  • Absturzberichte sind dazu da, um eure Informationen legitim an Google schicken zu können.
  • Chrome übernimmt für euch das Denken und öffnet Webseiten inklusive Cookie-Zustimmung.
  • Dank Chrome ist Google immer bestens über eure Suchen informiert.
  • Bei Googles Browser werden Cookies gehortet.
  • Chrome erlaubt ein Sicherheitrisiko, indem euch angeboten wird, eure Passwörter zu speichern.
  • Wo du wohnst, wissen Chrome und Google bereits dank AutoFill-Funktion.
  • Dein Browserverlauf erzählt Google alles, was es braucht.

Fazit: Google weiß und sammelt quasi alles

Ändert eure Android-Einstellungen, wenn ihr Google gegenüber zumindest ein wenig anonym bleiben wollt. Es ist nicht immer ganz unkompliziert, weil der Konzern manche Einstellungen sehr gut versteckt hat – aber es geht.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos von futurezone in der Autoplay Video Playlist

Die neuesten Videos von futurezone.

Neueste Videos von futurezone in der Autoplay Video Playlist

Beschreibung anzeigen