Digital Life

Android-Einstellungen: 7 Funktionen schaltest du besser sofort aus

Foto: Leon Neal/Getty Images
Google sammelt fleißig deine Daten, damit ist die Privatsphäre irgendwie dahin. Du kannst dir durch ein paar gezielte Einstellungen aber etwas mehr Sicherheit verschaffen.

Niemand ist heute noch überrascht, dass er oder sie die eigene Privatsphäre im Internet am besten selbst in die Hand nehmen sollte. Auf Konzerne wie Google ist dabei nämlich kein Verlass, im Gegenteil. Je mehr Unternehmen von dir in Erfahrung bringen können, desto besser für sie. Am einfachsten geht das über dein Handy, denn einige der standardmäßigen Android-Einstellungen, aber auch jene bei Google sind auf Tracking ausgelegt und gehören dringend angepasst. So wie die sieben Folgenden.

Personalisiere deine Android-Einstellungen: Für Google wird es dann schwerer

Immer wieder kocht das Thema Datenschutz und Privatsphäre hoch, längst aber nicht mehr ohne Konsequenzen. Dass sich Nutzer und offizielle Stellen mehr und mehr wehren, bekommt Google zum Beispiel in Europa regelmäßig durch neue Milliardenstrafen zu spüren. Auch für Android wurde das Unternehmen bereits belangt, weil es Hersteller zwingt, das Betriebssystem nur als Paket mit einer bestimmten Anzahl an Google-Diensten zu übernehmen.

Ein Problem, dass sich aus diesen vorinstallierten Diensten für jeden Nutzer ergibt, ist Tracking. Diese erlauben beim Ausbleiben individueller Anpassungen nämlich von Anfang an das Sammeln diverser Daten. Um dem aus dem Weg zu gehen, solltest du ganz gezielt an der Stellschraube deiner Android-Einstellungen drehen.

Hinweis: Die hier angegebenen Anpassungen der Android-Einstellungen basieren auf der Version Android 11.

#1 Der Standortverlauf verrät, wo du bist

Google Maps verfügt über einen Standortverlauf, über den das Unternehmen über Jahre hinweg und minutengenau nachvollziehen kann, wo du dich aufgehalten und wohin du gegangen bist – eine Art integrierter Peilsender also. Willst du wissen, ob das bei dir der Fall ist, schaut am besten deine Google-Zeitachse an.

Android-Einstellungen zum Standortverlauf ändern:

  • Standortverlauf pausieren: Rufst du die Google-Zeitachse auf, kannst du dort über "Standortverlauf verwalten" das Verfahren direkt pausieren.
  • Alternativ: Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen: Standortverlauf > Verschiebe den Regler nach links > Scrolle nach unten > Bestätige mit "Pausieren"
  • Automatische Löschung von Standortdaten: Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen: Standortverlauf > Automatisch löschen > Wähle hier aus, welche bisher erhobenen Daten regelmäßig von allein gelöscht werden sollen
  • Vollständige, manuelle Löschung deiner Standortdaten: Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen: Standortverlauf > Aktivitäten verwalten > Mülleimer-Symbol unten rechts unten auf der Karte > Häkchen setzen bei "Ich möchte den Standortverlauf trotzdem löschen" > Bestätigen durch "Standortverlauf löschen"

#2 Halte Apps davon ab, dich zu tracken

Du willst eine besonders rudimentäre App herunterladen und wirst mit einer endlosen Liste an Zugriffsanfragen konfrontiert, die mit den Funktionen der App überhaupt nichts zu tun haben? Dahinter stecken die Entwickler, denen bei der Anforderung von Zugriffsrechten keine Grenzen gesetzt werden. Selbst eine Taschenlampen-App könnte dein Adressbuch auslesen.

Im Menü derartiger Android-Einstellungen bist du allerdings Herr der Lage und kannst der Datensammelwut Einhalt gebieten. Leider muss dazu jede App, die du installiert hast, einzeln überprüft werden.

Android-Einstellungen für Apps ändern:

  • Android-Einstellungen > Apps > einzelne App auswählen > App-Berechtigungen > Zugriff zugelassen

In den diesem Bereich lässt sich individuell festlegen, welche Zugriffe, zum Beispiel auf Kontakte, eine App haben kann und auch, ob sie dies nur während der Nutzung der App darf und ob sie jedesmal fragen muss. Im Bereich "Zugriff abgelehnt" kannst du bestimmen, was einer App nie erlaubt ist.

#3 Dein Werbeprofil erlaubt personalisierte Anzeigen

Wenn du im Netz unterwegs bist, schneidet Google mit und erstellt daraus für dich ein persönliches Werbeprofil. Das solltest du unbedingt überprüfen, um zu sehen, welche Informationen Google von euch bereits hat. Extra dafür gibt es eine Webseite, die die Frage "Was weiß Google über mich?" dahingehend genau beantwortet.

Auch wenn sich die Erstellung eines solchen Profils selbst nicht abschalten lässt, kannst du zumindest verhindern, dass dir weiterhin auf dich zugeschnittene Anzeigen präsentiert werden.

Android-Einstellungen für personalisierte Werbung ändern:

  • Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Personalisierte Werbung > Regler nach links schieben > Bestätigen mit "Deaktivieren"

#4 Durch dein Google-Passwort bist du überall auffindbar

Es klingt gruselig, aber tatsächlich ist dein Google-Passwort alles, was es braucht, um deinen Standort zu lokalisieren. Der Nutzen darin wird geschickt getarnt: Habt du dein Android-Smartphone verloren, kannst du es einfach per Passwort wiederfinden.

Sollte also jemand dein Passwort herausfinden, weiß er genau, wo du dich aufhältst. Die dazugehörige Funktion "Mein Gerät finden" gehört zu den Android-Einstellungen, die bereits von Anfang an aktiv sind.

Android-Einstellungen für "Mein Gerät finden" ändern:

  • Android-Einstellungen > Google > Sicherheit > "Mein Gerät finden" > Regler nach links schieben

#5 Schalte ungewollte Backups aus

Backups zu machen, klingt im ersten Moment nach einer guten Idee. Allerdings sicherst du damit nicht nur deine Daten, du speicherst sie gleichzeitig auch unfreiwillig auf fremden Servern.

Generell hast du in den Android-Einstellungen für Backups die Wahl zwischen einer Sicherung deiner Daten in der Samsung Cloud und im Google Drive. Wenn du dir bei der Google-Option unsicher bist, wohin deine Daten kopiert werden, schalte die automatische Backup-Funktion einfach komplett aus.

Android-Einstellungen für Backups ändern:

  • Android-Einstellungen > Konto und Sicherung > Google Drive: Sichern von Daten > Regler bei "In Google Drive sichern" nach links schieben > Bestätigen mit "Deaktivieren und löschen"

#6 Google weiß, was und wo du suchst

Android führt ganz genau Buch darüber, was du so tust, nicht nur im Web, sondern auch innerhalb genutzter Apps. Natürlich nur zu deinem Besten, denn schließlich sollen die entsprechenden Dienste weiter verbessert werden.

Ob dir ein solches Revival vergangener Verhaltensweisen wichtig genug ist, um getrackt zu werden, musst du entscheiden. Unter "Meine Aktivitäten" kannst du erst einmal einen Blick riskieren, bei welchen Dingen Google überall mit dabei war. Abstellen kannst du es aber auf jeden Fall, es bedarf allerdings gleich zwei Einstellungsänderungen.

Android-Einstellungen für "Meine Aktivitäten" ändern:

  • Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > Web- und App-Aktivitäten > Regler nach links schieben > Scrolle nach unten und bestätige mit "Pausieren"
  • Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > YouTube-Wiedergabeverlauf > Regler nach links schieben > Scrolle nach unten und bestätige mit "Pausieren"

#7 Den Klang deiner Stimme lernt Google gleich mit

Ja, Sprachsuche ist bequem. Aber in erster Linie für Google, denn auch diese Eingaben werden akribisch auf Servern gespeichert. Hast du auch zugestimmt? Schau am besten nach, denn Gespräche mit dem Google Assistant werden auch ausgewertet, wenn die Option "Audioaufnahmen einschließen" aktiviert ist. In den Tiefen deiner Einstellungen lässt sich das ändern.

Das Gute: Hast du die "Web- und App-Aktivitäten bereits pausiert, ist der zusätzliche Aufwand nicht nötig. Solltest du die Option aber weiter nutzen, geh sicher, dass die Audioaufnahmen nicht dazugezählt werden.

Android-Einstellungen Audioaufnahmen ändern:

  • Android-Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Personalisierung > Aktivitätseinstellungen > Web- und App-Aktivitäten > Häkchen bei "Audioaufnahmen einschließen" entfernen, sollte es gesetzt sein

Vorsicht, auch Googles Dienste haben es auf euch abgesehen

Neben besagten Android-Einstellungen solltest du auch auf Funktionen von einzelnen Google-Diensten wie dem Chrome-Browser Acht geben. Hier lohnt sich ein genauer Blick, da du auf diesem Weg zusätzliche Informationen preis gibst, deren Weitergabe sich vielleicht nicht allein durch die Anpassung der Android-Standardeinstellungen eindämmen lässt.

Fazit: Google weiß und sammelt quasi alles

Google ist und bleibt eine Datenkrake, daran wird sich nichts ändern. Aber: Jeder hat zumindest in gewissem Maße darauf Einfluss, welche und vor allem wie viele persönliche Informationen der Konzern absaugen kann. Dem Unternehmen ein paar Steine in den Weg zu legen, lohnt sich, wenn du deine Privatsphäre schützen willst.

Ein erster Schritt kann es deshalb sein, deine Android-Einstellungen zu ändern, um Google gegenüber deutlich anonymer zu bleiben. Ein paar Geheimnisse können einer Beziehung immerhin auch einen gewissen Kick verleihen. Es ist nicht immer ganz unkompliziert, weil der Konzern manche Einstellungen sehr gut versteckt hat – aber es geht.

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