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Windows spioniert jeden Tastendruck aus, wenn dieses Feature aktiviert ist

Unter Windows solltet ihr ein spezielles Feature deaktivieren, um Spionage zu vermeiden.
Unter Windows solltet ihr ein spezielles Feature deaktivieren, um Spionage zu vermeiden.
Foto: imago/Westend61
Mindestens seit Windows 8 werden eure Schritte beim Schreiben verschiedener Dokumente aufgezeichnet. Ihr könnt die Datei selbst einsehen, die euch ausspioniert.

Seit dem Moment, ab dem ihr die Handschrifterkennung an eurem PC aktiviert habt, liest Windows schon mit, was ihr aufzeichnet. Dafür verantwortlich ist die sogenannte WaitList.dat-Datei, die alle Texte, die an den Rechner gehen, zusammenträgt.

Windows-Datei für Textvorhersage beim Schreiben

Der Zweck der Datei klingt zunächst harmlos: Sie soll ausreichend Informationen sammeln, um künftigen Text vorhersagen zu können. Dadurch soll Windows besser erkennen, was ihr per Handschrift aufzeichnet. Auch bei vielen Smartphones funktionieren die Keyboards ähnlich.

Die gegenwärtige Kritik rührt eher daher, dass eine solche Spionage-Datei mindestens auf Windows 8, wenn nicht sogar auf Windows 7, zurückgeht, unter dem Radar läuft und darüber hinaus schlecht geschützt ist. So lässt sie sich in Sekundenschnelle kopieren, obwohl sensible Daten wie Passwörter enthalten sein können.

Datei wurde von digitalem Forensiker entdeckt

Zuerst entdeckt hat die Datei der digitale Forensiker Barnaby Skeggs, schreibt das Portal Techpost. In einem Interview mit ZDnet.com sagte der Experte: "Auf meinem PC und in vielen Testfällen beinhaltete WaitList.dat einen Textextrakt jeder Dokumenten- oder Email-Datei im System, selbst wenn die Ursprungsdatei bereits gelöscht worden war."

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Techpost zufolge könnt ihr selbst die Datei unter "C:\Users\%user%\AppData\Local\Microsoft\InputPersonalization\TextHarvester" finden. Sie lässt sich mit Microsoft Word öffnen, scheint aber auf den ersten Blick nicht viel Sinn zu ergeben. Skeggs hat deshalb ein kostenloses Programm entwickelt (zum Download-Portal), das die scheinbar wahllose Aneinanderreihung von Symbolen und JavaScript aufschlüsselt und in einem separaten Dokument isoliert.

Wer über seine Daten besorgt ist, kann die WaitList.dat-Datei löschen und die Handschrifterkennung deaktivieren. Bisher gibt es zumindest noch keine Hinweise darauf, dass die gesammelten Informationen an Microsoft übermittelt wurden, oder dass Schadsoftware auf die Ausbeutung der Daten zielt. Ein Update für eine bessere Sicherung der Datei wäre dennoch wünschenswert.

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