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Vorsicht, Rabatte: Mit diesen Tricks nimmt dir Amazon mehr Geld ab, als du denkst

Über Amazons Tricks rund um Rabatte solltest du dich am besten schon vor dem Einkauf informieren.
Über Amazons Tricks rund um Rabatte solltest du dich am besten schon vor dem Einkauf informieren.
Foto: Pexels
Gerade zum Shopping-Events wie dem Black Friday und dem Cyber Monday lockt Amazon auf den ersten Blick mit großen Preisnachlässen. Hier musst du allerdings vorsichtig sein, denn nicht immer stimmt das auch.

Dass es bei Amazon Schnäppchen ohne Ende gibt, proklamiert der Online-Konzern regelmäßig. Tatsächlich verstecken sich hinter den Rabatten aber nicht immer wirkliche Preisnachlässe. Wie du falsche von richtigen Angeboten unterscheiden kannst, zeigen wir dir hier.

Welche Amazon-Rabatte sind Fake?

Es sind so typische Kennzeichnungen wie "X Prozent auf" oder "2 zum Preis von 1", die Amazon-Kunden locken sollen. Bei der Amazon Cyber Monday Week beispielsweise triffst du auf viele solcher angeblichen Sonderangebote. Damit wird dir suggeriert, dass du richtig Geld sparen kannst. Vor allem bei beliebten Technik-Produkten wie Smartphones kommt diese Taktik häufig zum Zug.

Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht
Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht

Um dich generell vor Internet-Abzocke zu schützen, gibt es verschiedene Methoden. Es kann aber auch nicht schaden zu erkennen, wie speziell Amazon versucht, an dein Geld zu kommen.

#1: Vorsicht vor "Mega-Rabatten"

Bietet dir Amazon zum Beispiel während der Cyber Monday Week einen Prozentsatz an Rabatt an, scheint es so, als hätte das Produkt vor der Aktion deutlich mehr gekostet. In vielen Fällen wird der Nachlass aber auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVB) des Herstellers angewendet, die im Vergleich zum aktuellen Preis im freien Handel aber bereits überholt sein kann.

Wird ein Smartphone zum Beispiel für 300 Euro auf den Markt geworfen, kostet es dort nach einiger Zeit vielleicht regulär nur noch 200 Euro. Bietet dir Amazon jenes Gerät am Black Friday für 150 Euro an, wird man dich dafür sicherlich mit einem 50-prozentigen Rabatt locken. Der tatsächliche Nachlass liegt aber genaugenommen nur bei 25 Prozent.

Besonders Smartphones eignen sich dann für Phrasen wie "Mega-Rabatte" oder "Extrem-Rabatte", weil die Geräte sehr schnell an Wert verlieren. Darauf solltest du übrigens auch achten, wenn du dein Smartphone erfolgreich verkaufen willst.

#2: Von wegen geschenkte Mehrwertsteuer

Ein zweites taktisches Mittel, nicht nur bei Amazon, ist die angebliche Schenkung der Mehrwertsteuer. Wer möchte nicht gern 19 Prozent sparen? Aber auch hierbei wird getrickst. Zum einen wird womöglich wieder der Herstellerpreis als Referenz genutzt. Zum anderen wird die Mehrwertsteuer im Regelfall auf den Netto- und nicht auf den Brutto-Preis angewendet.

Das bedeutet im Detail: Stell dir vor ein Fernseher kostet 100 Euro. An der Kasse wirst du dafür 119 Euro zahlen müssen, damit der Verkäufer die Mehrwertsteuer von 19 Euro an den Staat abführen muss. Um dir diese zu "schenken", senkt er also einfach den Herstellerpreis um rund 16 Prozent auf 84 Euro und schlägt dann die Mehrwertsteuer oben drauf. Damit hat er einen Preis von rund 100 Euro und damit zumindest den Einkaufswert wieder raus. Dein Rabatt beträgt dadurch allerdings nur noch 16 Prozent statt 19 Prozent.

#3: Augen auf bei Zeit- und Mengenbegrenzungen

Gibt es von Produkt A nur 100 Stück oder kannst du das Angebot nur noch für 30 Minuten in Anspruch nehmen, wird dir eine Knappheit suggeriert, die einen dringenden Bedarf und damit Druck zum Kauf bei dir auslösen soll. Etwaige Knappheiten werden aber oft nur künstlich erzeugt, daher solltest du bei solchen Amazon-Angeboten aufpassen. Diese findest du auf der Plattform nämlich gerade rund um den Black Friday und Cyber Monday häufiger.

#4: Achtung beim Zubehör-Kauf

Gibt es ein Produkt günstiger, lohnt es sich für Amazon, gleich ein ganzes Produktpaket mit zusätzlichem Zubehör daraus zu schnüren. Dabei liegt der Endpreis natürlich über dem der eigentlich rabattierten Ware, summierts du die Einzelpreise der Produkte, ist das Gesamtpaket aber billiger. Bist du also grundsätzlich nur am Kauf des Hauptproduktes interessiert, frage dich,

  • ob du das Zubehör wirklich brauchst.
  • ob das Zubehör bei anderen Anbietern nicht billiger zu haben ist.
  • ob du bereit bist, mehr Geld für das zusätzliche Zubehör auszugeben.

Fazit: Auch Amazon will in erster Linie verkaufen

Selbst wenn CEO Jeff Bezos glaubt, dass Amazon bald pleite geht und deshalb den Kunden in den Fokus rücken will, muss der Konzern dennoch seine Waren an den Mann und die Frau bringen. Dass dazu auch Tricks angewendet werden, ist gängige Praxis. Es kann aber nicht schaden, diese zumindest zu erkennen. Auf diese Weise lässt du dich nicht gleich vom ersten blinkenden Prozentzeichen blenden.

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