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Facebooks Kampf gegen Fake News: Alles nur Show?

Setzt sich Facebook tatsächlich gegen Fake News ein, oder ist das alles nur Show?
Setzt sich Facebook tatsächlich gegen Fake News ein, oder ist das alles nur Show?
Foto: imago/ZUMA Press
Fake News stellen einen unschönen Bestandteil der von sozialen Netzwerken geprägten Welt dar. Doch wie gehen die Plattformen überhaupt dagegen vor.

Twitter, Facebook und Co. sind die Hauptanlaufstellen zur Verbreitung von Fake News. Trolle streuen diese Teils mit Quellen versehenen Falschinformationen, um andere User in die Irre zu führen und ohnehin schon hitzige Debatten noch weiter anzuheizen. Doch gehen die Netzwerke überhaupt gegen solche Praktiken vor – und falls ja, wie?

Facebook startet proaktive Faktenprüfkampagne

Nachdem Facebook anfing, von Fake News sowie den damit einhergehenden Effekten regelrecht überrannt zu werden, wurde das Netzwerk proaktiv. Der US-Konzern schloss sich mit überparteilichen, also neutralen, Organisationen zusammen, um flächendeckende Faktenprüfungen durchzuführen. Auch nutzte das Unternehmen die Erfahrung ebendieser Organisationen im Umgang mit der Verbreitung von Fehlinformationen.

Wie die Vergangenheit es uns mittlerweile bereits des Öfteren gezeigt hat, versteht Facebook sein Handwerk. Dazu gehört jedoch nicht nur die Bespaßung seiner weltweit über 2,3 Milliarden Nutzer (Stand Q3/2018), sondern ebenso das effektive Krisenmanagement, wenn der Konzern wieder mal – ob eigen- oder fremdverschuldet – negative Schlagzeilen macht. Auch im Fall der Anti-Fake-News-Kampagne scheint es sich um eine solche Situation zu handeln.

„Sie nehmen nichts ernst" – Alles nur Vorwand?

"Sie haben uns im Wesentlichen für die Krisen-PR eingesetzt", sagte Brooke Binkowski, ehemaliger Chefredakteur von Snopes, einer Website zum Überprüfen von Fakten, die seit zwei Jahren mit Facebook zusammenarbeitet gegenüber dem Guardian. „Sie nehmen nichts ernst. Sie sind mehr daran interessiert, sich gut aussehen zu lassen und den Buckel zu geben… Sie interessieren sich offensichtlich nicht dafür“.

Während Binkowski Facebook vorwirft, die Faktenprüfer dazu ermutigt zu haben, die Entschlüsselung von Informationen zu priorisieren, die seinen Werbetreibenden schaden, weist der Konzern diese Anschuldigungen entschlossen zurück. Im Rahmen eines Blogeintrags am Donnerstag.

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"Fact-Checking ist äußerst effektiv bei der Bekämpfung von Fehlinformationen: Wenn etwas von einem Faktenprüfer als 'falsch' eingestuft wird, können wir zukünftige Impressionen dieses Inhalts um durchschnittlich 80% reduzieren", heißt es darin. "Wir priorisieren alle Inhalte von Akteuren, die wiederholt 'falsche' Bewertungen für die von ihnen freigegebenen Inhalte erhalten, und wir entfernen ihre Werbe- und Monetarisierungsrechte."

Krisenmanagement wider die Opposition

"Warum sollten wir Facebook vertrauen, wenn es eben die Gerüchte verbreitet, die seine eigenen Faktenprüfer Fake News bezeichnen", theoritisiert eine anonymer Faktenprüfer im Gespräch mit dem Guardian.. "Es lohnt sich zu fragen, wie sie auf der Plattform mit Geschichten über George Soros umgehen, während bekannt ist, dass sie Menschen für den Versuch bezahlen, politische Feinde mit ihm in Verbindung zu bringen."

Dabei bezieht sich der Anonyme auf eine Hetzkampagne Sheryl Sandbergs, Facebook COO. Sie hatte einem Bericht der New York Times zufolge Beratungsunternehmen damit beauftragt, sich mit den lautesten Kritikern Facebooks auseinanderzusetzen – Soros war eines der Ziele. Gänzlich wird sich wohl nicht klären lassen, welche Intention der Konzern letztenendes verfolgt, die Berichte der Faktenprüfer geben jedoch ernsthaft zu denken.

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