In wenigen Wochen läuft die Frist ab. Dann müssen alle, die dazu verpflichtet sind, ihre Steuererklärung für 2020 eingereicht haben. Ein großes Hindernis für viele ist dabei die Zettelwirtschaft. Wer seine Steuererklärung also lieber online und zudem kostenlos erledigen möchte, kann das auch jetzt noch auf die Schnelle tun. Wichtig ist aber vor allem eines: du solltest die Frist einhalten. Ansonsten drohen Konsequenzen.

Zu viel Papier? Dann mach deine Steuererklärung 2018 online und kostenlos.
Zu viel Papier? Dann mach deine Steuererklärung 2020 online und kostenlos.
Foto: imago images/Jochen Tack

Steuererklärung 2020 online und kostenlos: Bis wann ist sie fällig?

Ganz generell gilt: Wer dazu verpflichtet ist, muss seine Steuererklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres einreichen. In diesem Jahr gibt es allerdings eine Ausnahme. Denn die Frist für die Steuererklärung 2020 endet ausnahmsweise am 1. November 2021. In einigen Bundesländern hast du sogar noch einen Tag länger Zeit, wie Finanztip.de berichtet.

Das droht die bei abgelaufener Frist

Verpflichtet dazu, deine Steuererklärung 2020 zu machen, bist du als Zugehörige:r der folgenden Gruppe. Ist dein Berufsstatus dabei, ist es dringend ratsam, die oben genannte Frist einzuhalten:

  • Selbständige
  • Freiberufler
  • Gewerbetreibende
  • Arbeitnehmer mit mehreren Jobs und Gehältern gleichzeitig

Für alle anderen gibt es ein Zeitfenster von vier Jahren, in dem die Steuererklärung 2020 online und kostenlos oder via Steuerberater eingereicht werden muss. Hältst du deine individuelle Frist nicht ein, kann es teuer werden.

  • Verspätungszuschlag von bis zu zehn Prozent

Läuft es richtig schlecht für dich, kann dir der Staat neben eventuellen Nachzahlungen noch zusätzliches Geld abverlangen, den sogenannten Verspätungszuschlag. Ob dieser wirklich fällig wird, hängt zunächst von deinem zuständigen Finanzbeamten ab. Dieser darf nach eigenem Ermessen entscheiden, ob du draufzahlen musst.

Aber: Reichst du deine Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf der eigentlichen Frist ein, ist das Finanzamt dazu verpflichtet, den Verspätungszuschlag zu verlangen, erklärt Finanztip.de weiter. Dessen Höhe ist gesetzlich geregelt und beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, aber im Minimum 25 Euro pro angefangenem Monat.

Um dies zu umgehen, sag deinem Finanzamt von allein Bescheid, dass du deine Steuererklärung 2020 verspätet einreichen wirst und erkläre am besten gleich noch, aus welchen Gründen. Das sichert dir im besten Fall die nötige Kulanz.

Steuererklärung 2020: Mit diesen Online- und kostenlosen Tools hast du alles im Griff

Um deine jährlichen Unterlagen an das Finanzamt noch schnell fertig zu machen, gibt es im Netz einige Möglichkeiten. Nicht alle davon sind gebührenfrei, wenn es um die schlussendliche Absendung geht. Es gibt aber genug Tools, die dir zumindest erlauben, deine Steuererklärung online kostenlos anzufertigen.

#1 Der Klassiker: Elster

Das wohl bekannteste Format ist das ElsterFormular. Die offizielle Software der Steuerverwaltung der Länder wird dir online kostenlos für Steuererklärungen zur Verfügung gestellt und ermöglicht nicht nur die Erstellung, sondern auch die elektronische und verschlüsselte Übermittlung deiner Daten an dein Finanzamt.

Nutzt du das ElsterFormular im folgenden Jahr erneut, kannst du bereits eingegebene Daten, die gleich bleiben, einfach übernehmen.

Einziges Manko: Du musst wissen, was du tust. Elster gibt dir im Vergleich zu anderen Steuerprogrammen nämlich nicht viele Erklärungen an die Hand. Hast du Fragen, könnte es sein, dass du mit dieser Freeware nicht zufrieden bist.

Neben der Desktop-Version bietet Elster dafür mittlerweile als Ergänzung auch die Apps „ElsterSmart“ für Android und iOS an.

#2 Lohnsteuer kompakt

Ein weiterer Webdienst, mit dem du deine Steuererklärung 2020 online kostenlos erstellen kannst, ist Lohnsteuer kompakt. Du kannst dich entweder registrieren oder das Angebot anonym in Anspruch nehmen. Damit du nicht völlig überfordert bist, startet der Dienst mit einer Erklärungsrunde, die dir die Website und deren Bedienelemente näher bringt.

Dazu kommt das praktische Feature der Live-Berechnung. Du siehst dadurch immer sofort, wie sich die eingegebenen Daten auf deine zu erwartende Steuererstattung auswirken.

Der Haken: Willst du die so erstellte Steuererklärung später auch online an dein Finanzamt übermitteln, reicht die kostenlose Version leider nicht aus. Lohnsteuer kompakt gibt insgesamt nämlich in vier Paketen. Die Option der Datenübertragung ist allerdings erst ab dem kostenpflichtigen Basispaket für 29,95 Euro (1x Steuererklärung für ein Steuerjahr deiner Wahl) verfügbar.

Für Fragen bietet Lohnsteuer kompakt übrigens einen eigenen YouTube-Kanal mit einigen Erklärvideos und Tutorials zur Bedienung an.

#3 smartsteuer

Auch mit der webbasierten Steuersoftware smartsteuer kannst du deine Steuererklärung online kostenlos machen – allerdings in beschränktem Ausmaß. Wie schon bei Lohnsteuer kompakt kostet das tatsächliche Versenden der Daten an dein Finanzamt Geld. Zumindest wird die Gebühr von 34,99 Euro je Steuerjahr laut smartsteuer erst mit Abgabe fällig.

Über den Button „Kostenlos testen“ kannst du deine Steuererklärung online immerhin anlegen. Du musst dich allerdings anmelden, um die Daten auch speichern zu können. Eine Live-Übersicht des Erstattungsbetrages findest du auch hier.

Ein weiterer Haken: Nutzt du die kostenlose Testversion, stehen dir unter Umständen nicht alle nötigen Anlagen zur Verfügung. Die vereinfachte Steuererklärung ESt1V ist beispielsweise nicht dabei.

#4 SteuerFuchs

Das Negative zuerst: SteuerFuchs verfolgt ein ähnliches Schema wie schon die zuletzt genannten Webdienste. Du kannst deine Steuererklärung zwar online kostenlos anlegen, für die tatsächliche Übermittlung deiner Daten fällt allerdings eine Gebühr an. In diesem Fall 14,95 Euro.

Klickst du auf „Steuererklärung starten“ kannst du den Service immerhin ohne Anmeldung oder Registrierung nutzen. Wie bei einem Interview wirst du dabei durch die verschiedenen Kategorien und Unterseiten geführt.

Hast du zusätzliche Fragen, gibt es auf der Homepage eine FAQ-Sparte, deren Fragen sich mit Steuern im Allgemeinen und den spezifischen Anforderungen der Website beschäftigen. Die Fragezeichen an den auszufüllenden Textfeldern liefern zusätzliche Hilfestellung.

#5 WISO steuer:Web

Auch das bekannte Desktop-Tool WISO gibt es mittlerweile als Online-Version. WISO steuer:Web kommt mit vergleichbaren Funktionen daher und bietet das Ausfüllen der Formulare auch anonym und ohne Gebühren an. Während das Zwischenspeichern der Daten eine Registrierung erfordert, sind Datenübermittlung und/oder Ausdrucken der Formulare nur gegen eine Gebühr ab 29,95 Euro möglich.

Tipp: Bis zum 18. Oktober gibt es einen Rabatt von 5 Euro.

Ein Vorteil: WISO verfügt über eine Automatisierungsfunktion mit mehreren Bereichen.

  • steuer:Abruf: Alle deine verfügbaren Daten werden durch WISO vom Finanzamt heruntergeladen und im Dokument ergänzt.
  • steuer:Banking: Wichtige Buchungen werden von deinem Girokonto übernommen.
  • steuer:Versand: Einreichung der fertig gestellten Online-Steuererklärung bei deinem Finanzamt.

Mit der umfangreichen Funktion steuer:Guide stehen dir außerdem verschiedene Optionen an Hilfestellung zur Verfügung. Darunter Verweise zum Online-Ratgeber steuer-web.de, Erklär-Videos zu komplexeren Sachverhalten sowie Fehlermarkierungen mit entsprechenden Erläuterungen.

WISO steuer:Web bietet zusätzlich eine gesonderte App für Android und iOS. Damit kannst du deine Online-Steuererklärung auch am Tablet erledigen.

Das hält übrigens die Stiftung Warentest von Webdiensten für Steuererklärungen im Netz:

Fazit: Deutlich bequemer, aber nicht immer gebührenfrei

Die genannten Tools helfen dir alle dabei, deine Steuererklärung 2020 online kostenlos und vor allem bequem zu erstellen. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch die Übermittlung der Daten an dein Finanzamt am Ende gebührenfrei erfolgt. Die meisten der Dienste machen nämlich aus dieser Option ihr Geschäftsmodell und verlangen nach dem Anlegen der Dokumente für den Transfer eine monetäre Gegenleistung.

Auf der anderen Seite bieten sie dafür unter anderem im Bereich Hilfestellung und FAQ zum Teil sehr viel. Nur bei der Nutzung des ElsterFormulars solltest du dich zumindest damit auskennen, was du tust.

Quellen: Finanztip.de, Stiftung Warentest, eigene Recherche

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