Daten sind das neue Gold“, heißt es seit Jahren. Informationen über Nutzer zu (Werbe-)Geld machen, lautet das Geschäftsmodell zahlreicher IT-Unternehmen. Aber auch staatliche Akteure wollen mitnaschen und begehren nach der Ware. Egal ob bei , , WhatsApp, auf einfachen Webseiten, am , im oder mit der Kundenkarte im , wir hinterlassen nahezu unentwegt überall Spuren und werden ständig überwacht. Und wir häufen – meist freiwillig, häufig unwissend – Unmengen an Daten an und befeuern so die Goldgräberstimmung. Wir zeigen dir einen durchschnittlichen Tag im Zeitalter der Überwachung.

Ein Tagesablauf mit Überwachung: So sieht er aus

Wie wird uns rund um die Uhr über die Schulter geschaut? Wo lauern die „Spione“? Hier ein durchschnittlicher Tagesablauf unter dem Auge von „Big Brother“.

Ein typischer Tagesablauf mit Überwachung: Der Wecker ist unser Dreh- und Angelpunkt.
Ein typischer Tagesablauf mit Überwachung: Der Wecker ist unser Dreh- und Angelpunkt.
Foto: Pexels


06:00 bis 08:00 Uhr: Vom Wecker zum Wochenplan

Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker des Handys. Beim Frühstück liest man auf dem die neuesten Nachrichten, sucht schnell etwas über und lässt sich per die Route zum anstehenden Termin planen.

Noch bevor man das Haus verlässt, hat man bereits zahlreiche Unternehmen tief in vermeintlich private Angelegenheiten blicken lassen: Der Handy-Hersteller und auch andere Apps wissen, wann man aufgestanden ist. Auf Webseiten hat man zahlreiche Spuren hinterlassen und analysiert bereits die durchgeführten Suchanfragen für seine Werbenetzwerke. Dem nicht genug: Auch aufgrund der Kalender-App ist Google über den weiteren Tages- und Wochenplan im Bilde.

08:00 bis 18:00 Uhr: Vom Navi zum Surfverhalten

Um 8:00 Uhr steigt man ins und gibt die Zieladresse ins Navi ein. Noch gibt es in Deutschland keine digitale Vignette, die per Gesetz das Fahrverhalten und die Route überwachen würde. Somit lässt sich theoretisch nicht nachvollziehen, wo man unterwegs war. Aber der Fahrzeughersteller weiß über das Navigationssystem, wann man wohin fährt und speichert Start- und Zielorte.

Die Mittagspause nutzt man dazu, sich im Internet über smarte Lautsprecher mit Sprachassistenten zu erkundigen. Die dabei abgeklapperten Online-Shops werten das Surfverhalten aus und teilen diese Daten mit Werbenetzwerken – etwa Ads und Ads. In der Folge werden einem personalisierte Angebote zu dem gesuchten Produkt angezeigt.

18:00 bis 20:00 Uhr: Offline-Daten

Um 18:00 Uhr, beim Einkauf im , zückt man seine Kundenkarte, um ein paar Euro zu sparen. Allerdings bezahlt man dabei mit persönlichen Daten: Alle gekaufte Produkte werden zielgerichtet vom Supermarktbetreiber gespeichert und ausgewertet.

Selbst beim anschließenden Streifzug durch die Einkaufsstraße hinterlässt man eine digitale Spur: Natürlich ist das Handy permanent mit dem Mobilfunknetz verbunden. Über die Funkzelle, in der das eingewählt ist, weiß auch der Mobilfunkbetreiber, wo man ist. Auf diese Weise lassen sich rein über das Mobilfunknetz – ohne Internet oder GPS – Bewegungsprofile erstellen, die Mobilfunkbetreiber analysieren und auswerten.


Sportliche Daten

Es ist Abend geworden, und bei der Laufrunde darf der Fitnesstracker oder die Sport-Smartwatch nicht fehlen. Die smarten Geräte zeichnen nicht nur das Bewegungsprofil, sondern auch Herzfrequenz und Geschwindigkeit auf. Solche freiwillig erhobenen (Gesundheits-) Daten lassen sich äußert gewinnbringend weiterverkaufen. Deshalb ist der Datenschutz von Wearables auch so unsicher. Manche Versicherer bieten auf Basis dieser Daten personalisierte Policen an.

21:00 Uhr, und es ist endlich Zeit für die Couch: in der einen Hand, Fernbedienung in der anderen. Aufgrund der bisher angesehenen Filme hat Netflix individuelle Vorschläge parat.

Weil die zielgerichtete Online-Werbung so gut funktioniert, wird man um 22:30 Uhr noch einmal an die smarten Lautsprecher erinnert. Diesmal greift man zu, bezahlt per Kreditkarte. Der Online-Händler bedankt sich und speichert noch schnell Adresse und Telefonnummer. Auch der Kreditkartenanbieter weiß nun, dass man künftig ein Gerät in der Wohnung stehen hat, das über mehrere Mikrofone verfügt, die ständig zuhören und nur darauf warten, bis sie ein Signalwort vernehmen.

Also wird es künftig heißen: „Alexa, stell mir den Wecker auf sechs Uhr.“

Wecker-Apps wissen, wie lange wir schlafen.
Wecker-Apps wissen, wie lange wir schlafen.
Foto: imago/Panthermedia


Im digitalen Zeitalter sind wir vertraut damit, rund um die Uhr überwacht zu werden. Nur ist manchen vielleicht nicht klar, wie viele Daten sie tatsächlich über sich preisgeben. Immerhin kannst du mehr tun als nur deine Laptopkamera zu überkleben, um dich vor Online-Tracking besser zu schützen.

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