Der Google-Chef ist besorgt: Öffentlich entrüstet zeigt sich Sundar Pichai über die aktuellen Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI). Seine Überlegungen münden in einer Warnung an die Menschheit. Welche das ist und worüber sich der CEO Sorgen macht, erklären wir dir.

Google: Die besten News & heißesten Tipps des umstrittenen Konzerns
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Google-Chef Pichai in Aufruhr: Das ist seine größte Angst

In einem Meinungsartikel in der Financial Times schreibt Google-Chef Sundar Pichai, vor welchen seiner Sorgen die Menschheit gewarnt werden muss. Der Artikel mit dem Titel „Warum Google denkt, wir müssen KI regulieren“ erklärt er seine Angst, dass künstliche Intelligenz immer mehr Gefahr laufe, missbraucht zu werden.

Vor allem Deepfaktes und Gesichtserkennungstechnologien hätten in einem Maße zugelegt, das dringend eine Regulierung brauche. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, was schief gehen könnte“, so Pichai.

Unter Deepfakes versteht man gefälschte Videoproduktionen, bei denen mit künstlicher Intelligenz ganz einfach Gesichter, Körper oder ganze Umgebungen ausgetauscht werden können. Mehrere Aufsehen erregende Vorfälle hatten in den vergangenen Jahren gezeigt, wie gefährlich die Technologie sein kann. Beispielsweise zog eine App per Deepfake Frauen aus und allzuleicht wurde im Deepfake-Video Obama zu Trump.

Warnung des Google-CEOs: „Einigung über Grundwerte“

Der Google-Chef spricht deshalb eine Warnung an die Menschheit aus. So zeigt er auf, dass „die Geschichte voller Beispiele dafür ist, dass die Tugenden der Technologie nicht garantiert sind“ und dass „das Internet es möglich machte, mit jedem in Verbindung zu treten und Informationen von überall her zu erhalten, aber auch, dass sich Fehlinformationen leichter verbreiten können“.

Aus dieser Warnung resultiert für den Google-CEO vor allem eines: die Notwendigkeit von Regulierungen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Diese müssten laut Pichai so international wie möglich sein. „Um dorthin zu gelangen, brauchen wir eine Einigung über die Grundwerte“, schrieb er. „Unternehmen wie das unsere können nicht einfach eine vielversprechende neue Technologie aufbauen und die Marktkräfte entscheiden lassen, wie sie eingesetzt wird.“

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union seien für ihn ein Beispiel, das zeige, wie so etwas klappen kann, trotz aller Probleme, die sie – auch für Google – mit sich gebracht habe. Potenzieller Nutzen und Schaden von technologischen Innovationen müssten in Zukunft abgewogen werden.

Google-Chef und Ethik: Passt nicht ganz zusammen

Seit demüberraschenden Abgang der beiden Google-Gründerist Pichai auch Vorstandschef von Googles Mutterkonzern Alphabet, zusätzlich zu seiner Funktion als Google-Chef. Mit seiner Warnung zum Thema künstliche Intelligenz äußert er Bedenken, die viele Menschen teilen. Allerdings handelt es sich gleichzeitig um den Chef eines Weltkonzerns, der KI zur Verbesserung der Präzision von Militärdrohnen eingesetzt hat und für die Weiterentwicklung von Gesichtserkennung auf Obdachlose abzielt. Mit dem Begriff Ethik sollte ein geübter Leser an dieser Stelle also vorsichtig sein.

Die Technologie hat nicht nur besorgniserregende Nachteile. Zum Beispiel wurde die Mona Lisa mit Samsungs Deepfake-KI faszinierend zu neuem „Leben“ erweckt. Und der Google-Chef führt neben seiner Warnung auch an, welche positiven Entwicklungen künstliche Intelligenz in diesem Ausmaße mit sich bringen kann. So habe Googles KI Brustkrebs genauer vorhersagen können als menschliche Ärzte. Könntest du Deepfake-Videos und Fake-Bilder erkennen?

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