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Tesla-Autopilot geknackt: So wehren sich Käufer gegen die Deaktivierung

Der Tesla-Autopilot kann vom Hersteller per Remote deaktiviert werden – doch kannst du ihn reaktivieren.
Der Tesla-Autopilot kann vom Hersteller per Remote deaktiviert werden – doch kannst du ihn reaktivieren.
Foto: iStock / Sjo
Nachdem ein Käufer eines Tesla Model S den Wagen gebraucht erstanden hatte, deaktivierte der Hersteller ihm auch schon den Autopiloten. Was nun?

Beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens rechnet man damit, die präsentierte Hardware ebenso wie die Software zu erwerben. Das Problem: Den Tesla-Autopilot kann der kalifornische Autobauer via Remote deaktivieren. Mit ebendiesem Problem sehen sich mittlerweile einige Käufer des Tesla Model S und anderer Autos der Marke konfrontiert. Doch gibt es eine Lösung.

Tesla Model S: Plötzlich fehlt der Autopilot

Bei einer Auktion für gebrauchte Wagen des Konzerns von Elon Musk, die sogar vom Hersteller selbst abgehalten wurde, ersteigerte ein Gebrauchtwagenhändler das Tesla Model S. Dieses verkaufte er nach einiger Zeit weiter an einen Kunden, nachdem er es unter anderem mit dem Tesla Autopiloten beworben hatte. Bei der Übergabe an den Händler funktionierte die Funktion noch, doch als der umweltbewusste Käufer seinen sparsamen Schlitten ausprobieren wollte, war sie bereits deaktiviert.

Tesla selbst rechtfertigt dies mit dem Argument, das für das Feature seitens seiner folgenden Besitzer nicht gezahlt wurde. Dementsprechend seien sie auch nicht dazu berechtigt, die Funktionen vom Tesla Autopilot zu nutzen, berichtet das Portal Jalopnik. Andere Erweiterungen des Wagens wie der Allradantrieb blieben bestehen, aber aufgrund der der Möglichkeit des Herstellers, das Tesla Model S aus der Ferne zu updaten, könnten Schlüssel-Features wie das autonome Fahren allerdings durchaus verloren gehen.

Tesla-Autopilot: Nachträgliches Aktivieren noch möglich

Das Endresultat des Dilemmas ist, dass der verärgerte Käufer, der den Wagen in dem falschen Glauben, der Tesla Autopilot würde funktionieren, gekauft hatte, sich an den Kundensupport wandte. Leider gab es auch von diesem eher schlechte als rechte Nachrichten: Die Funktion sei nicht bezahlt worden und dementsprechend auch nicht in seinem Tesla Model S verfügbar, allerdings könnte er sie ohne eine Werkstatt besuchen zu müssen nachträglich noch dazu bestellen.

Der Preis? Zwischen 8.000 und 20.000 US-Dollar.

Die Abschaltung des Tesla Autopiloten, die in diesem Fall allerdings völlig legitim sei, brachte erneut die Debatte hervor, wie sinnvoll eine ferngesteuerte Update-Funktion bei dem Tesla Model S und seinen Schwestermodellen überhaupt ist. Elon Musk wird dies wenig interessieren – genauso wie ihm bei einer Anstellung in seinem Unternehmen vollkommen egal ist, was du eigentlich kannst. Die ferngesteuerte Update-Funktion könnte für den Tesla Roadster möglicherweise mehr Sinn machen, denn einer der Wagen befindet sich bereits seit zwei Jahren im Weltall.

Tesla-Autopilot geknackt: So geht's auch ohne Werkstatt

"Tesla macht dies seit Jahren bei Bergungsfahrzeugen", verrät Phil Sadow, ein unabhängiger Tesla-Reparaturfachmann. Das bedeute jedoch längst nicht, dass Käufer eines Tesla Model S oder eines ähnlichen Fahrzeugs nicht unternehmen könnten. Vielmehr ermögliche ein mehr oder weniger einfacher Jailbreak die Wiederfreischaltung des Tesla-Autopiloten.

"Für mich ist das Entfernen einer kostenpflichtigen Funktion, unabhängig vom Zustand des Autos, Diebstahl", so Sadow. "Es ist, als ob ein Haufen Jungs in einem Lieferwagen auftaucht und Ihre aufgerüsteten 20-Zoll-Räder mitnimmt. Nur weil es sich um Software handelt, ist es nicht anders." Experten wie Sadow sind mit Tesla in ein Katz-und-Maus-Spiel verwickelt, bei dem das Unternehmen die Software aktualisieren, um zu versuchen, sie fernzuhalten.

In der Regel ist ein solcher Jailbreak um einiges günstiger als der regelkonforme Werkstattbesuch. Allerdings bringt er auch entsprechende Konsequenzen mit sich: Reaktivierst du den Tesla-Autopiloten, verfällt die Garantie für dein Auto – auch beim Tesla Model S.

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