In den vergangenen paar Jahren ist eine ganze Palette neuer Begriffe im Finanzsektor aufgetaucht. Mit unterschiedlichen Blockchains kamen die Kryptowährungen und nun auch noch andere, sogenannte Non-fungible Token (NFT). Doch was ist ein NFT konkret und wie unterscheidet es sich etwa vom Bitcoin? Wir verraten es dir.

Was ist ein NFT?

Das Interesse an nicht-umtauschbaren Token ist in der Vergangenheit deutlich gestiegen. Allein im Februar 2021 wurden 340 Millionen Dollar gehandelt, mehr als das Handelsvolumen für das gesamte Jahr 2020. Um die Frage „Was ist ein NFT?“ beantworten zu können, benötigen wir zunächst ein – zumindest oberflächliches – Verständnis des Konzepts Blockchain.

Eine Blockchain ist eine Datenstruktur, deren Informationen in Mengen (Blöcken) gruppiert sind, denen auf einer Zeitachse Metainformationen hinzugefügt werden. Diese beziehen sich jeweils auf einen anderen Block der vorherigen Kette. Auf diese Weise kann die in einem Block enthaltene Information dank kryptographischer Techniken nur durch Modifizierung aller nachfolgenden Blöcke widerlegt oder bearbeitet werden.

Jeder Datensatz in einer Blockchain wird als Token bezeichnet. In einer offenen Blockchain sind jedoch alle Token einander gleichgestellt und austauschbar. Das bedeutet, dass ein Token durch ein anderes Token der gleichen Art ersetzt werden kann und sich nichts ändert. Die Non-Fungible Token (NFT)-Technologie funktioniert jedoch anders.

Wie funktionieren NFT?

Jeder nicht fälschbare Token ist einzigartig und kann nicht manipuliert, geteilt oder unbemerkt ersetzt werden. Eine solche Einheit ist ideal, um sich die Rechte an einem einzigartigen Objekt zu sichern, sei es ein einzelnes Kunstwerk, ein Element in einem Computerspiel oder sogar eine Immobilie. Laut dem Analysedienst Nonfungible wurden seit der Gründung von NFT weit über fünf Millionen Token verkauft.

Die NFT-Technologie wurde schon 2017 auf Basis von Ethereum Smart Contracts entwickelt. Das bedeutet, das jedes NFT einzigartige Informationen enthält, die im Rahmen des jeweiligen Smart Contracts aufgezeichnet sind. Bei einem Smart Contract handelt es sich um ein Konzept im Blockchain-System, das sich auf ein Programm bezieht, das durch Auslösen einer Transaktion auf der Blockchain oder durch von außerhalb der Blockchain importierte Informationen nach vorgegebenen Regeln ausgeführt wird.

Er kann nach seinem Einsatz (Deployment) nicht mehr manipuliert werden. So kann etwa ein ERC (Ethereum Request for Comment)-721 Smart Contract dazu genutzt werden, ein NFT zu erzeugen, es einem bestimmten Eigentümer zuzuweisen und gegebenenfalls später an andere Eigentümer:innen zu übertragen.

Was kann alles ein NFT sein?

Längst handelt es sich bei der Frage „Was ist NFT?“ nicht mehr nur um reine Theorie. So finden die Token bereits in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Der Begriff NFT-Kunst bezieht sich etwa auf Kunst, die die Eigenschaften von NFT nutzt, was die Erstellung einzigartiger und einmaliger Daten ermöglicht und die Geschichte des Inhabers des digital ausgedrückten Kunstwerks – dabei kann es sich auch um Musik und andere Formen der Kunst handeln – auf einer Blockchain aufzeichnet.

Auch Blockchain-Spiele und Crypto-Games ermöglichen es Spielern, in-game erhaltene Gegenstände und Charaktere als NFT zu halten und zu verwalten. Bei Blockchain-Spielen muss analysiert werden, ob es sich bei den als NFT ausgegebenen Spielgegenständen um kryptografische Vermögenswerte handelt und sogar ob Glücksspielgesetze relevant sind, wenn ein sogenanntes „Gacha“-System zum Erwerb solcher NFT eingesetzt wird. Zu finden sind solche Spiele mitunter in Form von DApps auf Blockstack.

Angesichts der technischen Merkmale, da das Eigentum für immaterielle Objekte wie NFTs nicht anerkannt wird und das Recht auf „digitales Eigentum“ rechtlich nicht definiert ist, ist es notwendig, sorgfältig zu untersuchen, was genau beim Verkauf und Kauf von NFT-Kunst gehandelt wird. Die entsprechende Rechtslage ist derzeit noch nicht gänzlich geklärt.

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