Wer sich über ein neues Gerät in seinem Google-Account einloggt, stößt auf CAPTCHASs. Das sind jene Bildtafeln, auf denen Nutzer:innen genau die Objekte anklicken sollen, die von der Sicherheitsabfrage verlangt werden. Vielleicht hast du dich dabei selber schon gewundert, warum dich Google trotz der einfachen Sicherheitsabfrage als ein Bot einstuft. Hier liest du den Grund.

Google CAPTCHAs: Bildtest gegen Bots

CAPTCHA – das ist die Abkürzung für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“ – soll Menschen von Robotern unterscheiden. Google spricht von einer Challenge-Response-Authentifizierung und schützt durch diesen simplen Bilder-Test Nutzer:innen vor Spam und Passwortentschlüsslungen. Die Strategie: Wer die Bilder korrekt entziffert, gilt als Mensch.

So musst du zum Beispiel aus einer Ansammlung von Hafenfotos genau diejenigen anklicken, auf denen ein Boot zu sehen ist.

Wie Google erklärt, sollen durch diese CAPTCHASs alle Kontozugangspunkte verstärkt geschützt werden, die am meisten gefährdet sind. Das betrifft die Einrichtung von Drittgeräten oder Drittanwendungen (z.B. iPhone oder Outlook) oder die Änderung des Passworts eines bereits bestehenden Kontos.

Warum dich CAPTCHASs manchmal verwirren

Nicht selten passiert es aber, dass bei solchen kleinen Rätseln ein zweiter Anlauf notwendig ist. Wer alle Boote im Hafen angeklickt hat, kann das gleich nochmal machen, weil Google Nutzer:innen nicht als Menschen erkennt. Denn weil die CAPTCHAs eine ideale Lernplattform für künstliche Intelligenz sind, müssen die Bildertests nach Meinung von Expert:innen immer ausgefeilter werden.

Google arbeitet dabei gegen seine hauseigenen Erkennungsalgorithmen und so dürfen Nutzer:innen immer kleinteiligere Puzzel lösen, etwa wenn das Bild ein Boot zeigt, obwohl von diesem Boot nur eine kleine, pixelige Kante zu sehen ist.

CAPTCHAs entsprechen nicht der menschlichen Realität

Wie der Journalist Clive Thompson erklärt, liegt das Problem im Auge der Betrachter:innen. Die Perspektiven und Blickwinkel der CAPTCHAs sind nicht die von Menschen, sondern von auf Autodächern montierten Kameras.

Dadurch sehen wir die Welt durch die Augen einer KI (Künstlichen Intelligenz). Und als sei das nicht schon verrückt genug, erleben wir diese Welt dadurch in Raster und Assoziationen, die das menschliche Hirn so niemals denken würde.

Besteht die Aufgabe darin, in einem Rasterbild aus 16 Teilen die gewünschten Objekte auszuwählen, kann das Unbehagen auslösen. Nicht nur deshalb setzt Google jetzt auf neue Optionen, um die lästigen Checkboxes zu vermeiden. Auch künftig will Google nach neuen Möglichkeiten suchen, um die Verwaltung von Profilen und Geräten einfacher zu gestalten.

Quellen: Google, The Verge, Twitter/Clive Thompson

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