Digital Life

Smartphones und Tablets: Neue Hersteller-Regeln betreffen jeden Verbraucher

Durch eine neue Richtlinie der EU-Kommission sollen Smartphones und Tablets künftig deutlich energieeffizienter und langlebiger werden.
Durch eine neue Richtlinie der EU-Kommission sollen Smartphones und Tablets künftig deutlich energieeffizienter und langlebiger werden.
Foto: imago / agefotostock
Artikel von: Nils Katzur
Smartphones und Tablets sollen durch eine neue Hersteller-Richtlinie umweltschonender werden. Verbrauchern stehen große Veränderungen bevor.

Für Verbraucher:innen könnte es Fluch und Segen zugleich sein. Durch eine neue Richtlinie der EU-Kommission sollen Smartphones und Tablets umweltschonender und energieeffizienter werden. Erreicht werden soll das mit strengen Quelitätsvorgaben.

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Smartphones und Tablets sollen robuster werden

Wenn es nach der EU-Kommission geht, sollen Android- und Apple-Geräte aller Hersteller wie Samsung, Apple, Xiaomoi und anderen ein Mindestmaß an Stabilität garantieren. Das geplante Gesetz betrifft also alle Nutzer:innen.

Die Geräte sollen zum Wohle der Umwelt eine längere Supportdauer erhalten. Außerdem müssen die Unternehmen nach dem neuen Gesetz Ersatzteile wesentlich länger anbieten.

Folgendes soll für Smartphones und Tablets festgeschrieben werden:

  • Samsung, Apple, Xiaomi und Co. müssen in Zukunft mindestens fünf Jahre lang kostenfreie Sicherheitsupdates für ihre Smartphones und Tablets bereitstellen.
  • Auch die Akkus sollen dem neuen Gesetz unterliegen. Der Richtlinie nach müssen Akkus nach 500 Ladungen noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung aufbringen können.
  • Smartphones und Tablets mit fest verbauten Akkus müssen 1000 Ladezyklen durchhalten ohne einer spürbaren Abnahme der Leistung.
  • Der neuen EU-Richtlinie nach müssen Ersatzteile ab Verkaufsstart mindestens fünf Jahre lang lieferbar sein. "Professionalle Reperaturbetriebe" müssen von den Herstellern Akkus, Kamera-Module und Displays beliefert werden.
  • Für Tablets sollen sogar sechs Jahre Ersatzteile angeboten werden.
  • Die Hersteller müssen die Preise für ihre Ersatzteile und Reparaturen veröffentlichen. Außerdem müssen zu einem für Verbraucher:innen fairen Preis Anleitungen bereitgestellt werden.
  • Smartphones werden einem besonderen Härtetest unterzogen: Die Geräte müssen standardmäßig 100 Stürze aus einem Meter Höhe überstehen. Spritzwasserschutz soll zur Pflicht werden.

Smartphones und Tablets erhalten Umweltlabel

Wie das c't-Magazin (Heise) berichtet, plant die EU-Kommission außerdem ein neues Energielabel für Smartphones und Tablets. Dieses soll die Energieeffizienz der Geräte von A bis G anzeigen, wie sie zum Beispiel auf Kühlschränken abgelesen werden kann.

Der Wert wird hierbei jedoch durch einen Ausdauerwert bestimmt, der sich auf die Akkulaufzeit in Milliamperestunden berechnet.

Diese Werte bestimmen die Energieeffizienz von Smartphones und Tablets

  • Das Label soll die Akkulaufzeit in Stunden angeben. Telefonate, das Surfen im Internet und Videowiedergaben werden in den Wert mit einfließen.
  • Die Anzahl der Ladezyklen wird verpflichtend genannt, nach denen das Akku 80 Prozent seiner ursprünglichen Leistung erreicht hat.
  • Die Schutzstufe gegen Staub- und Wassereinfall
  • Die Anzahl der Stürze, die Smartphones und Tablets nach Testparametern übersehen können.
  • Ein Reparierbarkeits-Index der anzeigt, wie gut das Gerät gewartet werden kann.
So funktioniert ein Touchscreen
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Es betrifft jeden

Fakt ist, dass die neue EU-Richtlinie für Smartphones und Tablets alle Marken wie Samsung, Apple oder Xiaomi betreffen wird. Was das für Verbaucher:innen bedeutet, kann nicht eindeutig gesagt werden.

Dass die Qualität der Geräte durch ein solches Gesetz teils drastisch zunehmen sollte, wird vor allem für jene gut sein, die nicht alle ein bis zwei Jahre ein neues Smartphone oder Tablet kaufen wollen (oder können).

Genau das hat aber einen Haken: Durch die speziellen Anforderungen in puncto Akkulaufzeit und der allgemein geforderten Langlebigkeit könnten Hersteller auf die Idee kommen ihre Geräte noch teurer zu verkaufen.

Richtlinie könnte bald gelten

Wie die EU-Kommission einen eventuell Preisanstieg rechtfertig steht noch aus. Vielleicht werden die durch das Gesetz wesentlich besseren Smartphones und Tablets auch durch neue Bezahlmethoden erschwinglich bleiben.

Wann genau das Gesetz durch die Kommission bestätigt wird, ist nicht ganz klar. Bisher werden alle Mitgliedsstaaten noch um ihre Zustimmung gefragft. Das fertige Gesetz soll im zweiten Quartal 2022 stehen, aber eine Verabschiedung der Richtlinie scheint für das Jahr 2023 realistisch.

Es kann aber bereits jetzt vermutet werden, dass ein solches Gesetz sämtlicher Nutzer:innen beeinträchtigen wird. Vieles wird sich zumindest technisch verbessern, sollte der Gesetzesentwurf nicht noch bedeutend abgeändert werden. Nur bei der Preisfrage müssen Verbraucher:innen auf die Milde der Hersteller hoffen.

Quellen: GIGA, Heise online, Twitter/ heise online

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