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Tesla: Ein Werbevideo ist laut Mitarbeitern ein Fake

19 ehemalige Angestellte von Tesla verraten, dass ein Werbevideo für den Tesla nicht ganz wahr ist.

Tesla-Logo.
Der US-amerikanische Autobauer Tesla wurde im Jahr 2003 gegründet. © imago images/MiS

Im Jahr 2016 wurde das Fahrassistenzsystem von Tesla-Autos erstmals als „Autopilot 2.0“ beworben. In einem Video wird demonstriert, wie das Fahrzeug von selbst fährt, während die Person hinter dem Steuer nur die Hände auf dem Schoß behält. Ehemalige Mitarbeiter:innen von Tesla erklären jetzt aber, dass das Video größtenteils gestellt sei.

Tesla-Logo.

Tesla: Ein Werbevideo ist laut Mitarbeitern ein Fake

19 ehemalige Angestellte von Tesla verraten, dass ein Werbevideo für den Tesla nicht ganz wahr ist.

Tesla-Autos: Wunderwerk der Technik?

Bis heute kannst du dir das Video des Tesla-Autos ansehen, das anscheinend von alleine fährt. Bevor wir das Wunderwerk der Technik sehen, wird das Video eingeleitet mit folgenden Worten:

„Die Person auf dem Fahrersitz ist nur aus rechtlichen Gründen da. Er tut nichts. Das Auto fährt selbst.“

Tesla

19 ehemalige Angestellte, die anonym bleiben wollen, enthüllen der New York Times, dass das Werbevideo kein vollständiges Bild davon liefere, wie das Auto während des Drehs fuhr.

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„Die Route des Autos war im Voraus von einer Software aufgezeichnet worden, die eine dreidimensionale digitale Karte erstellte, eine Funktion, die Fahrer:innen mit der kommerziellen Version von Autopilot nicht zur Verfügung stand“, verraten zwei ehemalige Angestellte in Teslas Autopilot-Team der New York Times.

Sie verraten außerdem: „An einem Punkt während der Dreharbeiten des Videos prallte das Auto mit Autopilot gegen eine Straßenbegrenzung auf dem Tesla-Grundstück und musste repariert werden, sagten drei Personen, die an dem Video gearbeitet haben.“

Elon Musk versprach zu viel

Als Tesla-CEO Elon Musk Autopilot 2.0 im Oktober 2016 vorstellte, sagte er auf einer Pressekonferenz, dass neue Tesla-Autos Kameras, Rechenleistung und alle andere Hardware erhalten, die benötigt werden, damit es vollständig selbst fahren kann.

Laut New York Times war das Ingenieursteam von dieser Aussage überrascht. Sie waren der Meinung, dass Elon Musk etwas versprach, das bei Tesla-Autos nicht möglich war. Die Technologie des Unternehmens sollte laut der Expert:innen nicht als „autonom“ oder „selbstfahrend“ bezeichnet werden. Tesla allerdings nutzte weiterhin den Begriff „full self driving“ (zu Deutsch: „vollständiges Selbstfahren“) als Standard, um die Technologie zu beschreiben.

„Ingenieur:innen, die an der Technologie gearbeitet haben, erkennen an, dass diese Dienste noch nicht die volle Autonomie erreicht haben, die in ihrem Namen impliziert und von Herrn Musk in öffentlichen Erklärungen versprochen wurde.“

New York Times

Laut Bericht der US-Zeitung bestand Elon Musk aus marketingtechnischen Gründen auf den Begriff. Sicherheitsbedenken habe der Tesla-CEO laut der ehemaligen Angestellten förmlich vom Tisch gewischt.

Hände am Lenkrad

Heute weisen sowohl Elon Musk als auch Tesla darauf hin, dass während der Fahrt mit einem Tesla-Auto beide Hände am Lenkrad bleiben müssen. So heißt es etwa auf der Support-Seite von Tesla:

„‚Autopilot‘, ‚Verbesserte Autopilot-Funktionalität‘ und ‚Volles Potenzial für autonomes Fahren‘ sind für einen aufmerksamen Fahrer gedacht, der die Hände am Lenkrad behält und jederzeit übernehmen kann. Auch wenn diese Merkmale im Laufe der Zeit immer leistungsfähiger werden, machen die gegenwärtig verfügbaren Merkmale das Fahrzeug nicht autonom.“

Tesla

Wer also ein Tesla-Auto fährt, sollte immer die Hände am Lenkrad halten.

Quelle: Tesla, Vimeo/Tesla, New York Times

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