Während sich viele Künstlerinnen und Künstler wie Meret Becker (52) zerknirscht von der Videoaktion zu den Corona-Pandemiemaßnahmen wieder distanzieren, verteidigt „Tatort“-Star Jan Josef Liefers (56) die Künstleraktion in einem Interview mit dem WDR.

„Erst mal zu der ganzen Aktion. Sie ist, das kann man sagen, eine satirisch gemeinte, ironische und überspitzte Protestaktion“, sagt Liefers. Das Ziel sei gewesen, „die Diskussion wenigstens nochmal zu eröffnen“, sagt er mit Verweis auf eine Zeit, „wo wir nochmal aufgefordert sind, den Gürtel enger zu machen, zum Teil auch wirklich ganz vielversprechende Projekte wie in Tübingen geschlossen werden“.

Gleichgeschaltete Medien?

Auch die Berichterstattung in den Medien war in den Videoclips kritisiert worden. Dass sie als „gleichgeschaltet“ bezeichnet worden seien, will der Künstler so aber nicht stehen lassen, davon sei nicht die Rede gewesen, erklärt der gebürtige Dresdener:

„Ich habe gesagt, dass wir seit einem Jahr dabei sind, den Alarm dahin zu halten, wo er hingehört, und zwar ganz weit oben. Mein Punkt ist mit dieser Übertreibung, dass ich über die Rolle der Medien in dieser Pandemie gerne eine große Diskussion hätte.“ Außerdem fordert Liefers, „dass die Regierungsentscheidungen transparenter sind und nicht hinter verschlossenen Türen“.

„Applaus von der falschen Seite“

Zum Vorwurf, dass die an der Aktion teilnehmende Künstlerinnen und Künstler sich nicht darum gekümmert hätten, Applaus von der falschen Seite zu bekommen, sagt Jan Josef Liefers dem Moderator Martin von Mauschwitz in der „Aktuellen Stunde“: „Das hat man nicht immer in der Hand, das wissen Sie ja.“

Außerdem verwies er auf seine „Klarstellung“, die er am Freitag auf Instagram gepostet hatte. „Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück. Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der ich ferner stehe, als der AfD. Weil wir gerade dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte. Punkt.“, heißt es darin.

Auf das Klinikpersonal angesprochen, weist Liefers eine „Verhöhnung“ ebenfalls zurück: „Ich habe niemanden verhöhnt, der seine Arbeit macht. In unserem Freundeskreis sind so viele Mediziner, ich weiß, was die für eine Arbeit machen. Ich habe hohen Respekt und große Achtung vor dem, was dort geleistet wird.“ Für einen Aspekt der Künstleraktion entschuldigt er sich dann: „Das ist ein Protest, der richtet sich gegen die Regierung und in Teilen gegen die Rolle, die die Medien spielen. Ich entschuldige mich gerne dafür, wenn ich Sie zu Unrecht einbeziehe.“

Konsequenzen für den „Tatort“?

Dass mit Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur (63), Ulrike Folkerts (59) und Meret Becker bekannte „Tatort“-Kommissardarsteller bei der Aktion mitgemacht haben, löste eine weitere Diskussion aus. Soll die Teilnahme Konsequenzen für den „Tatort“ haben?

Ein Politiker forderte gar das Aus für die entsprechenden Schauspieler. Seinen Post löschte WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin (53, SPD, Ex-Minister in NRW) inzwischen wieder und erklärte die Löschung in einem nächsten Tweet: „Ok Leute, eine Stunde shitstorm ist mir persönlich genug. Geh dann mal in mich. Ich lösche die letzten Tweets, bin aber sicher, dass es möglich sein wird, eine gute und nachdenkliche Debatte über #allesdichtmachen zu führen; auch ohne Nazi-Vergleiche.“

Im Vorgängerpost hatte er laut „Bild“ die zuständigen Gremien aufgefordert, die Zusammenarbeit mit beteiligten „Tatort“-Stars wie Jan Josef Liefers und Ulrich Tukur schnellstens zu beenden. Diese hätten sich mit ihrer undifferenzierten Kritik als Repräsentanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unmöglich gemacht.

Viel kritisierte Künstleraktion #allesdichtmachen

Mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler hatten bei der Videoaktion #allesdichtmachen mitgemacht. In kurzen Clips kritisierten sie die Corona-Maßnahmen der Regierung. Auf den Applaus aus der Querdenkerszene hin, ruderten viele wieder zurück. Oliver Pocher (43) zeigte in den Stories unter anderem das Lob von Michael Wendler (43), der mit verschwörungstheoretischen Ansichten zur Covid-19-Pandemie für Aufsehen gesorgt hatte.

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