Die Filme des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar (72) sind zumeist so etwas wie die Antithese des klassischen Popcorn-Kinos. Doch was zuweilen sogar seine schrägsten Werke eint: Selbst die fragwürdige Stockholmsyndrom-Lovestory „Fessle mich!“ und der heftige Geschlechtsumwandlungs-Horror „Die Haut, in der ich wohne“ enden doch glatt mit einem Happy End. Mit seinem Drama „Parallele Mütter“ kehrt er ab dem 10. März auf der Leinwand zurück. Natürlich wieder mit einer seiner liebsten „Chicas Almodóvar“ im Gepäck, Penélope Cruz (47) – und vielleicht auch einem Happy End?

Mutterfreuden versus Existenzängste – darum geht es

„Parallele Mütter“ – oder „Madres paralelas“, wie er im Original heißt – erzählt die Geschichte der fest im Leben stehenden Janis (Cruz) und der unsicheren 17-jährigen Ana (Milena Smit, 25). Die ungleichen Frauen lernen sich auf der Entbindungsstation eines Krankenhauses kennen, beide Singles erwarten ein Kind.

Nach der Geburt der Kinder verlieren sich Ana und Janis für eine Weile aus den Augen. Als sie sich eines Tages zufällig wiedertreffen hat sich vieles in ihren jeweiligen Leben getan. Ana musste einen schrecklichen Schicksalsschlag hinnehmen und Janis zweifelt zunehmend daran, ob das Kind, das sie als Singlemama großzieht, überhaupt das ihre ist.

Die Frage nach dem davor und dem danach

In „Parallele Mütter“ befasst sich Almodóvar in doppelter Hinsicht mit der Frage nach dem Ursprung. Hauptfigur Janis sucht diesen nicht nur bei ihrem Baby, sondern auch bei sich selbst. Ihr Großvater wurde während des Spanischen Bürgerkriegs ermordet und in einem Massengrab beigesetzt. Eine aufwändige Exhumierung der Opfer soll den rastlosen Angehörigen endlich Frieden schenken.

Wieder einmal befasst sich der Regisseur also mit einem seiner Lieblingsthemen, der Frage nach der Identität. Selbes gilt bei „Parallele Mütter“ für weitere seiner typischen Leitmotive: verschwimmende Geschlechter-Grenzen, sexuelle und emanzipatorische Befreiung, starke weibliche Heldinnen – aber auch Kitsch.

Der nächste Oscar-Garant?

Eine Mischung, die sich als ausgesprochen erfolgreich herausgestellt hat. Bereits fünf Mal war er für einen Oscar nominiert, zwei konnte er gewinnen – 1999 für den „Besten fremdsprachigen Film“ namens „Alles über meine Mutter“ und 2002 für sein Original-Drehbuch zu „“Sprich mit ihr“.

Recht überraschend wurde „Parallele Mütter“, der bei den Filmfestspielen von Venedig minutenlange Standing Ovations erhielt, dieses Jahr nicht als „Bester fremdsprachiger Film“ für einen Goldjungen nominiert. Dafür darf sich Sonntagnacht am 27. März Penélope Cruz Hoffnungen machen. Sie ist als „Beste Hauptdarstellerin“ in der Vergabe. Außerdem wurde der Streifen noch für die „Beste Filmmusik“ nominiert.

(stk/spot)

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.