Längst ist die Gamescom eine der wichtigsten Ausstellungen Deutschlands. Im Vergleich dazu wirkt die E3 in Las Vegas wie ein Branchentreffen. Mit 350.000 Besuchern im Jahr 2017 hat sich die Gamescom zur größten Unterhaltungselektronik-Messe der Welt entwickelt.

Doch ihre Geschichte beginnt mit der Games Conventions nicht nur wesentlich kleiner, sonder vor allem in einer anderen Stadt.

“Endlich haben Videospiele in Deutschland eine eigene Messe”

Die erste Games Convention fand vom 29.August bis zum 1. September 2002 in den Hallen der Messe Leipzig statt. Auf 40.000 Quadratmetern konnten Spielbegeisterte die Neuerscheinungen des Jahres testen, darunter Titel wie Fifa 2003, Splinter Cell und Hitman 2. Auch neue Hardware gab es zu entdecken. Besonders die im selben Jahr veröffentlichte Xbox zog vermutlich viele Schaulustige auf die erste Spielemesse Deutschlands. Insgesamt besuchten 83.750 Personen die Stände der 166 Aussteller.

In den nächsten Jahren wurde die Games Convention immer erfolgreicher. 2006 zählte sie für sie bis dato rekordverdächtige 189.884 Besucher. Ein Jahr später expandierte die Messe Leipzig mit der Marke und veranstaltete die erste “Games Convention Asia” in Singapur.

Opfer des eigenen Erfolgs

2008 stellte die Games Convention mit 203.000 Besuchern erneut einen Rekord auf, dennoch war ein Fortbestehen der Messe in Leipzig zunächst ungewiss. Der Grund: Der Bundesverband „Interaktive Unterhaltungssoftware“, die Interessenvertretung der Entwickler und Publisher, sowie ideeller Träger der Ausstellung sah den Veranstaltungsort an seine Auslastungsgrenze gekommen und plante die Games Convention in den Hallen der Koelnmesse abzuhalten. Diese seien größer, zudem sei die Stadt verkehrstechnisch besser angebunden.

Da die Messe Leipzig sich jedoch nicht von der Marke “Games Convention” trennen wollte, brauchte es einen neue Bezeichnung: Die Gamescom war geboren. Obwohl unzählige Aussteller und Branchenvertreter dem Dachverband BIU nach Köln auf die Gamescom folgten, wollte Leipzig und das Land Sachen das Original noch nicht aufgeben und veranstaltete erneut eine Games Convention. Trotz der Neuorientierung hin zu einer Online-Messe war die Konkurrenz aus Köln zu groß, die Aussteller und damit auch die Besucher blieben aus. Die letzte Games Convention fand 2010 als reine Fachmesse statt.

Die Gamescom startet in Köln

Die erste Spiele-Messe unter dem neuen Namen Gamescom wurde von 19. August bis zum 23. August 2009 in Köln veranstaltet. Eröffnet wurde sie standesgemäß mit einem Konzert der Toten Hosen.

Bereits im ersten Jahr konnte die Kölner Neuauflage den alten Besucherrekord der Leipziger übertreffen. Insgesamt 245.000 Personen konnte das neue Konzept anlocken, darunter 17.000 Fachbesucher. 2014 erreichte auch der E-Sport die Gamescom. Sie wurde zum Veranstaltungsort verschiedener Turniere, darunter dem ESL One Cologne 2014 bei dem Gamer um 250.000 Euro Preisgeld spielten.

Nerdig war gestern

Über die Jahre wurde das Thema Gaming nicht nur massentauglich, auch das Bild der Messe in der Öffentlichkeit stark änderte sich stark. 2011 hetzte das RTL-Magazin “Explosiv” mit Sätzen wie „Computerspieler-Einheitslook: dunkle Schlabberklamotten, die manchmal etwas streng riechen“ gegen die Gamer-Gemeinde.

Sechs Jahre Später haben neben den “Nicht-Gamern” auch Politiker die Wertigkeit der Messe für sich entdeckt: Erstmals wurde sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet Überraschend ist diese Entwicklung nicht, schließlich hat sich die Gaming-Branche zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt und verzeichnet mittlerweile mehr Umsatz als die Musikbranche.

Gamescom 2018: Eine halbe Million Besucher?

Bleibt die Gamescom auch in den nächsten Jahren beliebt, könnte sie die 500.000 Besucher-Marke knacken. Ticket-Interessenten müssen deswegen auch 2018 wieder frühzeitig zugreifen, meist waren bereits nach wenigen Tagen alle Eintrittskarten ausverkauft.

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