Dass Kinofilme oft geschnitten im Fernsehen laufen ist keine Neuigkeit. Um sich eine günstigere Sendezeit mit mehr Reichweite beim Publikum zu sichern, kürzen die Fernsehsender gerne mal Blockbuster um heikle, jugendgefährdende Szenen.

Deshalb sahen etwa Zuschauer, die die Ausstrahlungen von Matthew Vaughns blutiger Actionkomödie “Kingsman: The Secret Service” (2014, FSK: ab 16J.) zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr auf Pro Sieben einschalteten, neben vielen anderen Gewaltszenen auch nicht das furiose Massaker in der Kirche, aus der sich Hauptdarsteller Colin Firth herausprügeln musste. Entsprechend abgehackt wirkte der Film für eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren.

Aber im Grunde sind alle Kinofilme im Fernsehen um einige Minuten kürzer. Und das hat nichts mit Zensur zu tun, sondern mit dieser technischen Besonderheit…

Filme im Fernsehen sind kürzer wegen dem PAL-Standard

Letztes Jahr fiel dem Fernsehkomiker Bastian Pastewka auf, dass der James Bond-Film “Skyfall” auf ZDF mit einer bedeutend kürzeren Laufzeit angekündigt war. Statt 143 Minuten sollte der Film von Regisseur Sam Mendes im Fernsehen nur noch 130 Minuten lang sein. Er verlangte auf Twitter eine Erklärung dafür, was es bei dem Film zu schneiden gab, zumal das Spionage-Abenteuer anders als “Kingsman: The Secret Service” ein FSK von 12J. hatte.

Auf den Tweet meldete sich sofort ZDF-Redakteur Frank Baloch zu Wort und stellte klar, dass es bei dem Film keine Zensur gab. Tatsächlich liegt die kürzere Laufzeit von Kinofilmen im Fernsehen daran, dass Kinofilme mit den berühmten 24 Frames pro second, also 24 Bilder pro Sekunde gedreht werden. Das deutsche Fernsehen zeigt aber seine Sendungen mit 25 Bildern pro Sekunde – aufgrund der in Europa verbreiteten PAL-Farbübertragung.

Durch diesen Unterschied, durch ein Bild pro Sekunde mehr wird der Kinofilm bei der Ausstrahlung also gewissermaßen „beschleunigt“. Die Gesamtlaufzeit verringert sich dadurch um satte vier Prozent, was bei einem abendfüllenden Spielfilm durchaus paar Minuten sein können. Und da die meisten Sender den Abspann kürzen, um die Zuschauer für das nachfolgende Programm bei der Stange zu halten, können weitere Minuten fehlen.

— Frank Baloch 🍌🍋🍍 (@balochfr) January 9, 2018

Durch diesen Unterschied, durch ein Bild pro Sekunde mehr wird der Kinofilm bei der Ausstrahlung also gewissermaßen „beschleunigt“. Die Gesamtlaufzeit verringert sich dadurch um satte vier Prozent, was bei einem abendfüllenden Spielfilm durchaus paar Minuten sein können. Und da die meisten Sender den Abspann kürzen, um die Zuschauer für das nachfolgende Programm bei der Stange zu halten, können weitere Minuten fehlen.

In den USA ist das “Problem” aufgrund des NTSC-Farbübertragungssystems noch deutlicher. Dort entsprechen knapp 30 Bilder pro Sekunde auch nicht dem Kino-Standard. Somit müssen Kinofilme auch aufwendung für die Fernsehausstrahlung umgewandelt werden, damit es zu keiner Laufzeitkürzung kommt.

Dort müssen Kinofilme aufgrund der großen Bilder-Differenz mittels eines komplizierten Verfahrens für die TV-Ausstrahlung umgewandelt werden.

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