Meinung 

futur/io-Institut: Das Ringen um die Zukunft hat begonnen

Welche Zukunft wollen wir? Das fragte sich Harald Neidhardt und gründete deshalb das futur/io-Institut.
Welche Zukunft wollen wir? Das fragte sich Harald Neidhardt und gründete deshalb das futur/io-Institut.
Foto: Pixabay
Die geistige Elite ist ein wertvolles Gut, um das bereits konkurriert wird. Innerhalb Europas soll das futur/io-Institut diesen Wettstreit austragen.

Was ist Zukunft ? Diese nur auf den ersten Blick einfach Frage hat sich Harald Neidhardt verpflichtet. Als Unternehmer, Konferenz-Veranstalter, Handlungsreisender in Sachen Zukunft. Sein Lebenslauf bereitet normalen Menschen leicht Gefühle von Unzulänglichkeit gepaart mit Kopfschmerzen dank Fachkürzel-Overkill.

Was ist also Zukunft? Wichtiger noch: Welche Zukunft wollen wir? Und wie schaffen wir eine „desirable“ Zukunft, eine Zukunft, in der es sich lohnt zu leben. Fernab von Dystopie und Weltuntergangs-Szenarien.

Die Suche nach „Moonshots“

Jetzt hat Macher Neidhardt das futur/io-Institut gegründet, ein mehr oder weniger fester Verbund von Künstlern, Forschern, Zukunftsdenkern, Wissenschaftlern, Gründern und klugen Menschen, die Forschung und Weiterbildung in „exponential technologies & desirable futures“ vorantreiben wollen.

Auftaktveranstaltung war am 14. Dezember im Telefonica Basecamp in Berlin. Ein ausgewähltes Publikum lauschte einem launigen Vortrag von Maurice Conti, Designer, Futurist, Innovator, der frisch aus dem Silicon Valley jetzt in Barcelona nach „Moonshots“ – großen Zukunftsprojekten für das Wohl der Menschheit – für ein Institut des spanischen Telekom-Riesen Telefonica sucht.

Man hat viel vor: Coaching- und Weiterbildung für große Unternehmen soll futur/io organisieren, regelmäßigen Austausch und auch das gute alte Europa im Wettstreit um die geistige Elite und den Fortschritt stärken. Schließlich ringen Silicon Valley, China und Europa um die besten Köpfe, den neuen Weg und die kulturelle wie wirtschaftliche Deutungshoheit im unbekannten Land Zukunft.

Aber vorher: Mehr Diversität

Das futur/io von hat das Zeug dazu, die Debatte und die Aufklärung voranzutreiben, noch braucht es allerdings ein deutliches Stück mehr Diversität. Es haben sich doch viele Männer mit vergleichbar klassischem Wirtschafts- oder Forschungshintergrund in Berlin versammelt. Auch Lehrkörper und Gastdozenten auf der Website von futur/io könnten einen größeren Mix vertragen.

Schon im Jahr 2018 wird futur/io erste Veranstaltungen und Fortbildungen in verschiedenen europäischen Zentren organisieren: Paris, Hamburg, Berlin und in der Toskana sind geplant.

Der Auftakt in Berlin hat jedenfalls schon viel Positives bewirkt: In kleinen Runden fanden Networking und Ideen-Findung auf hohem Niveau statt. Bleibt zu hoffen, dass wir alle die Zukunft ein Stück mehr „desirable“ machen können.

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