Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt von ihrem eigenen Ziel zurück. Sie räumte auf einem Kongress der Unionsfraktion in Berlin ein: „So wie es im Augenblick aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen.“ Zugleich erklärte sie, dass sich Deutschland dennoch angemessen auf die Elektromobilität vorbereiten müsse, weil Entwicklungen in diesem Bereich einen sehr plötzlichen Durchbruch haben können.

Im Mai 2011 schien die Kanzlerin noch sehr optimistisch. Damals hatte Sie die Zielsetzung festgelegt und ihr hinzugefügt, dass es bis 2030 sogar rund sechs Millionen E-Autos sein könnten, die in Deutschland verkehren. Tatsächlich sind es momentan weniger als 100.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb.

Infografik: Merkel rückt von Elektroauto-Ziel ab | Statista
Infografik: Merkel rückt von Elektroauto-Ziel ab | Statista
Quelle Grafik: Statista

Absatz von Elektroautos in der EU stark rückläufig

EU-weit haben es alternative Antriebe generell schwer. Während die Nachfrage nach Hybrid-Fahrzeugen steigt, wurden im letzten Quartal 2016 nur etwa 168.000 Autos mit alternativem Antrieb in der EU zugelassen – ein Plus von gerade einmal 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb traf es besonders schlimm: Die Nachfrage sank im gleichen Zeitraum um 16,5 Prozent auf 49.600 zugelassene Automobile.

Prämie für E-Autos in Deutschland erfolglos

In Deutschland hat der Flaute auch die staatliche Prämie keinen Abbruch getan. Seit Juli 2016 soll sie einen wirtschaftlichen Anreiz schaffen und das Interesse potenzieller Käufer weg vom Benziner und Diesel hin zu Elektroautos lenken. Dafür werden bis zu 4000 Euro bereitgestellt.

Die Grünen werfen der Kanzlerin indes vor, mit der Verabschiedung ihres Zieles einen klima- und industriepolitischen Bankrott erklärt zu haben. Sie hätte das Thema zur Chefsache machen müssen, um das gegenwärtige Hinterherhinken Deutschlands zu verhindern.

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