Am bekanntesten ist der japanische Elektronikkonzern Sharp hierzulande wohl für seine Fernseher. Vor allem mit LCD-Technologie hat sich Sharp in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Neben Fernsehern und den ebenfalls weit verbreiteten LCD-Taschenrechnern produziert Sharp aber auch andere elektronische Geräte, etwa Mobiltelefone und Videokameras.

Wie viele andere japanische Unternehmen, will auch Sharp die olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio dazu nutzen, neue Impulse zu setzen. Japan will wieder stärker als Hightech-Nation in Erscheinung treten, weshalb unter anderem angepeilt wird, Olympia 2020 in 8K zu übertragen. Um das zu ermöglichen werden bereits jetzt, mehr als zwei Jahre vor der Eröffnung, Rahmenbedingungen geschaffen.

Sharp als 8K-Vorreiter

Sharp trat in den letzten Monaten als Vorreiter der 8K-Technologie in Erscheinung. Zunächst wurde im Herbst 2016 der weltweit erste 8K-Receiver vorgestellt, dann vor einigen Monaten mit dem Aquos 8K der erste Fernseher mit 8K-Auflösung präsentiert. Noch bevor dieser TV der nächsten Generation Anfang 2018 in Europa erhältlich sein wird, erscheint im Dezember nun noch eine 8K-fähige Videokamera von Sharp.

Der Camcorder 8C-B60A des japanischen Herstellers hat es in sich. Er ist mit einem CMOS-Bildsensor ausgestattet (das entspricht etwa Super 35mm), der in 10-bit-Recording bei 4:2:2 Farbunterabtastung bis zu 60 Bilder pro Sekunde mit rund 33 Megapixel aufnehmen kann. Das entspricht einer Auflösung von 7.680 x 4.320 oder 4.320p – und somit vier Mal so viel, wie bei 4K und 16-mal so viel wie der derzeitige Standard 2K/FullHD. Wer mit diesen technischen Spezifikationen allein nicht viel anfangen kann, kurz zusammengefasst: Die Hardware erlaubt Aufnahmen in extrem hoher Auflösung mit großer Farbtiefe und einer überdurchschnittlichen Aufnahmegeschwindigkeit.

Für Profis

Mit der 8C-B60A schielt Sharp in erster Linie auf die Medienbranche als Absatzmarkt. Rundfunkanstalten und Filmproduktionsfirmen werden sich den Preis von umgerechnet rund 66.000 Euro (und da kommen noch Steuern und die Kosten für Zusatzequipment hinzu) wohl auch eher leisten, als der Endverbraucher. Es ist durchaus vorstellbar das Produktionsteams mit Sharps neuem Camcorder in zweieinhalb Jahren bei den olympischen Spielen drehen und uns Fernsehbilder des großen Sportspektakels ins Wohnzimmer liefern (die 8C-B60A erlaubt auch Live-Übertragungen), wo dann im besten Fall schon ein passender 8K-Fernseher und Receiver stehen.

Es bleibt aber anzuzweifeln, dass die Technologie bis dahin schon massentauglich ist – trotz Sharps 8K-Offensive. Dafür müsste nämlich die gesamte technische Infrastruktur an den ungeheuren Datenhunger des neuen Formats angepasst werden.

Die Berechnung digitaler Videos benötigt irrsinnige Mengen an Computerleistung und Speicherplatz. Filmt man in höchster Auflösung und Framerate, so reichen die zwei Terrabyte der mitgelieferten Speicherkarte der 8C-B60A trotz speziell entwickelter Komprimierungssoftware nur für rund 40 Minuten Videomaterial. Zum Vergleich: Mit einer modernen 4K-Videokamera müsste man mehrere Stunden filmen, um eine Speicherkarte dieser Kapazität vollzubekommen. Diese Datenmengen müssten dann auch einmal erst verarbeitet und übertragen werden. Zu Olympia 2020 in 8K ist es also noch ein langer Weg.

Technische Details der 8C-B60A

  • CMOS-Bildsensor mit rund 33 Millionen Pixel
  • Aufnahmegeschwindigkeit: bis zu 60 Bilder pro Sekunde
  • 10-bit Recording
  • 4:2:2 Farbunterabtastung
  • 2 Terrabyte SSD • Größe: 155 x 188 x 312 mm
  • Gewicht: 5 kg ohne Optik • Preis: umgerechnet rund 66.000 Euro (ohne Steuern)
  • Eine umfassende Auflistung der technischen Komponenten findet sich hier.

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