Der HomePod von Apple.
Apple wies das "Ring-Gate" lediglich von sich. Dabei ist das nicht das einzige Problem des HomePod. Foto: Getty Images / AFP / Josh Edelson

Apple hat sich Zeit gelassen in Sachen Smart-Speaker zur Konkurrenz aufzuschließen. Google veröffentlichte bereits vor eineinhalb Jahren den Google Home und Amazon brachte bereits vor ganzen drei Jahren seinen Amazon Echo auf den Markt. In den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien kann man seit dem 9. Februar Apples HomePod nun endlich für 349 US-Dollar erwerben. Der Start für Deutschland ist für das Frühjahr 2018 angesetzt, ohne genauere Angaben.

Apples HomePod hat guten Sound, aber auch viele Probleme

Da Apple die Veröffentlichung des HomePod jedoch bereits diverse Male verschoben hatte, sollten Apple-Fans sich noch nicht zu früh freuen. Für den stolzen Preis, der gute 200 US-Dollar über den Preisen der Konkurrenz liegt, soll der HomePod dafür den besten Sound der Echo-Devices bieten, da er mit einem A8-Chip ausgestattetist, und mit einem schlichten und eleganten Design in typischer Apple-Manier aufwarten. Die künstliche Intelligenz, die integriert ist und als Assistent dient, ist in Apples Fall natürlich Siri.

Soweit klingt alles erst einmal in Ordnung. Apple hatte sich auch in der Vergangenheit häufig Zeit gelassen, um Produkte auf den Markt zu bringen, die die Konkurrenz längst veröffentlicht hatte. Meistens konnte das Unternehmen dann aber dennoch mit der Qualität der Produkte überzeugen. Vielleicht sind die späten Veröffentlichungen Apples auch hauseigene Taktik, um eine Sonderstellung auf dem Markt zu erreichen, frei nach dem Motto: Das Beste kommt zum Schluss.

Apple-„Ring-Gate“ ärgert Kunden

Im Falle des HomePod ist nun aber ein Fehler passiert, der für viele Nutzer wirklich überflüssig und nervig ist. Wie diverse Besitzer des nagelneuen HomePod berichten, hinterlässt dieser auf Holzoberflächen weiße Ringe, ähnlich denen eines nassen Glases. Apple reagierte auf seiner Support-Seite bereits auf den Makel, spielte das Problem aber herunter. Dort heißt es: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Lautsprecher mit schwingungsdämpfendem Silikonsockel auf einigen Holzoberflächen leichte Spuren hinterlassen.“

Weiter wird erklärt, wie die Ringe auf dem Holz entstehen. Ursache sind Öle, die zwischen der Silikonschicht unten am HomePod und dem Holz entstehen und diffundieren. Angeblich, so Apple, würden diese häufig von selbst verschwinden. Falls nicht, solle man die Oberfläche mit entsprechenden Produkten reinigen oder aber: „Wenn Sie darüber besorgt sind, empfehlen wir Ihnen, Ihren HomePod auf einer anderen Oberfläche zu platzieren.“

— The Ambient (@theambient) February 15, 2018

Weiter wird erklärt, wie die Ringe auf dem Holz entstehen. Ursache sind Öle, die zwischen der Silikonschicht unten am HomePod und dem Holz entstehen und diffundieren. Angeblich, so Apple, würden diese häufig von selbst verschwinden. Falls nicht, solle man die Oberfläche mit entsprechenden Produkten reinigen oder aber: „Wenn Sie darüber besorgt sind, empfehlen wir Ihnen, Ihren HomePod auf einer anderen Oberfläche zu platzieren.“

Freche Taktik von Apple?

Besonders dieser letzte Satz ist wenig kundenfreundlich. Wer sich für teures Geld ein technisches Gerät kauft, kann zumindest erwarten, dass es die eigenen Möbel nicht zerstört und dass er nicht herumprobieren muss, welche Oberflächen davon nicht betroffen sind, kritisieren die Betroffenen. Zudem hat Apple sich bei der Entwicklung des HomePod sechs Jahre lang Zeit gelassen. Dass dieser Produktfehler in all den Jahren niemandem aufgefallen ist, kommt schwach daher.

Auf Twitter sorgt das sogenannte „Ring-Gate“ aber auch für ironische Reaktionen, wie auch Form und Design des HomePod bereits Opfer von Spott wurden. Unter anderem wird spekuliert, ob das Ring-Gate eine geplante Aktion Apples ist, um mit etwas Abstand ein Zusatzprodukt zum HomePod verkaufen zu können: den iCoaster alias HomePod-Untersetzer.

HomePod ist wählerisch

Allerdings hat der HomePod nicht nur das Problem, dass er „suppt“. Loup-Ventures, ein amerikanisches Marktforschungsunternehmen, hat die verschiedenen Sprachassistenten gestestet. Siri, Alexa und Co. wurden dafür 782 Fragen gestellt. Während Alexa ganze 64 Prozent korrekt beantwortete und Googles Assistent sogar 81 Prozent, schaffte es Siri lediglich, 52,3 Prozent richtig zu beantworten.

— Fruity Droid (@FruityDroid) June 6, 2017

HomePod ist wählerisch

Allerdings hat der HomePod nicht nur das Problem, dass er „suppt“. Loup-Ventures, ein amerikanisches Marktforschungsunternehmen, hat die verschiedenen Sprachassistenten gestestet. Siri, Alexa und Co. wurden dafür 782 Fragen gestellt. Während Alexa ganze 64 Prozent korrekt beantwortete und Googles Assistent sogar 81 Prozent, schaffte es Siri lediglich, 52,3 Prozent richtig zu beantworten.

Schuld ist daran unter anderem, dass Apple einige Funktionen nicht aktiviert hat, wie etwa die Unterstützung von Anfragen zu Terminen, E-Mails oder zu Telefonaten. Fragen dazu kann Siri daher nicht beantworten. Durch Updates soll dieses Manko hoffentlich behoben werden.

HomePod: Keine Koppelung mit etwa Spotify

Wie bei allen Apple-Produkten ist der HomePod extrem intolerant, was nicht-Apple-Systeme angeht. Möchte ein Spotify-Nutzer über den HomePod seine Playlist anhören, geht das nur auf umständliche Weise. Über das AirPlay kann die Liste gestreamt werden. Alle Funktionen eines Smart-Speakers fallen dann jedoch weg. Fragen zur gehörten Musik oder zu Vorschlägen wird Siri nicht beantworten können.

Android-Nutzer haben ein noch größeres Problem – der HomePod funktioniert nicht mit einem Android-System. Musik kann außerdem nur über die Apple Music-App abgespielt werden. Eine Koppelung mit anderen Geräten via Bluetooth fällt ebenfalls aus. Bei letzterem Problem bleibt zumindest die Hoffnung, dass Apple es beheben wird.

Und zu guter Letzt: Laut der Plattform iFixit lässt sich der HomePod nur sehr schwer reparieren. Lediglich einen von zehn Punkten gibt die Website dem Speaker.

Deutscher Start: gut, dass HomePod spät kommt?

Alles in allem ist es mitunter ein Gutes, dass der HomePod in Deutschland erst später auf den Markt kommt. Ob ein guter Sound und ein schickes Design alleine ausreichen, um auf dem deutschen Markt zu bestehen, und ob Apple bis zum deutschen Start ein paar der Probleme behoben haben wird, wird sich bald zeigen – vielleicht.

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