Wer braucht Menschen in Zeiten von Robotern und künstlicher Intelligenz? Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, auch in Bezug auf unser Sexualleben. Sogenannte Real Dolls, täuschend menschlich aussehende Sexpuppen, können bereits einiges: zum Beispiel mit VR-Technologie Sex mit realen Personen simulieren. Noch sind sie nicht gerade günstig zu haben, aber dafür scheinen sie durchaus beziehungstauglich zu sein, wie etwa ein Benutzer im Interview mit futurezone verriet.

Bisher mussten die künstlichen Partner allerdings noch weitgehend ohne künstliche Intelligenz auskommen. Die erste KI-Sexpuppe feierte 2017 ihr Debüt. Samantha, so ihr Name, sorgte allerdings vor allem deshalb für Aufsehen, weil sie nach einer Ausstellung lädiert zurückkehrte. Über wilde Orgien und mutwillige Zerstörung wurde spekuliert, keines der Gerüchte entsprach jedoch der Wahrheit. Die vollbusige Blondine kann sich per Sprachsteuerung in verschiedene Modi, darunter „sexy“ und „familiär“ versetzen lassen. Sie soll lernfähig sein und auf die Vorlieben des Besitzers eingehen können.

Was man von „ihm“ erwarten kann

Nun bekommt Samantha Konkurrenz, allerdings von einem männlichen Part. Im März wurde eine Demo-Version einer männlichen Sexpuppe vorgestellt. Im Gegensatz zu Samantha kann er – der noch keinen Namen hat – individuell an die Bedürfnisse seines Benutzers beziehungsweise seiner Benutzerin angepasst werden und er hat einen bionischen Penis. Die Bionik ist noch eine recht junge Wissenschaft, die sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik beschäftigt. Es geht also um die immer wiederkehrende Frage: Wie menschlich sollen Roboter in der Zukunft sein?

Darüber hinaus kann nicht nur der Gesichtsausdruck des Mannes aus Gummi per App gesteuert werden, sondern auch seine Stimmung und Persönlichkeit. Also entweder Gute-Laune-Terror oder permanentes Nörgeln im ruhigen Zuhause? Wir werden es wohl erst erfahren, wenn er auf den Markt kommt. Das soll noch in diesem Jahr geschehen, ein konkreter Verkaufstermin ist allerdings noch nicht bekannt. 10.000 Euro soll die günstigste Variante kosten. Schaut euch in diesem Video vom Magazin stern die männliche Sexpuppe näher an:

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Sexuelle Zukunft mit Robotern

Dass die Liebe nach und Lust auf die Sexpuppen über den Gebrauch im Privathaushalt längst hinausgeht, zeigt sich derweil auch schon in Europa. In Barcelona etwa hat bereits ein Sex-Roboter-Bordell eröffnet. Für 127 US-Dollar pro Stunde lässt sich dort ein romantisches Rendezvouz mit dem Spielzeug arrangieren. In London werden Pläne für ein Café mit „erotischen Cyborgs“ ausgearbeitet. Und in den USA können Sex-Roboter, die wie Menschen aussehen, für Partys gemietet werden.

Für Menschen, die sich mit „echten“ intimen Beziehungen schwertun, können Sexpuppen und -roboter eine wichtige Hilfe sein, fand auch eine Studie zur „Sexuellen Zukunft mit Robotern“ von 2017 heraus. Die Forscher weisen allerdings auch darauf hin, welche Gefahren in der Technologie bestehen. Davon ist das Geschäft mit Kinder-Sexpuppen nur eine. Der Hersteller behauptet allerdings, Kinder würden so vor sexuellem Missbrauch geschützt. Wir stehen also erst am Anfang des Produkts, noch ist vieles ungeklärt.

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