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Elektroautos können soziale Probleme verursachen

Wie grün sind Elektroautos wirklich?
Wie grün sind Elektroautos wirklich?
Foto: dpa
Ein Elektroauto ist für viele Menschen ein Statussymbol. Kann man sich überhaupt mit reinem Gewissen ein elektrisch betriebenes Fahrzeug zulegen?

Elektroautos sollen langfristig Benzin- und Dieselmotoren ablösen. Sie pusten keine Abgase in die Luft und könnten so unsere Innenstädte sauberer halten. Doch wie steht es um die Ökobilanz der Fahrzeuge? Sind elektrische Fahrzeuge wirklich umweltfreundlicher als Autos mit einem Verbrennungsmotor? Und wie hoch ist der Preis für die Herstellung der Elektroautos? Dieser Frage gingen Wissenschaftler des ZDFs in der Sendung planet.e nach.

Video: Doku über den wahren Preis von Elektroauto

Umweltbilanz der Elektroauto-Akkus

Elektroautos werden immer beliebter. Die Preise für die elektrisch betriebenen Autos dürften bald weiter fallen. Auch die Akku-Technologien entwickeln sich ständig weiter, so dass sich die Ladezeiten künftig weiter verkürzen werden. Doch welche Materialien werden zur Akku-Herstellung benötigt und wie sieht deren Umweltbilanz aus?

Lithium ist das weiße Gold des 21. Jahrhunderts. Ohne das Material lassen sich keine Batterien und Akkus herstellen. Auf dem bisherigen Stand der Technik gelten Lithium-Ionen als das Optimum für die Akku-Technologie der Elektromobilität. Das Leichtmetall wird bisher allerdings weltweit fast nicht gefördert. Deshalb stellt sich die Frage: Wie kann die Nachfrage ausreichend abgedeckt werden?

Zurzeit setzen Hersteller vor allem auf die Gewinnung von Lithium aus Salzseen in Südamerika. Der Abbau des Rohstoffs hilft der Autoindustrie, hat andererseits aber dramatische Folgen für die dortigen Lebensräume. Der Abbau bedroht unter anderem das Aussterben der Andenflamingos, die auf die Salzseen angewiesen sind. Außerdem wird durch den Lithium-Abbau überproportional viel Wasser verbraucht. Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel, was wiederum die Bewirtschaftung der Felder an den Ufern der Seen erschwert.

Neben Lithium wird der Rohstoff Kobalt für die Akkus der Elektroautos benötigt. Dieser wird hauptsächlich aus der politisch instabilen Republik Kongo gewonnen. Aufgrund der Rohstoffbeschaffung in den Minen ist Kinderarbeit dort alltäglich. Ökologisch ist gegen diese Form der Ressourcengewinnung nichts einzuwenden, allerdings ist sie mit sozialen Problemen verbunden.

Elektroautos können soziale Probleme verursachen

Ein Elektroauto ist für viele Menschen ein Statussymbol. Kann man sich überhaupt mit reinem Gewissen ein elektrisch betriebenes Fahrzeug zulegen?
Elektroautos können soziale Probleme verursachen

Fazit: Gute Ökobilanz, aber hohe soziale Kosten

Kritiker argumentierten zudem, dass Elektroautos gar nicht so umweltfreundlich sind, wenn der Strom aus Kohlekraftwerken kommt. Eine Studie aus Belgien zeigt jedoch das Gegenteil: Selbst Strom aus Kohlekraftwerken für E-Autos ist über den gesamten Lebenszyklus immer noch umweltfreundlicher als der von Diesel-Fahrzeugen.

Elektroautos haben vielleicht keine so schlechte Ökobilanz, wie Diesel oder Benziner. Allerdings ist der Preis bei der Herstellung mit hohen sozialen Nebenkosten verbunden. Wer sich trotzdem überlegt ein Elektroauto anzuschaffen, für den haben wir hier ein paar Tipps zur Kaufentscheidung erstellt.

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