Die Wahrnehmung eines jeden Individuums ist unterschiedlich, dennoch beruht sie stets auf unseren Sinnen. Doch wie viele Sinne hat der Mensch und welche sind das genau?

Wie viele Sinne gibt es? Die sieben Arten der Wahrnehmung

Insgesamt hat der Mensch tatsächlich sieben Sinne, die unser Leben maßgeblich beeinflussen. Fällt einer dieser Sinne weg, können bei den betroffenen Personen größere Probleme auftreten. Die Annahme, dass die anderen Sinne jedoch besser werden, wenn ein Sinn ausfällt, ist jedoch falsch. Eine Person mit nur sechs intakten Sinnesorganen lernt lediglich, sich stärker auf ihre vorhandenen Wahrnehmungen zu konzentrieren.

Sinne des Menschen, die jeder kennt

Bei dem Gedanken an die Sinnesorgane fällt vielen zuerst der Sehsinn, der Hörsinn, der Geruchssinn und der Geschmackssinn ein, weil wir damit besonders schöne oder schlechte Momente assoziieren. Essen, Musik, Gerüche und Bilder sind fester Bestandteil unseres Alltages und kaum wegzudenken. Doch auch sie sind durchaus komplex und haben ihre eigenen Fachbegriffe.

Visuelle Wahrnehmung: Der Sehsinn

Wie gut oder schlecht unser Sehvermögen ist, bestimmt unsere visuelle Wahrnehmung. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang seltene Störungen, die diesen Sinn beeinträchtigen. So gibt es neben Blindheit auch Alexie, die dazu führt, dass jemand zwar alles sehen kann, jedoch keine Buchstaben erkennen kann. Eine besonders schwere Beeinträchtigung des Sehsinns ist auch die Agnosie, die sogenannte Seelenblindheit, bei der die betroffene Person keine Gegenstände erkennen können, obwohl die Augen intakt sind.

Olfaktorische und gustatorische Wahrnehmung: Der Geruchssinn und der Geschmackssinn

Ein Sinnesorgan, auf das viele am ehesten verzichten könnten, ist der Geruchssinn. Allerdings ist dieser eng verbunden mit dem Geschmackssinn, der für die gustatorische Wahrnehmung verantwortlich ist.

Auditive Wahrnehmung: Der Hörsinn

Ein intaktes Gehör kann bis zu zwanzig Signale in einer Sekunde wahrnehmen. Durch den Hörsinn kann der Mensch Gesprochenes verstehen, Musik hören und Gefahren wie Schüsse oder Donner erkennen.

Wie viele Sinne hat der Mensch noch? Unterschätzte Sinnesorgane im Überblick

Neben den allgemein bekannten Sinnesorganen, die die meisten Menschen aufzählen können, gibt es auch noch weitere Sinne, die für unsere Existenz elementar wichtig sind. Dazu zählen der Tastsinn, der Gleichgewichtssinn und der Tiefensinn.

Taktile Wahrnehmung: Der Tastsinn

Ein Sinnesorgan, dass gerne einmal vergessen wird, ist unsere Haut. Durch sie und die vielen Nerven in ihr spürt der Mensch Berührungen, Schmerz und Temperaturen. All diese Faktoren sind lebensnotwendig und beeinflussen stets unser Wohlbefinden.

Vestibuläre Wahrnehmung: Der Gleichgewichtssinn

Ein Sinnesorgan des Menschen ist gleich für zwei Sinne gleichzeitig verantwortlich. Die Ohren dienen nicht nur zum Hören, sondern auch zum Gleichgewicht. Der Gleichgewichtssinn wird auch Vestibulärapparat genannt und liegt zum Großteil in den Vorhofsäckchen des Innenohrs. Durch ihn kann der Mensch koordinierte Bewegungen ausführen und verfügt über ein Orientierungsbewusstsein.

Kinästhetische Wahrnehmung: Der Tiefensinn

Bei der Frage „Wie viele Sinne hat der Mensch?“ antworten viele mit „sechs“. Das ist jedoch falsch, da der Tiefensinn recht unbekannt ist. Das macht ihn jedoch nicht weniger wichtig, denn auch ohne ihn hätten wir einige Probleme.

Der Tiefensinn entwickelt sich schon im dritten Schwangerschaftsmonat und ist dafür zuständig, dass der Mensch seinen eigenen Körper wahrnimmt. Die zugehörigen Sinnesorgane sind die Rezeptoren in den Muskeln, Sehnen und Knochen und Gelenken, der auslösende Reiz ist die Bewegung. Ohne den Tiefensinn würde der Mensch sich also schwierig tun, seine eigenen Bewegungen zu registrieren und sie somit auszuführen, zu optimieren und letztendlich zu automatisieren.

Wie viele Sinne hat der Mensch? Die richtige Antwort lautet sieben

Die sieben Sinne des Menschen sind für ein unbeschwertes Leben von hoher Bedeutung. Ist eines der Sinnesorgane beschädigt, gibt es dafür in der Regel jedoch gute Therapiemöglichkeiten und Betroffene können dennoch ein erfülltes Leben führen. Sogenannte Wahrnehmungsstörungen haben ihren Ursprung im Gehirn, da die Verarbeitung der Reize, die das intakte Sinnesorgan registriert, nicht ideal verarbeitet werden können.

Die Wahrnehmung hat viele Facetten, eine davon ist auch, dass der Mensch Gesichter auf Gegenständen erkennt, die kein Gesicht abbilden. Intelligenz hingegen ist nicht mit unseren Sinnesorganen verknüpft und trotzdem fragen sich viele, was genau Intelligenz ist und inwiefern wir und von Tieren unterscheiden.

Quellen: „Mit allen Sinnen die Welt begreifen lernen“ von A. Reichartzeder, AWMF online, eigene Recherche

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