Es wird erwartet, dass sie innerhalb der nächsten Monate abstürzt, wie unter anderem der Guardian berichtet.

Tiangong 1, deren Name im Chinesischen so viel wie „Himmlischer Palast“ bedeutet, ist Chinas erste Weltraumstation und ging 2011 in Betrieb. Gestartet ist sie an Bord der Trägerrakete Langer Marsch 2F am 29. September desselben Jahres und wurde seitdem sowohl für bemannte als auch für unbemannte Missionen genutzt. Der Nachfolger Tiangong 2 ist am 15. September 2016 gestartet.

Kontrolle bereits 2016 verloren

Nach einigen Monaten der Spekulationen über die Station hat die chinesische Regierung 2016 bestätigt, die Kontrolle über Tiangong 1 verloren zu haben. Mit einem Absturz wurde 2017 oder 2018 gerechnet. Später wurde die UN von China darüber unterrichtet, dass der Absturz zwischen Oktober 2017 und April 2018 erfolgen dürfte.

In den vergangenen Wochen hat Tiangong 1 nun weiter an Höhe verloren und dringt weiter in die Erdatmosphäre ein. Der Guardian zitiert den Astrophysiker Jonathan McDowell von der Harvard Universität, der damit rechnet, dass die Raumstation rund um den Jahreswechsel erfolgen dürfte.

Betroffene Einschlagorte sind noch ungewiss

Laut McDowell dürfte zwar ein Großteil in der Atmosphäre verglühen, Teile mit einem Gewicht bis zu 100 Kilogramm könnten aber durchaus den Erdboden erreichen. Die Chance, dass Menschen getroffen werden sei zwar extrem gering, jedoch will China die Situation laut eigenen Abgaben genau beobachten und die UN gegebenenfalls informieren, wenn man Details herausfinde.

Laut McDowell ist es allerdings extrem schwierig vorherzusagen, wo genau die Station abstürzen wird. Auch der genaue Zeitpunkt sei unklar.

Ähnliches passierte bereits 1991

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Raumstation unkontrolliert in Richtung Erde fliegt. Sie sowjetische Station Salyut 7 mit 20 Tonnen Gewicht, ein Vorgängerprojekt der Mir, stürzte Anfang 1991 über Argentinien ab. Ursprünglich war geplant, sie über unbewohntem Gebiet im Pazifik abstürzen zu lassen, was den Forschern aber nicht gelang.

Auch die NASA-Station Skylab mit 77 Tonnen vehielt sich in ihren vergangenen Stunden nicht so wie erwartet. So war geplant, sie über unbewohntem Gebiet in Südafrika abstürzen zu lassen, geendet ist sie aber rund 500 Kilometer südlich vom australischen Perth. Verletzt wurde bei den beiden Abstürzen niemand.

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