Es hat nicht lange gedauert, bis der Live Stream des roten Tesla Roadsters abbrach, weil der Akku den Geist aufgab. Zwei Tage nach dem Start am Dienstag postete SpaceX- und Tesla-Chef Elon Musk auf Instagram ein Abschiedsfoto des Wagens und seines Passagiers, einer Puppe im Raumanzug . Es war nicht die letzte Aufnahme des zum Weltraumschrott verdammten Sportwagens, welches die Erde erreichte.

Virtual Telescope Project

Das Virtual Telescope Project veröffentlichte am Freitag eine Serie von Aufnahmen des Tesla, die von einem Teleskop in Arizona aufgenommen wurden, berichtet CNet.

Mehr als ein kleiner weißer Punkt ist auf den Bildern allerdings nicht zu sehen. Der Tesla sei „ziemlich hell“ zu sehen gewesen, meinten die Betreiber dennoch, die mit ihrem Projekt Echtzeitzugang zu einer Reihe Roboterteleskope bereitstellen.

Der Sportwagen gelangte, nachdem er am Dienstag mit der Riesenrakete Falcon Heavy von Florida aus seine Reise angetreten war, weiter ins All als ursprünglich angenommen und dürfte – wenn er seine Reise unbeschadet fortsetzt – relativ nah an den Orbit des Zwergplanten Ceres herankommen.

„Wir wollen ihn weiter verfolgen.“

Was mit dem Wagen passiert, ist unklar. Gut möglich, dass er mit anderen Himmelskörpern kollidiert. Selbst wenn das nicht passiert, dürften sich zumindest wesentliche Teile des Wagens nach Meinung von Experten aufgrund der kosmischen Strahlung aufzulösen beginnen.

Das Virtual Telescope Project will den roten Sportwagen jedenfalls im Auge behalten, sagten die Betreiber: „Wir wollen ihn weiter verfolgen.“

Update: Trackt den Roadster einfach selbst

Wer lieber einen eigenen Blick auf den Flugverlauf des Teslas werfen will, kann das tun: und zwar über die Website mit dem treffenden Namen Whereistheroadster.com. Ingenieur Ben Pearson hat sie ins Leben gerufen. The Verge gegenüber berichtet er, er habe sich bereits in der dritten Schulklasse für das Weltall interessiert: „Ich habe jedes Buch über Weltraum und Raumfahrt gelesen, das ich in meiner kleinen Bibliothek finden konnte“. Dass nach dem Start der Falcon Heavy-Rakete mehr und mehr Menschen fragten, wie sie die Position des Elektroautos tracken könnten, nahm er sich zum Anlass, um die Website zu bauen und es möglich zu machen.

Seine Daten bezieht Pearson nach eigenen Angaben vom Jet Propulsion Laboratory der NASA am California Institute of Technology. Damit konnte er Rakete und Tesla genauer orten als Elon Musk selbst. Demnach befindet sich der Roadster aktuell über drei Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Über Musk sagt Pearson auf The Verge, er sei ein „visionärer Mann, unglaublich zukunftsorientiert, letztendlich aber realitätsverzerrend“. Er sei trotzdem ein Fan des Tesla- und SpaceX-CEOs. „Ich mag es, dass er bereit ist Risiken einzugehen und cooles Zeugs zu machen, dass andere nicht mal für möglich halten“, so Pearson.

Museum oder Aufprall?

Auf Whereistheroadster.com könnt ihr den Weg des Roadsters noch bis Ende 2020 verfolgen. Erst 2091 soll er Pearson zufolge am dichtesten an die Erde gelangen, für den Ingenieur ein guter Zeitpunkt, den Wagen aus dem All zurückzuholen und beispielsweise in einem Museum auszustellen. Anderen Experten zufolge wird der Tesla jedoch weiterhin durch den Weltraum schweben und vielleicht irgendwann auf die Erde, die Venus oder die Sonne prallen – vielleicht in zehn Millionen Jahren.

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