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Schlechtes Gedächtnis? Eure DNS könnte Schuld sein

Liegt der Ursprung des Erinnerungsvermögens in der DNS?
Liegt der Ursprung des Erinnerungsvermögens in der DNS?
Foto: imago/Science Photo Library
Mittels DNS-Tests an Champions, Neugeborenen und Greisen will ein US-amerikanisches Start-up ermitteln, woraus das Erinnerungsvermögen entspringt.

Mit dem Alter kommt auch der Gedächtnisschwund. Stress und Krankheiten wie Alzheimer können diesen Prozess zudem beschleunigt vorantreiben. Betroffene können von den Fähigkeiten des viermaligen Siegers der US-Gedächtnismeisterschaft, Nelson Dellis, nur träumen. In lediglich 40 Sekunden gelang es ihm, sich die genaue Reihenfolge der Karten in einem Deck zu merken – ganze 200 Namen prägte er sich innerhalb von gerade mal 15 Minuten ein.

Der Code des Gedächtnis‘

Das in Boston, USA, beheimatete Start-up Veritas Genetics hat erst kürzlich die Erlaubnis erlangt, den Genomcode des 34-jährigen Gedächtnischampions zu entschlüsseln. Neben Einblicken in die Tiefen des eigenen genetischen Codes, die das biotechnologische Unternehmen seinen Kunden für einen vergleichsweise geringen Preis anbietet, will es sich derzeit vor allem auf die Gedächtnisforschung konzentrieren.

Wie CNBC berichtet, sind es Menschen wie Dellis, also Champions und High-Performer auf dem Gebiet des Erinnerns, die besonders interessant für Veritas sind. Aber auch Extremsportler wie der weltbekannte Taucher William Trubridge oder der Astronaut Scott Parazynski, der vor seiner Rente ganze fünf Space Shuttle-Flüge bestritten hat, interessieren die Wissenschaftler. Es geht ihnen dabei unter anderem darum herauszufinden, was außergewöhnliche Menschen so anders im Vergleich zu anderen macht.

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Weiter befasst man sich im Rahmen der Untersuchungen zudem mit Neugeborenen sowie mit sehr alten Menschen. „Ich denke, diese Extremfälle zu untersuchen, ist ein wirklich interessanter Ansatz“, erklärt Robert Green, medizinischer Genetiker am Brigham and Women’s Hospital und Berater von Veritas Genetics‘. „In mancherlei Hinsicht ist die Vorstellung von Extremen so grundlegend für das, was wir in der Medizin gelernt haben“, so Green weiter.

Risikofreudige Grundlagenforschung

Bislang befinden sich die Untersuchungen des Start-ups noch im Stadium der Grundlagenforschung. Man will die Genome entschlüsseln und feststellen, ob und inwiefern sich die Top-Performer vom „Normalsterblichen“ unterscheiden.

Genomentschlüsselung an sich kann dabei helfen, komplexe (Erb-)Krankheiten zu untersuchen und Impfstoffe, Behandlungsmethoden oder ähnliches zu finden. Andererseits hängt das Potential hierbei vor allem von der Intention ab. So könnte es mittels genetischer Modifizierungen bereits in absehbarer Zeit zwar möglich sein, bestimmte Krankheiten auszumerzen, aber auch gefährlichere Gedankenspiele – wie man sie aus Zeiten des dritten Reichs kennt – könnten auf diese Weise in die Tat umgesetzt werden. In Zuge dessen würden Merkmale eliminiert die als "nicht wünschenswert" gelten.

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