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5 Gründe, die gegen die dauerhafte Sommerzeit sprechen

Mit der Abschaffung der Zeitumstellung müssen wir uns für oder gegen die dauerhafte Sommerzeit entscheiden. Diese 5 Risiken sprechen dagegen.
Mit der Abschaffung der Zeitumstellung müssen wir uns für oder gegen die dauerhafte Sommerzeit entscheiden. Diese 5 Risiken sprechen dagegen.
Foto: imago/STPP
Es ist beschlossene Sache: Die Zeitumstellung wird abgeschafft. Auch wenn das kürzere Sommerabende bedeuten würde, spricht laut Medizinern einiges für die dauerhafte Winterzeit.

Seit Ende März steht fest, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden soll. Das bedeutet, dass sich Deutschland bis 2021 für eine Zeitzone entscheiden muss. Gegen die Winterzeit spricht, dass die Sommerabende um eine Stunde kürzer werden. Gegen die Sommerzeit sprechen laut Medizinern und Verbänden wohl diese 5 Gefahren.

5 Gefahren, die eine dauerhafte Sommerzeit mit sich brächte

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitus YouGov sind 49 Prozent der Befragten für die dauerhafte Einführung der Winterzeit. 36 Prozent sprechen sich für das Gelten der Sommerzeit aus, zehn Prozent der Teilnehmer hätte sich das Fortbestehen der Zeitumstellung gewünscht. Medizinern zufolge brächte die Sommerzeit fatale Risiken mit sich. Sie kann dich nicht nur dick und dümmer machen, sondern auch das Unfallrisiko steigern.

#1 Krankheiten werden wahrscheinlicher

Die drastischsten Worte dazu findet Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München. Stelle man die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit um, werde es „riesige Probleme geben“, warnt er vor dem „Cloxit“. „Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme - das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger.“

Der Chronobiologe prognostiziert zudem: „Jedes Land, das nicht macht, wird uns akademisch überholen.“ Denn vor allem Schüler und Studenten seien betroffen, weil Lernen und das Gelernte zu verarbeiten, bei zu wenig Schlaf stark eingeschränkt werde. Im Alter von etwa 20 Jahren sei zudem das Schlafbedürfnis am größten. Russland habe schon einmal versucht, dauerhaft die Sommerzeit einzuführen - und sei damit gescheitert, sagt Roenneberg.

#2 Im Dunklen zur Schule

Bei dauerhafter Sommerzeit müsse man an deutlich mehr Tagen im Dunklen aufstehen, sagt Roenneberg: „Je nach Wohnort haben sie sechs Wochen mehr dunkle Schulwege morgens.“ Er kritisiert, dass die Online-Befragung weitgehend ohne Aufklärung geschehen sei. „Wenn EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gesagt hätte, dass wir künftig alle ganzjährig eine Stunde früher arbeiten müssen, wären die Leute auf der Straße gewesen. Es ist aber nichts anderes.“ Auch Ingo Fietze von der Berliner Charite sagt: „Da denkt im Moment keiner dran, weil es Sommer ist und so hell draußen. Wenn die Umfrage im Winter gewesen wäre, hätten wahrscheinlich viele für die Winterzeit plädiert.“

#3 Das Unfallrisiko wird höher

Neben Roenneberg machen sich auch der Deutsche Lehrerverband (DL) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) stark gegen die Einführung der dauerhaften Sommerzeit. So sei die Unfallgefahr dem DVR zufolge an dunklen Wintertagen für Kinder statistisch doppelt so hoch wie im Sommer. Unter anderem deswegen befürwortet auch der DL die Winterzeit. "Zehn Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland [müssten] zwei Monate länger bei absoluter Dunklenheit ihren morgendlichen Schulweg antreten". Das dürfte laut Welt auch die Unfallhäufigkeit erhöhen.

#4 Winterzeit entspricht der Normalzeit

Die Forscher und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sprechen sich für eine dauerhafte „Normalzeit“ aus. „Die bisherige Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten ist“, sagt der DGSM-Vorsitzende Alfred Wiater. „Wenn wir im Winter am Morgen länger der Dunkelheit ausgesetzt sind, werden wir schlechter wach“, sagt Wiater. Das könne Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigen und zu mehr Fehlern in der Schule und im Job führen sowie Unfälle begünstigen.

Licht und Dunkelheit bestimmen unsere innere Uhr - wann wir wach und wann wir müde werden. Das Problem ist: Die wenigsten Europäer können sich nach diesem natürlichen Rhythmus richten. Ihr Tagesablauf wird von der sogenannten sozialen Zeit bestimmt. Der Großteil braucht daher morgens einen Wecker, um pünktlich bei der Arbeit oder in der Schule zu sein. Roenneberg nennt das „sozialen Jetlag“.

#5 Der Körper braucht Zeit

Wenn es durch die Sommerzeit abends länger hell ist, setzt die Produktion des Schlafbotenstoffs Melatonin erst später ein. Man wird nicht rechtzeitig müde, muss aber trotzdem früh aus dem Bett. „Mit der Zeit droht ein Schlafmangel - wir werden noch mehr zu einer chronisch unausgeschlafenen, übermüdeten Gesellschaft“, sagte Schlafforscher Hans-Günter Weeß kürzlich dem „Stern“.

Am 26. März 2019 hatte das Europäische Parlament über das dauerhafte Abschaffen der Zeitumstellung abgestimmt. Im August des vergangen Jahres wurden EU-Bürger dazu aufgerufen über die Sommerzeit abzustimmen, woraufhin die EU prompt reagierte und über die dauerhafte Sommerzeit diskutierte.

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