Science 

Diesel besser als E-Autos? Neue Studie erntet Kritik

Eine neue Studie des Ifo-Instituts steht massiv in der Kritik. Experten werden dem Institut sogar vor, mit falschen Daten gearbeitet zu haben (Symbolbild).
Eine neue Studie des Ifo-Instituts steht massiv in der Kritik. Experten werden dem Institut sogar vor, mit falschen Daten gearbeitet zu haben (Symbolbild).
Foto: imago images / PicturePoint
Eine neue Studie des Ifo-Instituts sorgt aktuell für Ärger. Grund dafür ist die Behauptung, ein modernder Dieselwagen verursache weniger CO2 als ein Elektroauto.

Wie schlagen sich ein Mercedes 220d und ein Tesla Model 3 im Vergleich in Sachen CO2-Ausstoß? Dieser Frage ging nun das Münchener Ifo-Institut in einer neuen Studie nach und kam zu überraschenden Ergebnissen, die nun in der Kritik stehen.

Ifo-Studie: Das sagen die Kritiker

Das Ergebnis der Studie erstaunte Experten, stellt es doch heraus, dass der CO2-Ausstoß des Elektromotors „im günstigen Fall um etwa ein Zehntel und im ungünstigen Fall um ein gutes Viertel über dem Ausstoß des Dieselmotors“ liege.

Andere Studien, wie erst jüngst eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, kommen zu völlig anderen Ergebnissen und bescheinigen batteriebetriebenen Elektroautos deutlich weniger CO2-Emissionen auszustoßen.

Im Vergleich zu einem Kleinwagen mit Benzinmotor stoße ein Elektroauto etwa 42 Prozent weniger Treibhausgase aus.

Messwerte gehen an der Realität vorbei

Ein Punkt, den Kritiker nun an der Ifo-Studie bemängeln, betrifft die Berechnungen der Verbrauchswerte der Verbrennungsmotoren. Hier hätten die Wissenschaftler Werte nach dem NEFZ-Modell zugrundegelegt, die jedoch mit den tatsächlichen Verbrauchswerten in der Realität nicht viel zu tun hätten.

Moderne Studien würden daher zu den Standards WLTP oder EPA greifen, um realistischere Verbrauchswerte zu erhalten.

Elektroautos haben geringeren Material- und Wartungsaufwand

Weitere Kritikpunkte: Die Werte, die in der Ifo-Studie zur Batterie-Lebensdauer angenommen werden, zweifeln Experten an. Es werde auch nicht erwähnt, dass die Batterien im Anschluss noch als Stromspeicher weiter genutzt werden könnten. Darüber hinaus werde auch der wesentlich geringere Material- und Wartungsaufwand eines Elektroautos in der Studie nicht berücksichtigt.

Besonders gravierend: Die Themen Stickoxide und Feinstaub, die vor allem für Fahrzeuge mit Dieselmotoren von großer Relevanz sind, sollen in der Ifo-Auswertung komplett außer Acht gelassen worden sein.

Elektroautos fürs Volk, die Regierung bleibt bei Benzinern

Der Automotive-Experte Don Dahlmann kommt so auch zu einem eindeutigen Ergebnis: „Zum einen stimmen die Daten nicht, zum anderen will die Studie so den Eindruck vermitteln, ein Diesel sei in Sachen Umweltbelastung besser, als ein E-Auto.“

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