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Bill Gates will die Sonne verdunkeln, um die Menschheit zu retten

Ist unser Planet am Ende? Eventuell bleiben uns nur noch 140 Jahre
Do, 20.06.2019, 16.02 Uhr

Ist unser Planet am Ende? Eventuell bleiben uns nur noch 140 Jahre

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Microsoft-Gründer Bill Gates plant, uns vor dem Weltuntergang zu bewahren, den wir selbst heraufbeschworen haben. Seine gewählte Methode ist dabei sowohl speziell als auch sehr umstritten.

Schon in diesem Jahr könnte eine Projekt in Gang gesetzt werden, das einen noblen Hintergrund hat, aber dennoch völlig absonderlich klingt. Microsoft-Gründer Bill Gates zumindest investiert in die Mission, die uns vor dem Weltuntergang durch den Klimawandel schützen soll. Alles, was dazu nötig ist: die Sonne muss verdunkelt werden.

Bill Gates: Weltuntergang adé dank dieser Methode

Das Projekt trägt den Namen Stratospheric Controlled Perturbation Experiment (SCoPEx) und wird von einem Forscherteam der Harvard- University geleitet. Von Bill Gates hat die Mission gegen den Weltuntergang durch Klimawandel bereits Spenden empfangen. Doch sie ruft auch große Kritik auf den Plan.

Hintergrund des Vorhabens ist es, die Sonne zu verdunkeln. Dieses Konzept besteht in der Theorie bereits seit Jahrzehnten, dabei soll der Stern künstlich reflektiert werden, um die Temperaturen auf der Erde besser kontrollieren zu können.

Um SCoPEx ausführen und das Sonnenlicht von der Erde ablenken zu können, sind kleine Partikel Calciumcarbonat nötig. Diese könnten laut Nature noch 2019 mithilfe lenkbarer Ballons im Südwesten der USA in die Stratosphäre auf eine Höhe von 20 Kilometern gebracht und dort in mehreren kleinen Dosen von jeweils 100 Gramm freigesetzt werden. Ob damit die nötige Basis geschaffen werden kann, Temperaturen durch Sonnenreflektion zu senken, sollen Analysen zur Zerstreuung der ausgesandten Partikel zeigen.

Deshalb schreien Experten und Kritiker auf

Die Idee dazu, Klimawandel und einen potenziellen Weltuntergang durch steigende Hitze auf diese Weise anzugehen, entstand im Jahr 1991. Damals brach der Vulkan Mount Pinatubo auf den Philippinen aus und verteilte 20 Millionen Tonnen Schwefeldioxid wie eine Decke in der Stratosphäre. Diese kühlte die gesamte Erde 18 Monate lang um 0,5 Grad Celsius herunter. Wissenschaftler hatten dadurch erstmalig die Gelegenheit, die Auswirkungen einer großen chemischen Wolke in der Stratosphäre zu beobachten.

Da das von Bill Gates mitfinanzierte Projekt SCoPEx das erste sein wird, das unter dem Banner "Solar Engineering" erfolgen wird, steht es unter besonderer Beobachtung, nicht nur durch Experten, sondern vor allem auch durch Umweltschützer. Diese betrachten die Bemühungen als gefährliche Ablenkung von der eigentlichen Lösung des Klimawandel-Problems: Um Extreme wie einen möglichen Weltuntergang durch Hitzewellen und unvorhersehbare Wetterlagen abzuwenden, müssen die Treibhausgas-Emissionen reduziert werden.

SCoPEx sei gleichermaßen ein Wissenschaftsexperiment wie ein Versuch, der die sozialen Normen verändere und eine Grenze überschreite. Die Ergebnisse des Geo-Engineering seien dabei eher Nebensache, berichtet Jim Thomas, zweiter Geschäftsführer der Umweltberatungsorganisation ETC Group.

Die realen Auswirkungen des Experiments sind nicht abschätzbar

Die Harvard-Wissenschaftler selbst sind sich ihrer Rolle und der Beobachtung ihres Experiments im Kampf gegen Klimawandel und Weltuntergang durchaus bewusst. Und auch Bill Gates scheint dem Projekt die nötige Professionalität zuzutrauen. Genug, um darin zu investieren und das Experiment zu unterstützen.

Das Forscherteam zumindest agiert vorsichtig und versucht ein klares Kontroll- und Aufsichtsgremium zu etablieren, das das Projekt überwacht: "Es richtig zu machen, ist weit bedeutender als es schnell zu realisieren", so Peter Frumhoff, leitender Klimaforscher der Vereinigung besorgter Wissenschaftler in Cambridge, Massachusettes.

Die generelle Kritik an dem von Gates finanzierten Weltuntergangs-Experiment beruht auf der Unfähigkeit, voll umfassen zu können, welche Konsequenzen das Verdunkeln der Sonne haben wird. Eine Reduktion der weltweiten Temperatur wird erwartet und verstanden. Wie sich die Methode jedoch auf das Ozon, weltweite Ernteerträge und Niederschlagsmuster auswirkt, weiß bisher niemand. Das Experiment 2019 soll darüber erste Klarheit verschaffen.

Dass uns der Klimawandel bis zum Weltuntergang treiben kann, haben Forscher bereits vielfältig angemahnt. Ein besonders zugespitzter, aber auch viel kritisierte Bericht spricht gar vom Weltuntergang ab 2050. Auch Tesla- und SpaceX-CEO Elon Musk sieht den Weltuntergang kommen, wenn auch auf anderem Weg. Es gibt aber noch Dinge, die wir tun können, um uns vor dem Ende der Menschheit zu retten.

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