Mühsam mussten wir Pluto aus unseren Merkreimen streichen: „Mein Vater erklärt mir jeden Abend unseren Nachthimmel“, statt unserer „Neun Planeten“. Jetzt verkündete NASA-Chef Jim Bridenstine, dass die NASA Pluto nach wie vor als vollständigen Planten werte und den derzeitigen Planetenstatus Plutos als Zwergplanet aufheben möchte.

Die Debatte um Plutos Planetenstatus: Das sagt das UAI

Nachdem der Planet Pluto jahrelang zu den neun Planeten unseres Sonnensystems gehörte, wurde ihm 2006 von dem „International Astronomocial Institute“ (UAI) der Plantenstatus aberkannt. Der Grund: Pluto ist nicht groß genug. Denn laut neuer Definition muss ein Planet größer sein, als alle anderen sich in seiner Bahn befindlichen Massestücke. Schon Ceres wurde im 19. Jahrhundert der Planetenstatus entzogen. Heute ist er der kleinste Zwergplanet.

Das Sonnensysten zählt bis heute also nur acht Planeten. Pluto ist der größte bisher anerkannte Zwergplanet gefolgt von Eris. Viele Stimmen in der Forscherwelt stellten sich gegen diese Entscheidung. Im Staat Illinois, dem Heimatstaat des Entdeckers von Pluto, Clyde Tombaugh, zählt Pluto seit 2009 weiterhin zu den neun Planten.

Das sagt NASA-Chef Jim Bridenstine zum Planetenstatus des Pluto

In einem Interview vom 24. August kommentierte NASA-Chef Jim Bridenstine die Debatte um Plutos Plantenstatus und sprach sich klar für die vollwertige Anerkennung für Pluto als Planet aus, wie Sciencealert.com berichtete. Er sagte wortwörtlich: „You can write that the NASA Administrator declared Pluto as a planet once again.“ (Deutsch: Sie könne schreiben, dass der NASA-Adimistrator Pluto erneut zum Planeten erklärt hat.)

— Cory Reppenhagen (@CReppWx) August 23, 2019

In einem Interview vom 24. August kommentierte NASA-Chef Jim Bridenstine die Debatte um Plutos Plantenstatus und sprach sich klar für die vollwertige Anerkennung für Pluto als Planet aus, wie Sciencealert.com berichtete. Er sagte wortwörtlich: „You can write that the NASA Administrator declared Pluto as a planet once again.“ (Deutsch: Sie könne schreiben, dass der NASA-Adimistrator Pluto erneut zum Planeten erklärt hat.)

Bridenstine’s Begründung ist allerdings sehr schwach: „I’m sticking by that, it’s the way I learnt it, and I’m committed to it.“ (Deutsch: Ich bleibe dabei, so habe ich es gelernt und ich stehe dazu.“) Er beharrt darauf, dass er in der Schule gelernt habe, dass der Pluto ein Planet ist, deshalb bleibt er es auch. Nun ja, früher wurde auch gelehrt, die Erde sei flach. Dieses Argument ist aus wissenschaftlicher Sicht also keine ausreichende Begründung.

Deshalb wollen auch andere Wissenschaftler Pluto wieder als Planeten anerkennen

Anders, als der NASA-Chef es vermuten lässt, gibt es aber durchaus gute Gründe über den Planetenstatus von Pluto noch einmal genauer nachzudenken. Denn obwohl Pluto Teil des Kuipergürtels ist und in seiner Umlaufbahn nicht das größte Objekt darstellt, besitzt er viele Eigenschaften eines Planten.

Er hat beispielsweise eine mehrschichtige Atmosphäre, Wetter, organische Zusammensetzungen und eigene Monde. Zudem hat er eine eigene Oberflächenlandschaft mit Kratern, Ebenen, Vulkanen und man vermutet sogar Eis-Ozeane auf dem Pluto. Schon 2018 versuchten Forscher mit diesen Argumenten und einer neuen Studie zu belegen, dass Pluto ein vollwertiger Planet ist.

Wird der Pluto vom Zwergplanet zum Planet befördert?

Bisher hat die UAI nicht auf die Bemühungen der Planetenwissenschaftler oder NASA-Chef Jim Bridenstine reagiert und der Pluto bleibt vorerst weiterhin ein Zwergplanet. Sollte allerdings die NASA ganz hinter Bridenstine stehen, könnte es die Debatte noch einmal anheizen und die UAI womöglich zum Überdenken von Plutos Plantenstatus anregen.

Wenn du wissen möchtest, wie genau es auf dem Pluto aussieht, solltest du dir die Bilder der „Horizons“-Sonde anschauen. Sie entdeckte wolkenkratzerhohe Eisklingen auf Pluto. Die NASA bietet jetzt sogar einen virtuellen Rundflug für Pluto und seinen Mond Charon.

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