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Apokalypse à la „Blade Runner“? Waldbrände in Kalifornien machen den Anfang

Hast du die Filme der „Blade Runner“-Reihe gesehen, wird dir bei den Meldungen über die Waldbrände in Kalifornien, Oregon und Washington vermutlich ein ähnlicher Schauer über den Rücken laufen, wie vielen Klimaforschern auch.

Golden Gate Bridge in San Francisco
Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien

Videos von verheerenden Waldbränden in Kalifornien, Oregon und Washington gehen derzeit um die Welt und beunruhigen nicht nur die Anwohner dieser US-Bundesstaaten. Auch Klimaforscher sehen in den wütenden Flammen ein klares Warnsignal. Sie könnten die ersten Anzeichen eines Szenarios sein, dass der Ausgangssituation der „Blade Runner“-Reihe nicht unähnlich ist.

Apokalypse à la „Blade Runner“? Waldbrände in Kalifornien machen den Anfang

Hast du die Filme der "Blade Runner"-Reihe gesehen, wird dir bei den Meldungen über die Waldbrände in Kalifornien, Oregon und Washington vermutlich ein ähnlicher Schauer über den Rücken laufen, wie vielen Klimaforschern auch.

Waldbrände in Kalifornien sind „ein klarer Indikator für den Klimawandel“

Die Dystopie der unbewohnbaren Erde ist seit jeher ein gefeiertes Element in der Literatur, aber auch in Film und Fernsehen. Flächendeckende Waldbrände in Kalifornien, Oregon und Washington passen beängstigend genau in dieses Bild. Doch können Katastrophen wie diese tatsächlich dazu beitragen, dass unser Planet in Teilen nicht länger bewohnbar bleibt? Klimaforscher und -aktivisten befürchten ein ebensolches Szenario schon seit Jahren.

„Ich will nicht, dass Sie sich Hoffnungen machen, ich will, dass Sie in Panik geraten“, forderte die damals 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg bereits im Januar 2019. „Ich will, dass Sie die Angst spüren, die ich jeden Tag spüre, und dann will ich, dass Sie handeln!“ Die geforderte Furcht schien bislang auszubleiben. Dafür könnte sie dank der Waldbrände in Kalifornien und Oregon bald umso stärker einschlagen.

„Das ist ein klarer Indikator für den Klimawandel“, sagt so auch Kate Brown, Gouverneurin des ebenfalls stark betroffenen Bundesstaates Oregon. „Es ist ein Weckruf für uns alle, dass wir alles in unserer Macht stehende tun müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen.“ Die Brandsaison in Kalifornien habe sich um 75 Tage verlängert, ergänzt die Sprecherin des Kalifornischen Ministeriums für Forstwirtschaft und Brandschutz, Lynnette Round. „Unsere Sommer sind länger, was mehr Trockenheit bedeutet und uns anfälliger für Brände macht.“

„San Francisco sieht aus wie Blade Runner“: Erschreckende Bilder gehen um die Welt

Über YouTube, Twitter, Facebook und weitere Plattformen teilen Einwohner der betroffenen Bundesstaaten ihre Aufnahmen mit der ganzen Welt. Vor allem ein Video wird dabei gerne aufgegriffen. Der Clip „San Francisco Looking Like Blade Runner / Mars / Chernobyl“ gibt tiefe Einblicke in eine surreale Welt, die für die Bewohner der kalifornischen Stadt mittlerweile zum Alltag geworden ist. Das Video hat mittlerweile weit über 100.000 Aufrufe, wurde Tausende Male geteilt und sogar musikalisch hinterlegt.

Der Twitter-Nutzer terrythethunder hat den Clip etwa mit dem eindrucksvollen Soundtrack des dystopischen Kino-Hits „Blade Runner 2049“ von 2017 untermalt. Die Feuer verpesten jedoch nicht nur, die Luft, sondern vertreiben auch Tiere aus ihren Lebensräumen und haben mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass ihre Rauchwolken jetzt sogar Deutschland erreicht haben. Doch enden die Horror-Szenarien nicht bei den Waldbränden in Kalifornien, Oregon und Washington, denn auch in Brasilien geraten sie außer Kontrolle.

„Im Pantanal ist die Situation noch gravierender als im Amazonas, hier haben die Feuer im Vergleich zum letzten Jahr fast verdreifacht. Brannten hier in den Jahren 2014-2018 zwischen 1.000 und 3.000 Feuer, waren es 4.800 im Jahr 2019, in diesem Jahr aber schon über 15.000 Feuer“, erklärt Dr. Kirsten Thonicke, Expertin für Feuerökologie und für Wälder am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gegenüber BILD. Die Lage verschlimmert sich weiter und es ist längst kein Ende in Sicht.

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