Die Arktis löst sich allmählich auf. Dass das Eis der Arktis durch die Klimawandel-Folgen schmilzt, wissen Forschende schon länger. Eine böse Überraschung ist nun die Einsicht, dass diese Eisvernichtung erheblich schneller abläuft, als bisher vermutet wurde. Die Frage ist nun, wie lang es die Arktis überhaupt noch geben wird und ob es noch einen Ausweg aus der arktischen Klimakrise gibt.

Klimawandel-Folgen: Die Arktis verabschiedet sich

Besonders in der kanadischen Arktis und Nordsibirien sind die Klimawandel-Folgen enorm spürpar. In diesen Gegenden steigen die Temperaturen im globalen Vergleich nämlich drei Mal so schnell. Im letzten Jahrzehnt ist die arktische Temperatur um ein Grad Celcius gestiegen. Bis zur Mitte des aktuellen Jahrhunderts erwarten Experten einen drastischen Anstieg von vier Grad Celsius. Schon seit dem Jahr 1980 verliert die Arktis rund 51 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr – Tendenz steigend.

Bis 2035 könnte das auf dem Ozean treibende Eis komplett verschwunden sein. Wissenschaftler haben mit dem Eintritt dieses Ereignisses nicht vor 2050 gerechnet. „Die neuesten Modelle zeigen im Grunde genommen, dass wir unabhängig von unserem Emissionsszenario vor Mitte dieses Jahrhunderts die sommerliche Eisbedeckung verlieren werden“, sagt Julienne Stroeve, Forscherin im US-amerikanischen Schnee- und Eisdatenzentrum.

Das normale Eisverhältnis in der Arktis läuft so ab, dass sich geregelte Eismengen in den wärmeren Monaten verabschieden, jedoch durch Schneefälle in Wintermonaten wiederhergestellt werden. Eine solche Wiederherstellung erfolgt seit einigen Jahren kaum bis gar nicht mehr. Im vergangenen Jahr verlor die Eisdecke eine Rekordmenge an Eis: etwa eine Million Tonnen pro Minute.

Wer leidet unter den Klimawandel-Folgen in der Arktis?

Mal ganz abgesehen davon, dass der Klimawandel uns alle betrifft, leiden vor allem die örtlichen Bewohner unter den enormen Klimawandel-Folgen in der Arktis. In der sibirischen Stadt Verkhoyansk erreichten die Temperaturen im Juli diesen Jahres 38 Grad Celsius. Für gewöhnlich betragen die Sommertemperaturen dort zwischen neun und 20 Grad. Der enorme Temperaturanstieg verursachte großflächige Waldbrände, wie The Guardian berichtet. Die Brände vernichteten diverse Landschaften, die maßgeblich für das Ökosystem sind, weil sie verschiedene Tierarten wie Rentiere oder Karibus ernähren.

Von diesen Tieren leben die Einheimischen überwiegend, weil sie dort als Zuchttiere genutzt werden. Die Lebensdichte von diesen wichtigen Tieren hat um rund 65 Prozent abgenommen.

Einige Länder wollen von den Klimawandel-Folgen profitieren

Die Arktis ist durch das Eisschmelzen aber auch erreichbarer geworden und deswegen ist das winterliche Land nun zum politischen Boden geworden. In Grönland entblößte das Eisschmelzen unter anderem wertvolle Elemente wie Uran, Zink, Gold und Eisen, die nun erreichbarer denn je sind. Deswegen sprach der US-amerikanische Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr auch Interesse dafür aus, Grönland zu kaufen (mit keinem Erfolg).

Wie kann das Verschwinden der Arktis verhindert werden?

Forscher sind sich bisher einig, dass das verlorene Eis der Arktis nicht mehr wiederhergestellt werden kann, selbst wenn wir sofort alle CO2-Emissionen eindämmen würden. Einen letzten Funken Hoffnung gibt es jedoch noch unter Wissenschaftlern. Dann müssen wir jedoch dafür sorgen, dass der CO2-Ausstoß massiv verringert und am besten komplett unterbunden wird. Die Forscherin Stroeve erklärt hierzu: „Zu diesem Zeitpunkt muss es sowohl eine Reduzierung der Emissionen als auch der Kohlenstoffabscheidung sein.“ Die CO2-Abscheidung beschreibt ein Verfahren, dass bereits erzeugte CO2-Emissionen in der Atmosphäre reduziert.

Das Eisschmelzen der Arktis hat nicht nur erhebliche Klimawandel-Folgen, es kann auch gesundheitliche Folgen für uns haben.

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