Alleine der Gedanke an Spinnen versetzt viele Menschen in Panik: sie sind flink, sie krabbeln und haben mehrere Beine. Angst vor Spinnen ist für viele täglich Realität. Doch warum? Eine Studie liefert einen Hinweis darauf, woher die Spinnen-Angst kommen kann.


Angst vor Spinnen …
  • … wird auch als Arachnophobie bezeichnet, wenn die Angst übersteigert ist. Das kommt vom Altgriechischen aráchnē (‚Spinne‘) und phóbos (‚Furcht‘).
  • … ist individuell. Die Reaktionen reichen von einem einfachen Ekel- und Angstgefühl, bis hin zu Symptomen wie Schweißausbruch, Hyperventilation, Herzrasen und Übelhkeit (via DocCheck Flexikon)

Angst vor Spinnen: Ursprung ist umstritten

Angst vor Spinnen oder eine Spinnenphobie (Arachnophobie) kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche haben „nur“ Angst vor großen Spinnen mit Haaren, andere kriegen beim Anblick von kleinen Spinnen Herzrasen. Paradox: Zumindest in Deutschland ist die Angst vollkommen unbegründet, da hierzulande keine Art lebt, die uns wirklich gefährlich werden könnte.

Es war lange Zeit umstritten, wie es zur Abneigung oder Angst vor Spinnen kommt: Viele Wissenschaftler:innen nehmen an, dass Kinder Spinnenangst erlenen. Andere glauben, sie sei angeboren. Doch was stimmt?

Neue Studie gibt Aufschluss über körperliche Reaktionen

Stefanie Höhl vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig erklärt bereits 2017 in einem Forschungsbericht, dass Studien, auf welche die obigen Annahmen basieren, problematisch sind. Sie seien zum einen hauptsächlich mit Erwachsenen oder älteren Kindern durchgeführt worden. Und zum anderen zeigen Tests bei Kinder nicht, ob es direkt eine physiologische Angstreaktion gibt.

Die Forscherin führte daher eine Studien mit sechs Monate alten Babys durch. Ihnen wurden Bilder von Spinnen (und Schlangen) gezeigt. Daraufhin interpretierten die Forschenden die Reaktionen.

Das Ergebnis: „Bereits bei Babys wird eine Stressreaktion ausgelöst, wenn sie Schlangen oder Spinnen sehen. Und das schon mit sechs Monaten, einem Alter, in dem sie noch immobil sind und kaum Gelegenheit hatten zu lernen, dass diese beiden Tiergruppen gefährlich sein könnten“, heißt es im Forschungsbericht.

Angst vor Spinnen hat einen „evolutionären Ursprung“

Selbst die Kleinsten zeigen beim Anblick von Spinnen also eine Stressreaktion.

„Wir gehen daher davon aus, dass die Angst vor Schlangen und Spinnen einen evolutionären Ursprung hat. Bei uns, und auch bei anderen Primaten, sind offensichtlich von Geburt an Mechanismen im Gehirn verankert, durch die wir sehr schnell Objekte als ‚Spinne‘ oder ‚Schlange‘ identifizieren und darauf reagieren können“, so Stefanie Höhl.

Die angeborene Stressreaktion könnte zum Problem werden, wenn weitere Faktoren hinzukommen. Haben beispielsweise Eltern eine panische Abneigung oder die „genetische Veranlagung zu einer überaktiven Amygdala [ein Kerngebiet desGehirns], die wichtig für die Bewertung von Gefahren ist, können hier schnell aus einer erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber diesen Tieren eine echte Angststörung entstehen lassen.“

Weitere spannendes zu Spinnen

Wer Angst vor Spinnen hat, der dürfte vermutlich froh über den Staubsauger sein. Dennoch bleibt stets eine belastende Frage offen: Können Spinnen im Staubsauger überleben? Forschende fanden außerdem heraus, dass diese Tiere am meisten Angst und Ekel auslösen.

Quelle: DocCheck Flexikon, Forschungsbericht von Stefanie Höhl (Max-Planck-Institut)

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