Mit den Fridays for Future und einer Vielzahl weiterer Bewegungen setzen sich Menschen in aller Welt für das Klima ein. Im Vordergrund steht dabei häufig die Verkehrswende, also der Umstieg von Verbrennern auf Elektroautos. Doch auch zu Wasser und in der Luft soll ein Wandel her. Der Einsatz pflanzlicher Rohstoffe könnte Flugzeuge einen kleinen Schritt von ihrem aktuellen Image als Klimakiller wegführen.

Flugzeuge: Die Klimabilanz im Überblick

Bei einer Flugreise können zwischen ein paar Hundert und mehreren Tausend Kilogramm in CO2-Emissionen anfallen. Viele Fluggesellschaften bieten dafür bereits Kompensation, tatsächliche Klimaneutralität erreichen sie dadurch aber nicht. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schlägt außerdem Formationsflüge vor, um die Klimawirkung bei Langstreckenflügen um bis zu 25 Prozent zu verringern. Abgeschaut haben sich das die Forscher:innen des Zentrums bei Zugvögeln, heißt es in einer Mitteilung.

„Betrachten wir den Luftverkehr weltweit, so könnten wir durch Formationsflug mit verhältnismäßig geringem Aufwand einen großen, positiven Effekt auf den Klimaschutz für unserer Erde erreichen.“

Dr. Tobias Marks (via DLR)

Im Rahmen des Projekts FORMIC (Formation Flight Impact on Climate) kooperieren Teams des DLR mit der Technischen Universität Hamburg und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Gefördert werden sie mitunter durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Bessere Klimabilanz durch Speisefett

Doch handelt es sich bei FORMIC längst nicht um das einzige Projekt, das den ökologischen Fußabdruck von Flugzeugen verbessern soll. Das britische Mineralölunternehmen BP (ehem. British Petroleum) hat nun etwa mit der Produktion einer neuen Art von Flugzeugsprit begonnen. Der Treibstoff trägt geringe Teile von Speisefett-Resten in sich. Dafür verwende der Konzern gebrauchte und überschüssige Fette aus Fritteusen, Bio-Abfällen oder Küchenrückständen, berichtet heise online.

Beim CO2-Ausstoß der Flugzeuge selbst mache sich der Zusatz nicht bemerkbar. Da BP allerdings recycelte Stoffe verwendet, soll das verfahren die Gesamt-Klimabilanz verbessern. Immerhin müsse hierzu wie für andere Arten von Biosprit nicht zuerst Raps oder Soja angebaut werden. „Das ist kein Thema, weil die gebrauchten Kochfette und -öle bereits im Umlauf sind“, zitiert heise.

Den neuartigen Kraftstoff könnten Airlines für ihre Flugzeuge „ohne technischen Umbau sofort einsetzen“, erklärt Europa-Vorstand und Raffinerieleiter Arno Appel.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; heise online

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