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Berliner Start-up Math42 macht den 20-Millionen-Exit

Math42 ist der digitale Mathe-Nachhilfelehrer. Das Start-up aus Berlin ist ein Familienbetrieb und enorm erfolgreich. Nun haben die Gründer verkauft.

Als Raphael (l.) und Maxim Nitsche Math42 gründeten
Raphael (l.) und Maxim Nitsche haben Math42 gegründet. Foto: imago

Die Nachhilfe-App Math24 erklärt Schülern komplizierte Matheformeln in einfachen Schritten. Nach eigenen Angaben der Gründer hat die App mittlerweile weltweit über zwei Millionen Nutzer. Fünf Jahre nach der Gründung hat die Familie, die dahintersteht, einen Exit verhandelt, über 20 Millionen Euro.

Eine Familiengeschichte

Math42 ist ein Berliner Familienunternehmen voller Mathematiker: Sohn Maxim Nitsche, studierter Mathemat, hatte die Idee zu der Nachhilfe-App. Vor ungefähr fünf Jahren gründete er das Start-up zusammen mit seinem Bruder Raphael, der Mathematik bereits während seiner Schulausbildung studierte, sowie Vater Thomas. Thomas studierte Mathematik und Spieltheorie, entwickelte in den 1970er Jahren erst das Schachprogramm „Orwell“ und später den Schachcomputer „Mephisto“, mit dem er selbst 1984 Microcomputer-Schach-Weltmeister wurde. Es folgten Patententwicklungen und die Gründung des Start-ups Proximic, bei dem auch Thomas‘ Frau tätig war. Sie, Oxana Nitsche, wirkte ebenfalls als Co-Gründerin bei Math42 mit.

2015 traten die Brüder – damals 18 und 19 Jahre alt –auch in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ auf und wurden damit erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Investoren und Zuschauer waren angetan von der Lernhilfe-App, ein Investment konnten sie allerdings nicht einheimsen. Eine erste Finanzierungsrunde wurde erst Ende 2015 durch den Verleger Michael Klett und seinen Sohn David möglich. Sie investierten einen sechsstelligen Betrag ihres privaten Vermögens in Math42. Danach gehörten der Familie Nitsche aber immerhin noch 93,75 Prozent ihrer Unernehmensanteile. Als die Kletts mit einer halben Millionen Euro 2016 nachfinanzierten, übernahmen sie schließlich 10,7 Prozent der Anteile an dem Start-up.

Mit Chegg hat es „gepasst“

Das ist nun zwei Jahre her. Cogeon, das Unternehmen, das hinter Math42 steht, wird an Chegg verkauft, einen Online-Handel für Schulbücher. An der Börse ist er 1,7 Milliarden US-Dollar wert. Ihren Ausstieg lässt sich Familie Nitsche 20 Millionen Euro kosten. Einem Bericht von Gründerszene zufolge fließt das Geld direkt an sie.

Im Interview mit Gründerszene erzählen die Brüder, dass sie trotz des Exits in Berlin bleiben wollen, dort gebe es gute Entwickler. Der Exit durch Chegg selbst sei zunächst nicht fest geplant gewesen: „Am Anfang waren wir uns tatsächlich unsicher. Uns war wichtig, dass wir das mit jemandem machen, der so denkt wie wir. Bei uns steht der Schüler im Vordergrund, wir wollen nicht über Lehrer oder Schulen gehen. Wir bauen ein Produkt und der Schüler entscheidet, ob es ihm hilft. Chegg denkt genauso, das hat gepasst.“

Nächstes Produkt 2018

Im zweiten Halbjahr 2018 soll dann das nächste Produkt auf den Markt kommen: Chegg Math. Es soll auf Math42 basieren, aber auch „signifikant anders“ sein. Math42 werden sie dafür wahrscheinlich aus dem amerikanischen Markt nehmen.

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